Blog

DVMB 3.0?

Erstellt von KR |

Fluch & Segen der Digitalisierung (in) der Selbsthilfe – AOK-Fachtagung in Berlin

Auf in die Hauptstadt, um die DVMB gen Web 3.0 zu führen!? Wir waren für euch auf der AOK-Fachtagung "Digitalisierung (in) der Selbsthilfe. Fluch oder Segen?" und haben im Jahr 2018 festgestellt: das Thema ist noch immer von einer großen Skepsis und Unsicherheit bestimmt. Die Sorge betrifft vor allem den Datenschutz und die Datensicherheit, da wir im Gesundheitswesen und in der Selbsthilfe mit besonders sensiblen Daten konfrontiert sind.

Aktuelle Best-Practice-Ansätze, die im dritten Panel vorgestellt wurden, beweisen aber, dass es bereits erfolgreiche Modelle dafür gibt, dass mensch beispielsweise Apps in der Selbsthilfe nutzen kann. Und das gewinnbringend für den Betroffenen! Gerlinde Bendzuck, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e. V., präsentierte uns die App "Rheuma-Auszeit" von der Deutschen Rheuma-Liga e. V. (DRL) und die Kommunikationsplattform "CED-Intranet" der Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung e.V (DCCV), die rege von den jeweiligen Mitgliedern genutzt werden - und das von Jung & Alt! Als besonders aktivierende Variante der digitalen Möglichkeiten lernten wir in Berlin die Steuerungsapp "RheVITAL" kennen, die Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten zur Erhaltung ihrer Arbeits- und Erwerbsfähigkeit systemgestützt empowern soll und zur besseren medizinischen Versorgung der Betroffenen beitragen soll. Derzeit noch ein Work-in-Progress bindet das Projekt Betroffene, die DRL sowie die behandelnden Facharztgruppen ein. Wir sind gespannt auf das Endergebnis!

In einem Worldcafé am Ende der Tagung haben wir intensiv mit anderen Selbsthilfegruppen darüber diskutiert, welche Ängste mit der Digitalisierung verbunden sind, ob der digitale Austausch den persönlichen Kontakt verdrängt und welche Unterstützung wir uns bei der Umsetzung von digitalisierten Projekten wünschen. Ob nun Selbsthilfe bei Trigeminusneuralgien, Essstörungen, Allergien & Co.: alle waren sich einig, dass das Digitale und Persönliche sich nicht zwangsläufig ausschließen. In virtuellen und geschützten Räumen kann durch Sicht- & Hörkontakt eine sehr persönliche Atmosphäre geschaffen werden, mehr noch als bspw. bei einem Telefongespräch. Für Menschen, die auf dem Land leben, bietet die Digitalisierung möglicherweise bessere Chancen, in Kontakt mit anderen Betroffenen zu treten. Wenn denn Deutschland endlich mit der Internetversorgung aufholt.

Fluch oder Segen der Digitalisierung? Beides! Wir nehmen die ohnehin unaufhaltsame Digitalisierung in unserer globalisierten Welt als Chance an, die wir für uns Bechtis wohl durchdacht und unter Wahrung des Datenschutzes ergreifen sollten. Was wir in der Selbsthilfe dafür aber auch brauchen, sind verlässliche, konkrete und transparente Vorgaben seitens des Gesetzgebers. Das Deutsche Ärzteblatt meldete am 22. November 2018: "Neues E-Health-Gesetz verzögert sich". Bereits langjährig diskutierte Ziele wie die Elektronische Patientenakte oder das E-Rezept werden vom Bundesgesundheitsministerium (BGM) abermals verschoben; erst in der ersten Hälfte 2019 soll das E-Health-Gesetz II verabschiedet werden. Spannend bleibt abzuwarten, ob das BMG tatsächlich ein Gesetzesvorhaben realisiert, durch das harte Strafen bei Missbrauch des Datenschutzes oder dem Einsehen der Patientenakte durch Unbefugte verhängt werden könnten.

Die DVMB steht deutlich dafür ein: Digitalisierung bedeutet unumstößlich, dass die Datenhoheit immer beim Patienten liegen muss!

Übrigens: wir arbeiten derzeit an einer Bechterew-App....seid gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden!

Eure DVMB-Webredaktion

P. S.: Und immer daran denken: nach dem Lesen dieses Blogs unbedingt mal fix um den Block laufen, so wie ich nach dem Schreiben: Bechtis brauchen Bewegung!

Zurück
IMG_2638.JPG
Dank WLAN im ICE digital unterwegs gen Berlin!
IMG_2648.JPG
Der Chefredakteur der "Gesundheit & Gesellschaft" moderierte gekonnt die Tagung.
IMG_2656.JPG
Bye, bye Berlin! Wir nehmen viel Input mit!
Blog.jpg
Endlich mal gescheite Werbegeschenke: ein Sitzkissen & ein biologisch abbaubarer Kuli!