Selbsthilfe in der Corona-Krise – Erschwerter Start ins neue Jahr 2022 für Morbus-Bechterew-Erkrankte

Morbus-Bechterew-Betroffene benötigen Bewegung und Begegnung.

 

400 Ortsgruppen mit ehrenamtlichen Gruppenleitern/Gruppenleiterinnen sind seit zwei Jahren bemüht die Bewegungs- und Begegnungsangebote für Morbus-Bechterew-Betroffene zu erhalten. Geschlossene Schwimmbäder und Turnhallen, immer wieder neuen Kontaktbeschränkungen und die Angst vor Ansteckung erschweren jedoch die Bedingungen enorm. Gruppenschließungen und Mitgliederkündigungen sind die Folge.

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. benötigt dringend Hilfestellung bei der digitalen Transformation – um Bewegung und Begegnung virtuell anzubieten. Virtuelle Angebote können einen Ausgleich schaffen, sind jedoch noch nicht flächedeckend umsetzbar.

Gute Beispiele gilt es daher zu multiplizieren. So setzt die Gruppe Ludwigshafen, die sich vor Corona einmal die Woche zur Trockengymnastik und einmal zur Wassergymnastik getroffen hat, aktuell Bewegung digital um. „Wir wissen, wie wichtig Bewegung für die Morbus-Bechterew-Erkrankten ist. Daher bin ich dankbar, dass wir mit unserem Physiotherapeuten Jimmy ein digitales Angebot geschaffen haben. Es war eine Umstellung und es ersetzt nicht die persönliche Begegnung, aber es ist eine bessere Alternative als Nichts.“ sagt der Gruppensprecher Ernst Kuppinger. Aktuell trifft sich die Gruppe Ludwigshafen montags und donnerstags abends für ca. 50-60 Minuten im virtuellen Raum. Jeder turnt in seinem heimischen Wohnzimmer.

„Es gilt die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew bundesweit digital zu transformieren. Dies ist jedoch bei ca. 400 Gruppen nur mit Bereitstellung von digitalen Endgeräten, einer umfangreichen Wissensvermittlung, sowie der Gewinnung von Ehrenamtlichen zur Gründung von digitalen Gruppen möglich. Wir wollen koordiniert helfen und das geht nicht rein ehrenamtlich und ohne finanzielle Unterstützung“, so der Vorsitzende Peter Hippe. Bereits vor der Bundestagswahl hat die DVMB in ihren Kernforderungen an eine neue Bundesregierung daher deutlich gemacht, dass die digitale Transformation der Selbsthilfe dringend Unterstützungsbedarf durch die Politik benötigt. Nun wiederholt sie diese Forderungen um Gehör zu finden und entsprechende Finanzmittel bereitgestellt zu bekommen.
Die Forderungen finden Sie unter: www.bechterew.de/presse

Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. ist eine von ca. 100.000 Selbsthilfeorganisationen in Deutschland. Sie ist seit 42 Jahren tätig und vertritt die Interessen für Morbus-Bechterew-Patienten und Angehörige. Als Dachverband steuert sie mit Hilfe engagierter Ehrenamtlicher in ca. 400 örtlichen Gruppen das bundesweite Handeln und Auftreten der DVMB und vertritt die Interessen von über 14.500 Mitgliedern. Als eine der größten deutschen Patientenorganisationen fordert die DVMB von einer neuen Bundesregierung insbesondere in der Ausrichtung der Gesundheits- und Sozialpolitik die Belange der chronisch Erkrankten mit zu stärken. Als Verband benötigt die DVMB die Unterstützung aus dem Bereich der Engagement-Politik, um die Selbsthilfe vor Ort auszubauen.

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