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Aus dem Arbeitskreis für ein bundeseinheitliches Gruppensprechertraining

- Mitglieder des Arbeitskreises Gruppensprechertraining
von Kathrin Reinsch, Laatzen, Mitglied des Vorstands des Landesverbands Niedersachsen
Über den Sinn und die Notwendigkeit einer solchen „Ausbildung“ ist bereits viel gesprochen und geschrieben worden (siehe MBJ 121 S. 38-39).
Die Mitglieder des Arbeitskreises setzen sich aus den verschiedensten Bereichen der DVMB zusammen, es sind der Bundesverband, die Landesverbände und auch „einfache“ Gruppensprecher aus verschiedenen Bundesländern vertreten. Daraus ergeben sich gewisse Spannungsfelder, die wir konstruktiv nutzten, um voran zu kommen. Ohne die fachliche Führung der Organisationsberaterin Christine Kirchner wäre uns dies sicher nicht gelungen.
Warum habe ich mich nun dem Arbeitskreis angeschlossen? Ich vertrete sozusagen gleich zwei Bereiche, als Gruppensprecherin und auch als Mitglied des Landesvorstands Niedersachsen.
Als ich meine Gruppe 2003 übernahm, bestand die Übergabe darin, dass ich zwei Ordner und eine nicht funktionierende Access-Datei bekam – getreu dem Motto „Du machst das schon“. Klar habe ich gemacht, aber zufriedenstellend war das nicht. Auch bei späteren Gruppensprecherseminaren fiel immer wieder auf, dass selbst gestandene Gruppensprecher oder andere Funktionsträger ihre Schwierigkeiten hatten. Jeder Landesverband versucht natürlich so gut es geht, seine Funktionsträger fortzubilden, aber die Idee, das bundeseinheitlich anzubieten, gefiel mir von Anfang an.
In bislang 3 Sitzungen stellten wir 4 Module zusammen, die wir in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landesvorständen in beliebiger Abfolge den Teilnehmern näher bringen wollen. Dabei können auch einzelne Module ausgelassen werden. Die Fortbildung wird jeweils von zwei Trainern durchgeführt, die sich gegenseitig ergänzen können. Hauptaugenmerk liegt auf der Vertiefung sozialer Kompetenzen, Haltung, Selbstverständnis (als Gruppenleitung und als Verband), Teamentwicklung sowie Regeln und Formalien. Die Landesverbände erhalten einen Grundstock, den sie individuell ergänzen oder variieren können, so dass die Besonderheiten der Länder in jedem Fall berücksichtigt werden können.
Der Arbeitskreis hat für das Basisseminar die folgenden Module ausgewählt, die mit einigen Stichworten kurz umrissen werden:
Modul 1: Selbstverständnis und Identität
- Wer sind wir? Wozu sind wir da?
- Wo sind unsere Wurzeln?
- Wie funktioniert unser Verband?
Modul 2: Gruppenleitung
- Wie funktioniert eine Gruppe?
- Wie geht sie mit Konflikten um?
- Wie sichern wir die Nachfolge?
Modul 3: Regeln und Formalien (Rechtliches)
- Versicherung, Haftung, Datenschutz
- Satzung, Vereinsrechtliches
- Neutralität und Unabhängigkeit der DVMB
- Wie setzen wir unsere Regeln und Formalien um?
Modul 4: Öffentlichkeitsarbeit
- Wozu Öffentlichkeitsarbeit?
- Wie spreche ich welche Kooperationspartner/ Zielgruppe an? Mit welchen Mitteln?
- Wie trete ich in der Öffentlichkeit als Vertreter der DVMB auf?
- Wie gewinnen wir und halten wir Mitglieder?
Ganz sicher wird es kein trockenes Herunterrattern von Inhalten, sondern wir sehen uns eher als Moderatoren und wollen an den Wissensreichtum der Gruppensprecher und Funktionsträger anknüpfen.Jeder Teilnehmer bekommt zum Abschluss ein Handout und einen Leitfaden mit nach Hause, um auch später nochmals nachlesen zu können, was dort besprochen wurde. Ebenso wird jeder ein Zertifikat erhalten (ohne Prüfung). In Zukunft werden die Krankenkassen bei der finanziellen Unterstützung verstärkt darauf achten, dass die Gruppenleitung eine fundierte Ausbildung besitzt. Im Sommer 2011 wird es einige Probeseminare geben. Hier werden wir noch einmal überprüfen, ob unsere Arbeit den Bedarf und die Ansprüche der Gruppenleitungen deckt. Bis dahin werden noch möglichst viele engagierte Mitglieder zu Trainern ausgebildet. Unser Wunsch ist es, dass sich in jedem Landesverband ein bis zwei Mitstreiter fänden. Mittlerweile ist bereits ein ansehnlicher Trainerstamm zusammengekommen.Um noch einmal auf meine Eingangsfrage nach meinem Grund für die Teilnahme am Arbeitskreis zurückzukommen: ich denke, jeder Funktionsträger, ob nun Gruppensprecher oder Schatzmeister, soll heutzutage ein Rüstzeug für die Betreuung seiner Gruppe an die Hand bekommen. Dabei möchte ich gern mithelfen. Keiner darf dabei allein gelassen werden. Daher ist diese Schulung auch langfristig ausgelegt.Mein Wunsch für die Zukunft: ich wäre sehr froh, wenn sich möglichst viele Gruppensprecher bereiterklären, sich schulen zu lassen.
Anschrift der Verfasserin: Julius-Fengler-Str. 37, 30880 Laatzen

