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Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 121 (Juni 2010)
Beurteilungsmaßstäbe für die Spondylitis ankylosans:
Wie kann die Art der Behandlung begründet und ihr Erfolg überprüft werden?
von den DVMB-Forschungspreisträgern Prof. Dr. med. Jürgen Braun und Prof. Dr. med. Joachim Sieper
Die etablierte Therapie der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) besteht in der Krankengymnastik und der Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), auch gemäß internationalen Empfehlungen (MBJ Nr. 103 S. 24, Nr. 113 S. 36–37).
Das Therapie-Spektrum wurde in den vergangenen Jahren durch Medikamente erweitert, die das entzündungsförderne Zytokin (Botenstoff) TNF-alpha hemmen. Unter der TNF-Blockade bessern sich die wesentlichen Beschwerden wie entzündlicher Rückenschmerz und Morgensteifigkeit meist schon nach wenigen Tagen. Auch frühe Formen einer Spondyloarthritis (entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung) sprechen gut auf eine Anti-TNF-Therapie an.
Für welche Patienten die Anti-TNF-Therapie in Frage kommt, wie die Therapie überwacht werden soll und wann sie abgebrochen werden soll, wurde in Empfehlungen der Assessment of SpondyloArthritis international Society (ASAS) festgelegt (MBJ Nr. 95 S. 19, Nr. 102 S. 8, Nr. 103 S. 24). Im Folgenden werden die dafür verfügbaren und verwendeten Messverfahren und Beurteilungskriterien dargestellt, denn sie werden auch im Morbus-Bechterew-Journal immer wieder zitiert.
| Bereiche | empfohlene Maßstäbe |
|---|---|
| 1. Krankheitsaktivität (Schmerzen, Morgensteifigkeit) | BASDAI (Tabelle 2), ASDAS, MASES (Tabelle 3) |
| 2. Funktion (Behinderung, Beweglichkeit, Aktivität, Teilhabe) | BASFI, BASMI (Tabellen 4 und 5) |
| 3. Knöcherne Veränderungen | mSASSS, RASSS |
| 4. Allgemeines Patientenurteil, akzeptabler Gesundheitszustand | BAS-G (Tabelle 6) |
| 5. Besserung und Beschwerdefreiheit | ASAS-Kriterien (Tabelle 7) |
| 6. Lebensqualität | ASASQoL |
Beurteilte Krankheitsaspekte
Welche Bereiche bei der Beurteilung des Krankheitsverlaufs berücksichtigt werden sollten und welche Mess- und Beurteilungsverfahren dafür geeignet sind, ist in Tabelle 1 zusammengestellt.
Unter dem Begriff Krankheitsaktivität werden verschiedene Aspekte einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung zusammengefasst. Für die Patienten sind meist die Schmerzen von größter Bedeutung, aber auch die Morgensteifigkeit kann sehr beeinträchtigend sein.
Beim Morbus Bechterew kommen Einschränkungen in der Wirbelsäulenbeweglichkeit hinzu, die z.T. durch die Entzündungsaktivität bedingt sind und z.T. durch knöcherne Veränderungen. Die knöchernen Veränderungen werden am besten durch Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht. Im Zusammenhang mit der Funktion ist auf die erhebliche Bedeutung von Einschränkungen der Aktivität und Teilhabe am öffentlichen Leben im Sinne der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung (ICF, MBJ Nr. 116 S. 9) hinzuweisen.
Bedeutung des Patientenurteils
Das Patientenurteil hat in der letzten Zeit deutlich mehr Gewicht bekommen als das Arzturteil, da die subjektiven Patientenangaben primär und original sind. Der Arzt bezieht meist objektive Parameter wie Labor und bildgebende Befunde in sein Urteil mit ein, die aber mit den Beschwerden des Patienten oft nicht korrelieren: Es gibt Patienten ohne Schmerzen und mit wenig Steifigkeit, die aber erhöhte CRP-Werte und Entzündungszeichen im Magnetresonanzbild aufweisen, und umgekehrt. Die Arzteinschätzung ist meist etwas positiver als die des Patienten.
