Bechti-Alphabet: A wie Arzttermin

A: Arzttermin oder „Wie bereite ich mich auf einen Arzttermin vor?“

Facharzttermine sind Mangelware und als Patient muss ich unter Umständen (sehr) lange darauf warten. Umso wichtiger ist es, dass ich mich gut auf einen solchen Termin vorbereite.
Aber was ist wirklich wichtig? Das hängt davon ab, ob es mein erster Termin bei dem Arzt ist oder „nur“ ein Folgetermin.
Als ersten sollte ich mir einen Medikamentenplan erstellen.
Übrigens: Wer dauerhaft mehr als drei verschriebene Medikamente einnimmt oder anwendet, der hat einen Anspruch auf einen ärztlich erstellten Medikationsplan (siehe auch: "Medikationsplan schafft Übersicht"). Wichtig ist, dass jeder meiner Ärzte (egal ob nun Zahnarzt, Hautarzt oder auch der Rheumatologe) weiß bzw. wissen sollte, welche Medikamente in welcher Dosierung ich einnehme. Aber auch die von mir selbstgekauften Präparate (wie z.B. Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, homöopathische Mittel etc.) gehören auf diesen Plan.
Denn wie heißt es so schön: keine Wirkung ohne Nebenwirkung!

Weiter geht es mit meiner persönlichen Vorbereitung: Beim Ersttermin sollte ich auf jeden Fall alle meine einschlägigen Vorbefunde mitbringen (Röntgen- oder CT/MRT-Bilder und Berichte). Hilfreich ist auch eine Art Timeline, also eine Auflistung, seit wann ich welche Beschwerden habe.
Wichtig hierbei sind natürlich auch Operationen und gestellte Diagnosen und dass auch, wenn ich als Patient der Meinung bin, dass dieses unerheblich sei.
Von Vorteil ist es, wenn diese Unterlagen als chronologische Mappe geordnet vorliegen. So kann man/Arzt ggf. schneller spezielle Berichte finden.

Und was mache ich, wenn mich der Rheumatologe schon kennt? Auch hier sollte ich vorher überlegen, was alles seit dem letzten Kontrolltermin so passiert ist.

  • War ich krank (ggf. mit Fieber)?
  • musste ich operiert werden?
  • habe ich das Gefühl, das mir die verordneten Medikamente (noch) helfen oder nicht? Habe ich sie überhaupt genommen, wenn nein, warum nicht?
  • habe ich irgendwelche Nebenwirkungen (neue, bestehende, veränderte)?
  • falls Blutkontrollen über den Hausarzt gemacht wurden, wie sind die Werte?
  • hatte ich in der Zwischenzeit einen Schub? Wenn ja, wie hat er sich bemerkbar gemacht?
  • hatte oder habe ich geschwollene Gelenke (auch Veränderungen dabei)?
  • wie ist es mir generell in der Zwischenzeit ergangen?
  • Sind neue Erkrankungen diagnostiziert worden, besteht der Verdacht oder sind neue Beschwerden hinzugekommen oder haben sich bestehende Beschwerden verändert (ggf. anderes ärztliches Fachgebiet)?

Und als letzter Teil meiner Vorbereitung steht die Überlegung: „Habe ich Fragen an meinen Arzt?“
Und auch hier gilt: schriftlich ist besser. Gerade bei Terminen, die nur sporadisch oder gar erstmalig/einmalig stattfinden, ist es wichtig, dass ich mir meine Fragen vorab notiere.
Denn häufig kommt eine gewisse Nervosität dazu und prompt habe ich die Hälfte der Fragen vergessen. Wenn ich mir aber einen Zettel mache und meine gestellten Fragen dann auch abhake, geht keine dieser hier notierten Fragen „verloren“. Bei besonders wichtigen Antworten sollte ich mich zudem nicht scheuen mir auch die Antworten zu notieren oder den Arzt zu bitten z.B. bei Empfehlungen diese für mich (leserlich) aufzuschreiben.

Zur Unterstützung der Vorbereitung auf den Termin beim Rheumatologen kann ich auch einen Vorbereitungsbogen von der Service-Seite der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) herunterladen (Link siehe unten).

Mit den gesammelten Unterlagen und notierten Fragen sollte ich für den anstehenden Facharztbesuch gut gerüstet sein.

Außerdem kann ich mich auch auf der Seite "Ich beim Arzt" in verschiedenen Sprachen informieren, worauf ich achten muss.

Zurück