Seminarbericht: „Referentenausbildung Teil IV in Leipzig“

von Ingo Bachmann

Referentenausbildung Teil IV in Leipzig

Ludwig Hammel, Cristina Galfetti und Prof. Herbert Kellner schulen seit 2008 Mitglieder speziell als Referenten der DVMB. Der Teilnehmerkreis reduziert sich zwar ein wenig mit jeder Stufe - Anspruch und erlangtes Niveau der Referenten dürften dagegen stetig gewachsen sein. Der Bundesvorstand investiert mit jährlich drei Ausbildungsveranstaltungen nicht wenig Kraft, um einen festen Kreis von DVMB-Referenten heranzubilden. Damit wird dem unverändert großen Bedarf, Informationen über das Krankheitsbild Morbus Bechterew und über das bundesweite Netzwerk der DVMB zu verbreiten, entsprochen.

Vortrag von Ludwig Hammel

Nachdem sich bereits im Mai Teilnehmer zur Referentenausbildung Teil II in Frankfurt trafen, fanden im September in Köln Teil IV und Anfang Dezember die dritte Jahresveranstaltung in Leipzig statt. 12 Teilnehmer aus den Landesverbänden fanden sich ein, um diesmal als besondere Aufgabe einen eigenen Vortrag in der Gruppe zu erarbeiten und gemeinsam zu präsentieren. Zum „Aufwärmen“ gab es  zunächst zwei inhaltlich sehr unterschiedliche Beispielvorträge durch Ludwig Hammel, die er unlängst zusammengestellt und gehalten hatte: „Aufrichtoperation bei AS - ein Erfahrungsbereich und mehr“  und „Patientenbeteiligung bei der Entwicklung der NVL Kreuzschmerz“. Der Inhalt und die Art der Präsentation wurden durch die Schulungsteilnehmer gemeinsam mit der erfahrenen Trainerin Cristina Galfetti analysiert und Schlussfolgerungen für die eigene anstehende Ausarbeitung gezogen.

Für die Vortragsausarbeitung wurden drei Gruppen per Los gebildet

Für die Vortragsausarbeitung wurden drei Gruppen per Los gebildet. Auch über das Thema hatte das Los zu entscheiden: Morbus Bechterew und Sport; Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew; Die Behandlung des Morbus Bechterew. Letzteres fiel meiner Vierergruppe zu. Für das Erarbeiten waren uns drei Stunden Zeit gegeben, diese galt es gut zu nutzen. Gemeinsam wurde das Thema analysiert, eine grobe Gliederung sowie eine thematische Feingliederung für den Vortrag erarbeitet. Je zwei Teilnehmer in der Gruppe nahmen sich zweier Teilpunkte an und bearbeiteten diese nun anhand vorliegender Bücher, Präsentationen und Broschüren. Das Ganze war gleich im Folienformat als Präsentation zu gestalten.

 

Anschließend hielten alle Gruppen ihre ausgearbeiteten Vorträge, wobei jedem Teilnehmer ein Teil zukam. Das war ganz spannend, einen Vortrag zu viert zu halten und die Ergebnisse waren nicht übel. Jeder gehaltene Vortrag wurde im Detail ausgewertet und es gab viele Anregungen, was gut gelungen war und worauf noch mehr zu achten sein wird - eine klasse Erfahrung für jeden der Teilnehmer. Die Kommunikationstrainerin Cristina Galfetti machte ebenso ihr Statement zu jedem Vortrag und Referenten.

Anschließend hielten die Gruppen ihre Vorträge

Prof. H. Kellner, München, der die Referentenausbildung von Anfang an ebenso betreut, gab in seinem medizinischen Teil am Sonntag einen Überblick über die neuesten Erkenntnisse zum Morbus Bechterew. So stellte er einen „SpA-Rechner“ zur Frühdiagnose der axialen Spondyloarthritis (Diagnose-wertberechnung nach Prof. M. Rudwaleit) vor. Unverändert besteht das Hauptproblem in der erheblich verzögerten Diagnose, so dass eine wirksame Therapie immer noch zu spät einsetzt und bis dahin vollkommen unnötige Diagnosekosten an der Tagesordnung sind. Dabei kann bereits ohne aufwendige laborative und bildgebende Diagnoseverfahren eine hohe Diagnosewahrscheinlichkeit erreicht werden – durch Anamnese und die Einschätzung klinischer Faktoren. Weitere Informationen gab Prof. H. Kellner bei der mittlerweile traditionellen Fragestunde der Teilnehmer über Neuigkeiten bei den NSAR, über Erfahrungen bei 15 Jahren Anwendung von TNF-alpha-Blocker, Knochendichtemessungen und Osteoporose-Therapie.

Die Therapeutenschulung Teil IV erhielt wiederum höchste Bewertungen und Dankesworte an die Organisatoren seitens der Teilnehmer. „Beim nächsten Mal, im nächsten Jahr, sind wir wieder dabei“ – darin waren sich alle einig.