Diese Aspekte spielen auch bei einem kürzlich neu erkannten Bereich eine Rolle, dem für den Patienten akzeptablen Gesundheitszustand. Der Patient bewertet dabei, ob die Auswirkungen der Erkrankung zum jetzigen Zeitpunkt akzeptabel oder verbesserungsbedürftig sind.
Parameter wie allgemeine Patientenzufriedenheit, die von zunehmender gesundheitspolitischer Bedeutung sind, schließen mehrere Ebenen der gesundheitlichen Versorgung eines Patienten ein. Hierbei können z. B. auch Wartezeiten auf medizinische Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen.
Die Lebensqualität der Patienten ist ebenfalls ein zusammengesetzter Parameter, der in der Regel körperliche und psychische Aspekte mit einbezieht. Bei Morbus-Bechterew-Patienten sind meist die Einschränkung der Beweglichkeit und die Rolle, die dies für sie im Leben spielt, von größter Bedeutung.
Nutzen-Risiko- und Nutzen-Kosten-Verhältnis
Neben der Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln (Nutzen-Risiko-Verhältnis) spielen heutzutage Bewertungen der Kosten im Verhältnis zum Nutzen eine zunehmende Rolle. Neben direkten Kosten (Medikamente, Hilfsmittel, Arzt, Krankenhaus) und indirekten Kosten (Einkommensverluste, Zusatzkosten) spielen sozioökonomische Betrachtungen eine Rolle, die Berufstätigkeit, Arbeitsausfall, Berentung usw. berücksichtigen.
Anforderungen an die Beurteilungsverfahren
Für Studien spielt vor allem die Beurteilung der Krankheitsaktivität, der Beweglichkeit, der knöchernen Veränderungen und der Lebensqualität eine Rolle.
Für die Auswahl der dargestellten Mess- und Beurteilungsverfahren wurden u. a. folgende Kriterien zugrunde gelegt:
- Die Beurteilungsverfahren sollen medizinisch relevant sein und in Praxis und/oder Forschung eingesetzt werden.
- Sie sollen frei verfügbar und allgemein zugänglich sein (kein Erwerb erforderlich).
- Die Messungen sollen einfach durchzuführen sein, d. h. ohne aufwendiges Gerät.
- Die Durchführung der Messungen soll kein hochspezialisiertes Training erfordern.
- Sie sollen im Wesentlichen patientenbasiert sein.
Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Verfahren kurz vorgestellt. Eine detailliertere Darstellung findet sich im Bechterew-Brief Nr. 88 S. 17–21 und im Heft 13 der DVMB-Schriftenreihe). Geeignete Formulare finden Sie hier.
| 1. Wie ausgeprägt war Ihre Erschöpfung/Müdigkeit in den vergangenen 7 Tagen insgesamt? |
| 2. Wie ausgeprägt waren Ihre durch den Morbus Bechterew bedingten Nacken-, Rücken- oder Hüftschmerzen in den vergangenen 7 Tagen insgesamt? |
| 3. Wie ausgeprägt waren Ihre Schmerzen/Schwellungen in anderen Gelenken in den vergangenen 7 Tagen insgesamt? |
| 4. Wie ausgeprägt waren Ihre Beschwerden in berührungs- oder druckempfindlichen Körperstellen in den vergangenen 7 Tagen insgesamt? |
| 5. Wie ausgeprägt war die Morgensteifigkeit nach dem Aufwachen in den vergangenen 7 Tagen insgesamt? |
| 6. Wie lange hielt die Morgensteifigkeit nach dem Aufwachen in den vergangenen 7 Tagen im Durchschnitt an? |
| Die Bewertung erfolgt auf einer Analogskala oder einer numerischen Skala mit Werten von 0 bis 10. Der Mittelwert der Fragen 5 und 6 wird zur Summe der anderen Werte hinzuaddiert, bevor die Gesamtsumme durch 5 geteilt wird. |

- Bild 1: Die „44-Gelenke-Zählung“ (44 Joint Count) als Beispiel einer Gelenkbeurteilung bei der Spondylitis ankylosans. Zusätzlich zu dem bei der rheumatoiden Arthritis eingesetzten „28 Joint Count“ werden hier auch die Schlüsselbein-Brustbein-Gelenke, die Schulter-Eck-Gelenke, die Sprunggelenke und die Zehengrundgelenke erfasst.
