Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 128 (März 2012)

Ausdauer-Training verbessert die Fitness
von Morbus-Bechterew-Betroffenen

Ergebnisse einer Studie des Universitätsspitals Zürich und
der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew

von Dr. phil. Karin Niedermann, Physiotherapeutin, Institut für Physiotherapie, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur, Schweiz

Die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew organisiert (wie die DVMB) seit ihrer Gründung im Jahr 1978 Gruppentherapie für Morbus Bechterew, im Sinne der ASAS/EULAR-Empfehlungen , nach denen Bewegungsübungen neben der medikamentösen Therapie Eckpfeiler der Morbus-Bechterew-Therapie sind. Die Übersichtsstudie des medizinischen Netzwerks Cochrane zur Physiotherapie bei Morbus Bechterew zeigte, dass die Wirksamkeit der Bewegungsübungen gut belegt ist: Übungen zur Beweglichkeitserhaltung und -verbesserung sind wirksam, besonders wenn sie in Gruppen durchgeführt werden, die von Physiotherapeuten geleitet werden, unabhängig davon, ob als Trockenübungen oder als Wassergymnastik. Andererseits waren Parameter wie Herz-Kreislauf- oder Knochengesundheit gar nicht untersucht. Die Zeit war deshalb reif für eine Physiotherapiestudie, welche die Wirksamkeit eines Herz-Kreislauf-Trainings untersuchte.

Teufelskreis von Schmerzen und körperlicher Inaktivität

Schmerzen und Müdigkeit beeinträchtigen die Bereitschaft zu körperlicher Aktivität. Geringe körperliche Aktivität ihrerseits vermindert die allgemeine Fitness und kann das Herz-Kreislauf-Risiko sowie das Risiko für Osteoporose erhöhen. Auch ein Vitamin-D-Mangel (wegen weniger im Freien verbrachter Zeit) trägt zu einem erhöhten Herz-Kreislauf- und Osteoporose-Risiko bei.

Ziel der Studie

Ziel der Studie war, die Auswirkungen eines Herz-Kreislauf-Trainings im Vergleich zu Informationen und Strategien für den Umgang mit dem Morbus Bechterew zu untersuchen, und zwar in Bezug auf körperliche Fitness und allgemeine körperliche Aktivität, auf typische Krankheitssymptome wie Schmerzen und Müdigkeit sowie auf den Vitamin-D-Spiegel.

Einteilung in zwei Gruppen nach dem Zufallsprinzip

Die Studienteilnehmer wurden von Rheumatologen und aus den Reihen der SVMB-Mitglieder rekrutiert. 2008 waren es zunächst 51 Morbus-Bechterew-Betroffene, vor allem aus dem Großraum Zürich und der Nordostschweiz. 2009 wurde die Studie geografisch erweitert um nochmals 58 Teilnehmer aus den Kantonen Zürich, Aargau, Basel, Bern, Graubünden, Luzern/Zug, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau. Dieser Aufwand war notwendig, um eine statistisch aussagekräftige Teilnehmerzahl zu erreichen. Die Teilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip der Trainingsgruppe oder der Schulungsgruppe zugeordnet. Diese „Randomisierung“ war wichtig, damit die Ergebnisse nicht durch die Vorlieben der beteiligten Patienten, der rekrutierenden Ärzte oder der Studienverantwortlichen beeinflusst wurden. Deshalb sollten sich die Teilnehmenden auch an ihre Zuteilung und an die entsprechenden Vorgaben halten.

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