Keine Beeinträchtigung einer Schwangerschaft durch eine Anti-TNF-Therapie des Mannes

Patientengemäßer Bericht über die Veröffentlichung „Pregnancy Outcomes in Couples with Males Exposed to Longterm Anti–tumor Necrosis Factor–α Inhibitor Therapies“ von Mihaela C. Micu, Monika Østensen und 10 weiteren Verfassern, erschienen in Journal of Rheumatology Band 46 (2019) S. 1084–1088

Viele Spondyloarthritis-Patienten haben gerade im Alter der Familiengründung so intensive Beschwerden, dass sie auf eine Behandlung mit TNF-alpha-Blockern angewie-sen sind, um die Beschwerden auf ein erträgliches Maß zu senken. In einschlägigen Empfehlungen wird vorsichtshalber geraten, in dieser Zeit auf Nachkommen zu verzichten, weil über die Auswirkungen einer Anti-TNF-Therapie auf den Schwangerschaftsverlauf zu wenig bekannt ist.

Dr. Mihaela MICU und ihre rumänischen Mitverfasser sind in Zusammenarbeit mit der norwegischen Rheumatologin Prof. Dr. Monika ØSTENSEN der Frage nachgegangen, ob eine Anti-TNF-Therapie des männlichen Partners einen negativen Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf haben kann.

Studienergebnisse

In 6 rumänischen Rheumazentren waren von 202 männlichen Spondyloarthritis-Patienten, die über mehr als 12 Monate mit einem TNF-Blocker behandelt wurden, 27 an 33 Schwangerschaften beteiligt. Daraus gingen 30 gesunde Kinder hervor. 3 Schwangerschaften wurden aus persönlichen Gründen abgebrochen.
Tabelle 1 zeigt den Geburtsverlauf bei den 33 Schwangerschaften mit Morbus-Bechterew-Patienten als Vätern, die mit TNF-Blockern behandelt wurden, im Vergleich zu 12.142 Schwangerschaften in der Allgemeinbevölkerung. Bei den Schwangerschaften mit Patientenbeteiligung trat keine erhöhte Anzahl von Schwangerschaftskomplikationen oder missgebildeten Kindern auf. Alle Patientenkinder wurden gesund geboren mit einem Geburtsgewicht zwischen 2800 und 4400 Gramm. Die vorzeitig (in der 36. Schwangerschaftswoche) geborenen Kinder hatten ein Geburtsgewicht zwischen 3300 und 3800 Gramm.
Ein Patient wechselte 2 Monate vor der Empfängnis von Adalimumab zu Etanercept, ein anderer von Infliximab zu Etanercept. Alle anderen setzten die Anti-TNF-Therapie kontinuierlich fort.
Bei 5 mit Adalimumab behandelten Patienten wurden vor Beginn der Therapie und 12 Monate danach die Spermien untersucht. Bei keinem Patienten wurden Abweichungen von der Norm gefunden. Ein solches Ergebnis wurde auch in anderen Studien unter der Behandlung mit Infliximab, Etanercept oder Adalimumab gefunden.
Schlussfolgerung
Die in Rumänien durchgeführte Studie hat das beruhigende Ergebnis, dass unter einer langjährigen Anti-TNF-Therapie des männlichen Partners keine negativen Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die Neugeborenen beobachtet wurden.

 

Tabelle 1: Schwangerschaftsverlauf bei den Partnerinnen der Patienten im Vergleich zur

 

 

Allgemeinbevölkerung

Patienten-Partnerin

Allgemeinbevölkerung

 

 

Anzahl Schwangerschaften......................................

33

12.142

 

 

Lebendgeburten .......................................................

91%

80%

 

 

Totgeburten................................................................

0%

1%

 

 

Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche..........

20%

11%

 

 

Lebendgeburt auf natürlichem Weg.........................

93%

98%

 

 

Lebendgeburt durch Kaiserschnitt...........................

7‘%

2%

 

 

Geburtsgewicht über 2500 Gramm...........................

100%

99%

 

 

spontane Fehlgeburten.............................................

0%

9%

 

 

angeborene Missbildungen......................................

0%

1%

 

 

 

 

 

 

 

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