Krankheitsaktivität
Eine Beurteilung der Krankheitsaktivität bei der Spondylitis ankylosans wurde in den letzten Jahren vor allem mit dem „Bath Ankylosing Spondylitis Diasease Activity Index“ (BASDAI) vorgenommen (Tabelle 2).
Kürzlich wurden von C. Lukas, R. Landewé und J. Sieper die Vorarbeiten für einen datenbasiert entwickelten „Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score“ (ASDAS) vorgestellt. Darin gehen Schmerzen, Morgensteifigkeit, allgemeines Patientenurteil und als „objektiver Parameter“ der CRP-Laborwert ein.
Auch unabhängig davon werden zur Bestimmung der Entzündungsaktivität Labormessungen eingesetzt, vor allem CRP und Blutsenkungsgeschwindigkeit. Im Bereich der Bildgebung eignet sich vor allem die Magnetresonanztomographie für die Suche nach Entzündungszeichen. Zur quantitativen Erfassung steht das ASspiMRI-a zur Verfügung (MBJ Nr. 109 S. 16), heute zumeist in modifizierter Form, sowie zwei weitere Maße aus Kanada und England. Die Korrelation dieser Maßstäbe mit den patientenorientierten Maßstäben zur Beurteilung der Krankheitsaktivität ist begrenzt.
Für die Beurteilung der peripheren Gelenkbeteiligung (außerhalb der Wirbelsäule) wurde bei der Spondylitis ankylosans der „44 Joint Count“ verwendet (Bild 1). Grundsätzlich sind Beurteilungsverfahren, die auf der Addition betroffener Gelenke beruhen, bei den Spondyloarthritiden problematisch, weil hier in der Regel nur wenige Gelenke betroffen sind, das Maß also auf Veränderungen kaum reagiert.
Für die Bestimmung der Sehnenan-satzbeteiligung (Enthesitis) gibt es keine internationale Übereinstimmung. In Studien wird meist der Maastricht Ankylosing Spondylitis Enthesitis Score (MASES) eingesetzt (Tabelle 3).
| Empfindlichkeit im Bereich: |
| 1. Rippenknorpelgelenk rechts/links |
| 7. Rippenknorpelgelenk rechts/links |
| Hinterer oberer Darmbeinstachel rechts/links |
| Vorderer oberer Darmbeinstachel rechts/links |
| Darmbeinkamm rechts/links |
| Dornfortsatz des 5. Lendenwirbelkörpers |
| Oberer Achillessehnenansatz rechts/links |
| Die untersuchte Region ist entweder empfindlich und wird mit „1“ bewertet oder nicht („0“). Der MASES hat einen Wertebereich von 0 bis 13. |
Funktion und Beweglichkeit
Funktion (Behinderung bei Alltagsverrichtungen) und Beweglichkeit sind für Patienten mit Spondylitis ankylosans wichtige Maße für den Krankheitsverlauf. Eine Beurteilung der Funktion wurde in den letzten Jahren vor allem mit dem „Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index“ (BASFI) vorgenommen (Tabelle 4) und Messungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit vor allem mit dem „Bath Ankylosing Spondylitis Metrology Index“ (BASMI, Tabelle 5). Von den drei veröffentlichten Versionen des BASMI wird nur der 10-stufige und der lineare BASMI (MBJ Nr. 109 S. 15) empfohlen.
Leider enthält der BASMI nicht die Atembreite, im Gegensatz zum „Edmonton Ankylosing Spondylitis Metrology Index“ (EDASMI, (MBJ Nr. 110 S. 16), der dieses für Morbus-Bechterew-Patienten wichtige Maß enthält.
