DVMB-Forschungspreis 2020 für Untersuchungen zur Diagnose und Therapie der axialen Spondyloarthritis

von Prof. Dr. Ernst Feldtkeller, München, Redaktion Morbus-Bechterew-Journal

Zum 13. Mal hat die DVMB den DVMB-Forschungspreis für „die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschen Sprachraum auf dem Gebiet der Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und verwandter Krankheiten (Spondyloarthritiden)“ ausgeschrieben. Gemäß den Preis-Statuten wurde ein Kuratorium aus namhaften Wissenschaftlern gebildet, das die Aufgabe hatte, die eingegangenen Arbeiten zu bewerten. Dem Kuratorium gehörten diesmal folgende Wissen-schaftler an:
Dr. med. Heinrich BÖHM, Bad Berka,
Privatdozent Dr. med. Lothar KRAUSE, Dessau,
Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann, Wiesbaden,
Prof. Dr. med. Stefan REHART, Frankfurt am Main,
Prof. Dr. med. Martin RUDWALEIT, Bielefeld,
Dr. med. Uwe SCHWOKOWSKI, Ratzeburg, und
Prof. Dr. med. Edward SENN, München.
Das Kuratorium beschloss bei seiner Sitzung am 4. März 2020 in Frankfurt am Main, den Forschungspreis zu vergeben an Privatdozentin
Dr. med. Hildrun HAIBEL, Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin für ihre Arbeit.

 

„Gesundheitsversorgung und Krankheitslast bei Personen mit axialer Spondyloarthritis in Deutschland“.

Hildrun HAIBEL hat von 1992 bis 1994 an der Universität Leipzig und von 1994 bis 1999 an der Freien Universität Berlin Medizin studiert und promovierte 2007 mit einer Doktorarbeit über die „Therapie der ankylosierenden Spondylitis mit Leflunomid, Anakinra und Adalimumab“ zum Dr. med. Sie habilitierte sich 2015 in Berlin wiederum mit einer Arbeit zur Therapie der axialen Spondyloarthritis.

Seit 2010 ist sie Fachärztin für Innere Medizin und seit 2011 Fachärztin für Rheumatologie. Sie hat in der Abteilung Rheumatologie im Berliner Campus Benjamin Franklin über viele Jahre die Studienambulanz geleitet und viele Studien auf dem Gebiet der Spondyloarthritiden konzipiert, durchgeführt und publiziert im. Derzeit hat sie die Aufsicht über die Station und Poliklinik. Sie ist Mitglied der ASAS (Assessment of SpondyloArthritis international Society), in der Spondyloarthritis-Forscher aus aller Welt zusammenarbeiten und sich in regelmäßigen Workshops treffen.
Ziel der prämierten Arbeit war ein Vergleich der medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapie durch Rheumatologen und Nicht-Rheumatologen. Das Besondere der Untersuchung war, dass auch Patienten befragt wurden, die nicht durch Rheumatologen betreut werden und dass dadurch besonders gut Versorgungslücken aufgedeckt werden konnten Wichtigstes Ergebnis war, dass von den rheumatologisch betreuten Patienten ein deutlich höherer Anteil mit Biologika als besonders wirksamen Medikamenten behandelt wurde. Auch bekam ein signifikant größerer Anteil Krankengymnastik verordnet. Außerdem war unter den durch Rheumatologen betreuten Patienten ein signifikant größerer Anteil Mitglied einer Selbsthilfeorganisation (Deutsche Rheuma-Liga oder Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew).

Zweiter Preisträger ist Dr. med. Fabian PROFT,
Klinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Rheumatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Er erhielt den Preis für seine Arbeit

„OptiRef – eine Studie zur Evaluierung des Nutzens einer digitalen Selbstüberweisung bei Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit einer axialen Spondyloarthriits“.

Fabian PROFT, geboren 1984 in Berlin, studierte von 2004 bis 2011 Medizin an der Universität München und promovierte dort 2015 mit einer Arbeit über Autoimmunkrankheiten zum Dr. med. Seit 2016 gehört er zum Ärzte-Team der Abteilung Rheumatologie im Campus Benjamin Franklin in Berlin, wo er die Studienambulanz leitet und sich intensiv mit der axialen Spondyloarthritis und der Psoriasis-Arthritis und deren Früherkennung beschäftigt. Er ist Mitglied der ASAS (Assessment of SpondyloArthritis international Society) und der GRAPPA (Group for Research and Assessment of  
Psoriasis and Psoriatic Arthritis), die er in unterschiedlichen Gremien aktiv mitgestaltet.
In seiner durch den DVMB-Forschungspreis prämierten Arbeit beschreibt er eine Internetbasierte Beurteilungsmethode, die er und seine Mitverfasser entwickelt haben, um Patienten die Möglichkeit zu geben, selbst zu prüfen, ob es sich bei ihren chronischen Rückenschmerzen wahrscheinlich um eine axiale Spondyloarthritis handelt, und sich dann gegebenenfalls an einen Rheumatologen zu wenden. In fast 20% der Fälle wurde in diesen Fällen tatsächlich eine axiale Spondyloarthritis festgestellt.
Die DVMB würdigt mit der Verleihung dieser Forschungspreise die richtungsweisenden Beiträge zur Rolle der rheumatologischen Versorgung bei Morbus-Bechterew-Patienten und zur Verkürzung der immer noch zu langen Diagnoseverzögerung.
Das Preisgeld von 7500 € wurde wie in den vergangenen Jahren gestiftet von der Abbvie Deutschland GmbH & Co. KG in Wiesbaden. Wir danken dem Sponsor für diese großzügige Unterstützung.

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