Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 129 (Juni 2012)

Bewegungsübungen bei Morbus Bechterew

Wirksamkeit auf Schmerzen, Beweglichkeit, Atmung und Lebensqualität

von Dr. Ebru Aytekin, Dr. Nil Sayiner Çaglar, Dr. Levent Özgönenel, Dr. Sule Tütün,
Dilay Yilmaz Demiryontar und Dr. Saliha Eroglu Demir, Istanbul, Türkei

Therapieziel beim Morbus Bechterew ist die Linderung der Schmerzen, die Aufrechterhaltung der Beweglichkeit und die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Die ärztliche Behandlung besteht im Wesentlichen in der Verschreibung von Medikamenten und Krankengymnastik, wobei der Krankengymnastik eine besondere Bedeutung zukommt zur Erhaltung der Beweglichkeit, der Kondition und der Muskelstärke.
Für den Langzeiterfolg zur Ermöglichung eines normalen Lebens besonders wichtig sind beim Morbus Bechterew die häuslichen Bewegungsübungen.
Während es zur Wirksamkeit von Medikamenten sehr viele wissenschaftliche Studien gibt, haben wir uns vorgenommen, durch eine wissenschaftliche Studie die Wirksamkeit häuslicher Bewegungsübungen auf Schmerzen, Krankheitsaktivität, Beweglichkeit, Atemkapazität, Behinderung und Lebensqualität zu untersuchen.

Wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit häuslicher Bewegungsübungen

Teilnehmer an der Studie waren 80 Morbus-Bechterew-Patienten, die zwischen Mai 2007 und April 2008 ambulant in der Abteilung Physikalische Medizin und Rehabilitation des Trainings- und Forschungskrankenhauses in Istanbul behandelt wurden. Ausschlusskriterien waren Gelenk-Prothesen, Bluthochdruck, Herzkreislauf-Krankheiten, Atemwegserkrankungen und Auffälligkeiten im Röntgenbild des Brustkorbs.
Alle Teilnehmer wurden in Bezug auf die Krankheit individuell geschult. Ein Übungsprogramm mit Übungen zur Steigerung der Beweglichkeit der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, zur Muskeldehnung und stärkung und zur Verbesserung der Haltung sowie Atemübungen wurde durch einen Physiotherapeuten praktisch eingeübt. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer ein Anleitungsheft für die Bewegungsübungen.
Die Teilnehmer führten Protokoll über die Häufigkeit und Dauer der Übungen. Die Patienten, die das Übungsprogramm fünfmal wöchentlich mindestens 30 Minuten lang ausführten (Übungsgruppe), wurden verglichen mit den Patienten, die weniger als 5mal wöchentlich übten (Vergleichsgruppe).

Studienergebnisse

Die Übungsgruppe bestand aus 34 Patienten und die Vergleichsgruppe aus 32 Patienten. 14 der ursprünglich 80 Teilnehmer konnten bei der Auswertung nicht berücksichtigt werden, davon 10 wegen Nichterscheinen zu den Messungen nach drei Übungsmonaten und 4 wegen Änderung der Therapie mit Basismedikamenten (Sulfasalazin, TNF-alpha-Blocker usw.) während der drei Monate. In den Grund-Daten bestand kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

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