| Können Sie… |
| 1. ohne Hilfe und Hilfsmittel (z.B. Strumpfanzieher) Socken oder Strümpfe anziehen? |
| 2. sich ohne Hilfe von der Hüfte aus nach vorn beugen, um einen Kugelschreiber vom Boden aufzuheben? |
| 3. ohne Hilfsmittel (z. B. Greifzange) etwas von einem hohen Regal herunternehmen? |
| 4. von einem Stuhl ohne Armlehne aufstehen, ohne dabei die Hände oder eine andere Hilfe zu benutzen? |
| 5. ohne Hilfe vom Boden aufstehen, wenn Sie auf dem Rücken liegen? |
| 6. ohne Schmerzen 10 Minuten stehen, ohne sich anzulehnen? |
| 7. ohne Benutzung eines Geländers oder von Gehhilfen 12–15 Treppenstufen steigen, 1 Schritt pro Stufe? |
| 8. über die Schulter schauen, ohne den Körper zu drehen? |
| 9. körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten (z. B. krankengymnastische Übungen, Gartenarbeit oder Sport)? |
| 10. zuhause oder bei der Arbeit den ganzen Tag aktiv sein? |
| Die Bewertung erfolgt auf einer Analogskala oder einer numerischen Skala mit Werten von 0 bis 10. Die 10 Antworten werden addiert und durch 10 geteilt. |
| Wirbelsäulenseitneigung (Mittelwert rechts/links) in cm |
| Lendenwirbelsäulenbeugung (modifiziertes Schober-Maß) in cm |
| Tragus-Wand-Abstand in cm |
| Halswirbelsäulen-Drehwinkel (Mittelwert rechts/links) in Grad |
| Maximaler Fußknöchelabstand in cm |
| Jedem der 5 Maße wird ein Wert von 0 bis 10 zugeordnet, bei 10-stufigen BASMI nach einer Tabelle, beim linearen BASMI nach einer Kurve oder Formel. Die Summe wird durch 5 geteilt. |
Knöcherne Veränderungen
Die Untersuchung auf knöcherne Wirbelsäulenveränderungen erfolgt in seitlichen Röntgenaufnahmen der Hals- und Lendenwirbelsäule. Zur quantitativen Erfassung wird heute der mSASSS (MBJ Nr. 96 S. 8 und Nr. 101 S. 16) verwendet. Bei ihm werden die knöchernen Veränderungen an den Vorderkanten der Hals- und Lendenwirbelsäule bewertet mit Werten von 0 für normal bis 3 für Ankylose (knöcherne Überbrückung). Der mSASSS ist empfindlich genug, um Veränderungen innerhalb von 2 Jahren zu erfassen. Die Zunahme um einen Punkt entspricht einem halben Syndesmophyten (von der Wirbelkante ausgehende Knochenneubildung) in der Hals- oder Lendenwirbelsäule.
Allgemeines Patientenurteil
Die Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands durch den Patienten ist der Standard für die Patientenposition. Die Antwort auf ein oder 2 einfache Fragen zum Gesundheitszustand wird auf einer Skala markiert, z.B. eim Bath Ankylosing Spondylitis Global Score (BAS-G, Tabelle 6).
Ein neues Konzept ist der „Patient Acceptable Symptom State“ (PASS). Hierbei wird das Ausmaß der Beschwerden abgefragt, welches der Patient subjektiv für sich als akzeptabel einschätzt. Auf dieser Grundlage können Schwellenwerte für andere Parameter des Krankheitsverlaufs ermittelt werden, die in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sehr verschieden ausfallen können.
| 1) Welche Auswirkung hatte die Krankheit auf Ihr Wohlbefinden während der vergangenen Woche? |
| 2) Welche Auswirkung hatte die Krankheit auf Ihr Wohlbefinden während der letzten 6 Monate? |
| Der BAS-G wird als Mittelwert beider Antworten berechnet. |
ASAS-Besserungskriterien
Die von der ASAS entwickelten Kriterien für eine relative Besserung oder gar teilweise Beschwerdefreiheit umfassen die Bereiche Schmerz, Morgensteifigkeit, Funktion und allgemeines Patientenurteil (Tabelle 7, MBJ Nr. 113 S. 5). Der Schmerz wird mit einer Analogskala oder einer numerischen Skala beurteilt. Für die Morgensteifigkeit (als Maß für die Entzündung) werden die Fragen 5 und 6 des BASDAI (Tabelle 2) verwendet. Für die Funktion wird der gesamte BASFI (Tabelle 4) verwendet und für das allgemeine Patientenurteil wiederum eine Analog- oder numerische Skala.
