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Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 119 (Dezember 2009)
Infusionen oder Injektionen?
Vorlieben der Morbus-Bechterew-Patienten bei der Anti-TNF-alpha-Therapie
von Dessy W. Fajri, Caroline A. Brand, Shyamali C. Dharmage, Belinda J. Martin, Russell R. C. Buchanan und Lionel Schachna, Victoria, Australien
Die Anti-TNF-alpha-Therapie hat einen neuen Standard gesetzt in der Behandlung schwerer Verläufe der Spondylitis ankylosans (MBJ Nr. 94 S. 32–33, Nr. 95 S. 19–20, Nr. 96 S. 21–22, Nr. 97 S. 11, Nr. 98 S. 16–17 und S. 22, Nr. 99 S. 13–22, Nr. 101 S. 25–26 und S. 57, Nr. 102 S. 5-9, Nr. 103 S. 25–26, Nr. 106 S. 15–16, Nr. 107 S. 7–8 und S. 18, Nr. 108 S. 21, Nr. 111 S. 10–11, Nr. 113 S. 6–8, Nr. 114 S. 10–11 und 18–19, Nr. 115 S. 20–22).
Es scheint kaum einen Unterschied zu geben zwischen der Wirksamkeit des durch intravenöse Infusionen (Einleitung in eine Vene) verabreichten Medikaments Infliximab (Handelsname Remicade) und der Wirksamkeit der durch subkutane Injektionen (Spritzen unter die Haut) verabreichten Medikamente Etanercept (Handelsname Enbrel) und Adalimumab (Humira) auf die Wirbelsäulenbeschwerden. Genaue Vergleiche bei denselben Patienten wurden allerdings nicht durchgeführt.
In vielen Ländern beeinflussen die Krankenkassen mit ihrer Erstattungspolitik die Auswahl zwischen den verfügbaren Medikamenten. In anderen Ländern ist die Erstattungspflicht gesetzlich geregelt, ohne Unterschied zwischen infundierten und injizierten TNF-alpha-Hemmern. In solchen Fällen kann man die Patienten in die Entscheidung einbeziehen, welcher Verabreichungsart der Vorzug gegeben wird.
Patientenbefragung nach den Entscheidungsgründen
Um herauszufinden, welche Gründe für Morbus-Bechterew-Patienten bei der Medikamentenauswahl eine Rolle spielen, haben wir einen auf Telephongesprächen beruhenden Fragebogen entworfen, in dem die Patienten gebeten wurden, 19 mögliche Gründe für ihre Entscheidung zwischen infundierten und injizierten TNF-alpha-Hemmern auf einer 5-Punkte-Skale zwischen starker Zustimmung und starker Ablehnung zu bewerten. Die möglichen Gründe wurden in keiner bestimmten Reihenfolge angeordnet. Patienten, die nacheinander mit mehreren TNF-alpha-Hemmern behandelt wurden, wurden gebeten, die Gründe für ihre Entscheidung beim zuerst gegebenen Medikament anzugeben.
Alle Morbus-Bechterew-Patienten, die in der Austin-Spondylitis-Klinik (der einzigen auf Morbus Bechterew spezialisierten Klinik im australischen Staat Victoria) mit TNF-alpha-Hemmern behandelt wurden, waren zur Teilnahme aufgerufen. Von der Teilnahme ausgeschlossen waren Patienten mit der Diagnose einer entzündlichen Darmerkrankung (denn für sie ist Infliximab das Mittel der Wahl) und Patienten, die bereits vor dem 1. April 2005 mit dem damals einzigen Medikament Infliximab behandelt wurden.

© Copyright Christian BOB Born, Freiburg
Studienergebnisse
74 der 93 aufgeforderten Patienten (80%) füllten den Fragebogen aus. Der zuerst verschriebene TNF-alpha-Hemmer war bei 39% der Antwortenden Infliximab, bei 43% Etanercept und bei 18% Adalimumab (wohl wegen dessen späterer Markteinführung). 66% der Patienten gaben an, dass sie mit dem verschriebenen Medikament sehr zufrieden sind.
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