Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 127 (Dezember 2011)

Rettet den Arzt vor dem Mediziner!

Bericht vom Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie 2011 in München

Von Prof. Dr. Ernst Feldtkeller, Redaktion Morbus-Bechterew-Journal

Bild 1: Prof. Dr. Ekkehard GENTH (rechts) hielt die Laudatio zur Ernennung des Morbus-Bechterew-Forschers Sjef VAN DER LINDEN aus Maastricht (Niederlande, links) zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.
Bild 1: Prof. Dr. Ekkehard GENTH (rechts) hielt die Laudatio zur Ernennung des Morbus-Bechterew-Forschers Sjef VAN DER LINDEN aus Maastricht (Niederlande, links) zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Der diesjährige Rheumatologenkongress fand vom 31. August bis zum 3. September in München statt, im Internationalen Congress-Centrum, das in den 1990er Jahren auf dem Rollfeld des aufgelassenen Flughafens München-Riem erbaut wurde. Mit festlicher Renaissancemusik eröffneten die Blechbläser der Münchner Staatsoper den von 2200 Teilnehmern besuchten Kongress.
Im Rahmen der Kongresseröffnung wurde Prof. Dr. Sjef VAN DER LINDEN von der Universität Maastricht (Niederlande) für sein Lebenswerk zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie ernannt (Bild 1). Älteren Lesern ist er durch zahlreiche Veröffentlichungen im Bechterew-Brief bekannt. Im Jahr 2000 leitete er die Patientenbefragung zum Thema Wirbelfrakturen bei Morbus Bechterew und im Jahr 2001 die Studie zum Wirksamkeitsnachweis der Radontherapie im Gasteiner Heilstollen.

Podiumsdiskussion zur Zukunft des Arztberufs

Unter der Überschrift „Wie können wir den Arzt vor dem Mediziner retten?“ diskutierten Vertreter der Ärzte, der Krankenkassen und der Politik über die Zukunft der Arzt-Patientenbeziehung. Die Rheumatologen Prof. Dr. Stefan SCHEWE und Prof. Dr. Peter HERZER aus München beklagten, dass durch die in Berlin beschlossene Honorarreform das Gespräch zwischen Arzt und Patient geringer bewertet wird als technische Leistungen und der Arzt manche „Leistungen“ nur deshalb erbringen muss, damit er seine Praxis erhalten kann oder die Klinik auf ihre Kosten kommt. Der Medizin-Ethiker Prof. Dr. Paul Ulrich UNSCHULD aus Berlin (Bild 2) erinnerte daran, dass noch vor 100 Jahren die europäischen Staaten die Volksgesundheit als Teil ihrer Stärke bewerteten und förderten, während heute der Markt darüber bestimmt, was Gesundheit kostet und wer sie sich leisten kann. Der Arzt verliert dadurch zusehends an Ansehen und junge Leute, die gerne Arzt geworden wären, wenden sich einem Beruf zu, in dem weniger unsinnige Entscheidungen aus finanziellen Gründen von ihnen erwartet werden. Der Bayerische Gesundheitsminister Dr. Markus SÖDER sieht eine Ursache dieser Probleme in der Funktionärsmedizin, in der die Vertreter mächtiger Ärztegruppen im Gemeinsamen Bundesausschuss über das Schicksal von 80 Millionen Bürgern beschließen und Patienten kein Stimmrecht haben („der UN-Sicherheitsrat ist wesentlich transparenter als dieses Gremium“).

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