Ernährung bei Morbus Bechterew
Foto Ruth Kurz „Morbus Bechterew AKTIV“ der Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew.

Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 125 (Juni 2011)

Ernährung bei Morbus Bechterew und anderen Spondyloarthritiden

von Dr. med. Gudrun Lind-Albrecht, Düsseldorf

Viele Diäten und Ernährungsempfehlungen fangen mit Verboten und Einschränkungen an. Wir erfahren, was wir nicht oder nicht so oft essen oder trinken sollen. Das ist dann nicht selten auch noch gerade das, was uns bisher eigentlich gut schmeckte oder das, was einfach praktisch war im Einkaufen, in der Vorratshaltung und im (schnellen) Zubereiten.

Auch wenn wir rein von der Vernunft her verstehen, dass die Gefahr eines Schubs beim Morbus Bechterew oder die Gefahr einer Zweiterkrankung durch eine bestimmte Ernährungsweise offenbar wächst, so ist es doch sehr schwer, durch Verzicht und Einschränkung von unseren Gewohnheiten und innersten „Gelüsten“ wegzukommen. Der innere Schweinehund wird den meisten von uns immer wieder dazwischenfahren.

Etwas einfacher dürfte es aber für uns sein, Neues auszuprobieren oder Dinge, die wir bereits tun, zu verstärken, wenn wir erfahren, dass sie sehr gesund und gut für uns sind – gemäß dem Wahlspruch aus dem Qigong „Das Gute stützen“. Es gibt keine Ernährungsweise, die von A bis Z nur und ausschließlich schlecht und ungesund ist. Wenn wir Anteile in unserer gewohnten Ernährungsweise finden, die gesund sind, dann werden wir eher bereit sein, diese zu verstärken, um uns etwas Gutes zu tun.

In den folgenden Heften des Morbus-Bechterew-Journal werden wir Schritt für Schritt einzelne Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelgruppen vorstellen, die aus verschiedenen Gründen sehr gesund und gerade für Morbus-Bechterew-Patienten besonders empfehlenswert sind.

Wir werden eine Art Steckbrief der einzelnen Nahrungsmittel zusammenstellen, die Besonderheiten der Inhaltsstoffe auflisten und deren Wirkungsweise erklären. Wir werden aber auch aufzeigen, wie schnell einige Inhaltsstoffe durch eine sorglose Aufbewahrung oder Zubereitung zerstört werden können.

Wir werden so Schritt für Schritt zeigen, dass es viele Nahrungsmittel gibt, die im Zusammenspiel aus einer Fülle von Inhaltsstoffen sehr viel mehr leisten können, als es ein Nahrungsergänzungsmittel je vermag.

Wir möchten mit dieser Reihe sowohl diejenigen von Ihnen ansprechen, die sich bereits mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt haben, aber auch diejenigen neugierig machen, die sich bisher dem Thema verweigerten.

Viel Spaß beim Lesen – und später auch bei der Umsetzung!

Anschrift der Verfasserin:
RHIO – Rheumatologie, Immunologie, Osteologie am Evangelischen Krankenhaus Fürstenwall 99, 40217 Düsseldorf