Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 128 (März 2012)

War da was?
Erbschaft aus dem Neandertal?

von Prof. Dr. Ernst Feldtkeller

So mancher von uns hat sich schon darüber geärgert, dass er von seinen Eltern und Vorfahren ausgerechnet ein Gen geerbt hat, das die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung am Morbus Bechterew heraufsetzt. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es schlimmere Gene gibt und schlimmere Krankheiten, die von entsprechenden Genen zum Teil sogar unausweichlich hervorgerufen werden. Da ist es ein Trost für uns, zu erfahren, dass das HLA-B27 auch seine Vorteile hat, indem es uns bei der Abwehr bestimmter Infektionskrankheiten hilft, so dass die entsprechenden Viren viel mehr Grund haben, das HLA-B27 zu verfluchen. Dr. ARCHER bezeichnete das HLA-B27 in seinem Bericht2 sogar als ein besonders nützliches Gen. Außerdem bekommen die meisten der 8% HLA-B27-Träger in Mitteleuropa keinen Morbus Bechterew. Das HLA-B27 ist also nicht „Täter“, sondern schafft nur Gelegenheiten. Dass das HLA-B27 in nördlichen Breiten viel häufiger vorkommt als im Süden (Bild 1), dürfte damit zusammenhängen, dass die Influenza (Grippe), gegen die das HLA-B27 weniger anfällig macht, im Norden häufiger ist als im Süden. Im Zusammenhang mit den geogra-phischen Unterschieden in der Häufigkeit des HLA-B27 ist ein kurzer Artikel interessant, der kürzlich in der Süddeutschen Zeitung erschien. Er befasst sich mit den „Neandertalern“ jenen Urmenschen mit ihren dicken Augenwülsten und mächtigen Kiefern, die während der letzten Eiszeit mit ihren Steinwerkzeugen Europa und Teile Asiens durchstreiften und vor 30.000 Jahren vom aus Afrika eingewanderten Homo sapiens verdrängt wurden. Katrin BLAWAT schreibt in der „Süddeutschen“:

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