Die ASAS-20-Besserungskriterien fordern eine relative Verbesserung um mindestens 20% und eine absolute Verbesserung um mindestens 1/10 der Skalenlänge in mindestens 3 der 4 Bereiche, wobei im vierten Bereich keine Verschlechterung eingetreten sein darf. Da diese Kriterien auf der Basis von NSAR-Daten entwickelt wurden, sind sie dafür gut geeignet.
Für eine partielle Remission (teilweise Beschwerdefreiheit) wird ein Wert von höchstens 2/10 der Skalenlänge in allen 4 Bereichen gefordert.
Bei Studien mit TNF-alpha-Hemmern werden die strengeren ASAS-40- bzw. die ASAS-5/6-Kriterien bevorzugt (Tabelle 8).
| 1. Rückenschmerz gesamt (BASDAI-Frage 2) |
| 2. Ausmaß und Dauer der Morgensteifigkeit (BASDAI- Fragen 5 und 6) |
| 3. Behinderung bei Alltagsverrichtungen (gesamter BASFI) |
| 4. Patientenbeurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands |
| Das ASAS-20-Besserungskriterium ist erfüllt, wenn in mindestens 3 dieser 4 Bereiche eine relative Besserung um 20% und eine absolute Besserung um 1/10 der Skalenlänge eingetreten ist und im vierten dieser Bereiche keine Verschlechterung. |
| Das ASAS-40-Besserungskriterium ist erfüllt, wenn in mindestens 3 dieser 4 Bereiche eine relative Besserung um 40% und eine absolute Besserung um 2/10 der Skalenlänge eingetreten ist und im vierten dieser Bereiche keine Verschlechterung. |
| Das ASAS-Kriterium für eine partielle Remission ist erfüllt, wenn der Wert in jedem dieser 4 Bereiche unter 2/10 der Skalenlänge liegt. |
| 1. Rückenschmerz gesamt (BASDAI-Frage 2) |
| 2. Ausmaß und Dauer der Morgensteifigkeit (BASDAI- Fragen 5 und 6) |
| 3. Behinderung bei Alltagsverrichtungen (gesamter BASFI) |
| 4. Patientenbeurteilung des allgemeinen Gesundheitszustands |
| 5. Einschränkung der Wirbelsäulen-Seitneigung, gemessen wie beim BASMI |
| 6. Entzündungs-Laborwert (CRP oder Blutsenkungsgeschwindigkeit) |
| Das ASAS-5/6-Besserungskriterium ist erfüllt, wenn in mindestens 5 dieser 6 Bereiche eine relative Besserung um 20% eingetreten ist. |
Beeinträchtigung der Lebensqualität
Neben dem allgemein gebräuchlichen (nicht krankheitsspezifischen) Instrument SF-36 wurde auch ein krankheitsspezifischer „Ankylosing Spondylitis Quality of Life questionnaire“ (ASQoL) vorgeschlagen. Dieser wird von der ASAS jedoch nicht empfohlen, weil er als Firmenprodukt nicht öffentlich zugänglich und kostenpflichtig ist. Ein frei zugänglicher Fragebogen für die Lebensqualität bei Spondylitis ankylosans, der ASASQoL, befindet sich in Arbeit (MBJ Nr. 115 S. 37–38).
Schlussbemerkung
Wie Sie nebenbei sehen konnten, wird auch auf dieser Baustelle vorläufig keine Ruhe einkehren, nachdem für die Spondylitis ankylosans immer wieder neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten gefunden werden und die zugehörigen Beurteilungskriterien geschaffen werden müssen.
Weiter Informationen und die Fragebögen finden Sie auf unserer Seite Messverfahren zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs
Anschriften der Verfasser:
Rheumazentrum Ruhrgebiet,
St.-Josefs-Krankenhaus
Landgrafenstr. 15, 44652 Herne
Charité – Universitätsmedizin Berlin,
Campus Benjamin Franklin
Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin
Quelle:
Patientengemäße Fassung eines
in der Zeitschrift für Rheumatologie
Band 68 (2009) S. 30–36 erschienenen Artikels (dort mit ausführlichem Literaturverzeichnis)

