Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 127 (Dezember 2011)

Nahrungsmittel-Steckbrief „Zimt“

Dr. med. Gudrun Lind-Albrecht, Rheumatologie, Immunologie, Osteologie am Ev. Krankenhaus Düsseldorf

Die Weihnachtszeit naht – und welcher Geruch ist mehr mit Advent und Weihnachten verbunden als der von Zimt?
In Zimtsternen, Zimtwaffeln, Lebkuchen, in Bratäpfeln, Zimtquark, Milchreis mit Zimt und Glühwein taucht Zimt
als geruchs- und geschmacksintensiver Anteil auf.

Zimtsterne (mit Zimt und Haselnüssen)
Zimtsterne (mit Zimt und Haselnüssen)

Dem Zimt werden von jeher einige gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben – wenn es nicht der mit hohem Cumarin-Gehalt behaftete chinesische Zimt (Cassia) ist, der vor ein paar Jahren wegen der leberschädigenden Wirkung (zumindest im Tierversuch) in die Schlagzeilen kam, sondern der Original-Zimt aus Ceylon, (Sri Lanka) und Indien.
Zimt, botanisch Cinnamon verum, ist ein uraltes Würz- und Heilmittel. Schon vor 4000 Jahren wurde der indische Zimt nach Ägypten importiert. Bereits 2700 v. Chr. ist Zimt in chinesischen Arzneibüchern als Heilmittel aufgeführt.
Von den alten Griechen und den Römern wurde Zimt sehr gerne als anregendes, magenstimulierendes, harntreibendes und antibakterielles Gewürz verwandt. Hippokrates liebte Zimt als Magenmittel.
In der chinesischen Medizin ist seine wärmende (Yang fördernde), stoffwechselanregende und sogar schmerzstillende Eigenschaft beschrieben und wird vor allem bei Kältegefühl der Arme/Beine, bei Appetitmangel, bei Durchfall, bei Bauchschmerzen und bei Wehenschwäche unter der Geburt empfohlen.

Zimtstangen: zusammengerollte Zimtbaum-Rinde
Zimtstangen: zusammengerollte Zimtbaum-Rinde

Laut Feng shui kann man mit Zimt-Duft den finanziellen Wohlstand herbeilocken. Laut Ayurveda bereitet Zimt für meditative Prozesse, für den Zugang zur eigenen Seele vor.
Der Ceylon-Zimtbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse und wird bis zu 10 m hoch. Um die Zimtrinde zu gewinnen, lässt man aber nur eine Strauchhöhe zu, fällt diese Sträucher nach ein paar Jahren, und wartet dann ab, bis sich Schösslinge an den Stümpfen bilden. Diese Schösslinge werden dann nach 2 Jahren geerntet, die Blätter und die äußere Rinde entfernt, um dann an die innere Rinde zu gelangen – diese wird abgeschält, und in mehreren Lagen an der warmen Luft getrocknet. Dabei rollt sich die Zimtrinde zu den Zimtstangen auf. Erst dabei entsteht durch natürliche Umsetzungsprozesse (Fermentation) die typische braune Zimtfarbe. Nun teilt der „Zimtkoster“ die Zimtstangen streng nach Qualität in Preisklassen ein. Leider kommen die hohen Qualitätsstufen nicht in den Handel nach Europa.

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