Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 130 (September 2012)

Bundesdelegiertenversammlung 2012

von Peter Koncet, Recklinghausen, Mitglied des DVMB-Bundesvorstands

Franz GADENZ kandidierte bei der turnusmäßig anstehenden Vorstandswahl im Rahmen der diesjährigen Bundesdelegiertenversammlung – wie bekannt – nicht mehr für den Vorstandsvorsitz. So galt es, unseren langjährigen Vorsitzenden zu Beginn der Versammlung im thüringischen Oberhof gebührend zu verabschieden. Sein engagiertes Wirken als Bundesvorsitzender der DVMB wird sicherlich Spuren im Verband hinterlassen. Zahlreiche Weggefährten ehrten ihn mit Dankesgrüßen und Wünschen für die kommende Zeit.

Die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Frau Prof. Dr. Erika GROMNICA-IHLE, überreichte dem bisherigen DVMB-Vorsitzenden Franz Gadenz die Ehrenmedaille der DRL.
Die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Frau Prof. Dr. Erika GROMNICA-IHLE, überreichte dem bisherigen DVMB-Vorsitzenden Franz Gadenz die Ehrenmedaille der DRL.

Als erste überbrachte die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga (DRL), Frau Prof. Dr. Erika GROMNICA-IHLE die Glückwünsche ihres Vorstands. Sie hob hervor, dass Franz Gadenz seit 2002 nicht nur die DVMB in der Präsidenten-konferenz vertrat, deren Vorsitz er auch inne hatte, sondern auch im Ausschuss für Gesundheit und Sozialpolitik seine hohe Fachkompetenz einbrachte. Besonders dankbar war sie ihm für seine große Akribie im Ausschuss der Satzungskommission, wo er der im vergangenen Jahr verabschiedeten Satzung der DRL den letzten Schliff gegeben habe. Sie dankte für sein Engagement, welches er wirkungsvoll nicht nur für die Interessenvertretung der DVMB und der DRL einbrachte, sondern für alle rheumakranken Menschen. Er hat mit seinem Wesen zur guten Zusammenarbeit zwischen der DRL und der DVMB beigetragen. Sie überreichte ihm die Ehrenmedaille der DRL.

Der nächste Dank kam von der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew (SVMB), vertreten durch ihren Geschäftsführer René BRÄM und den Vize-Präsidenten Roland BRUNNER. Sie betonten, dass sie mit ihm in all den Jahren einen konstruktiven und angenehmen Partner hatten und ihn sogar als einen Freund gewonnen hätten. In seinem launigen Grußwort wies Roland Brunner auf manche Anekdote hin und erwähnte, dass Franz Gadenz seit 1996 auch SVMB Mitglied ist.

Trotz eines gebrochenen Fußes ließ es sich unser Ärztlicher Berater, Dr. med. Heinrich Karl BÖHM aus dem nahen Bad Berka, nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen und für die gute Zusammenarbeit zu danken.

Für den Vorstand des DVMB-Bundesverbands erinnerte Peter HIPPE an die Verdienste und Wegmarken, die Franz Gadenz während seiner Amtszeit gesetzt hatte. Beispielhaft nannte er die Überarbeitung der Satzung, die Umgestaltung des Morbus-Bechterew-Journal, die Einführung eines neuen Logos in Form einer Wortmarke, das »Zukunftspapier DVMB 2020« und die Neugestaltung unseres Internetauftritts. Diese Initiativen trugen dazu bei, den Bekanntheitsgrad der DVMB zu erhöhen. Dafür ist ihm der Verband ebenso dankbar wie für den Ausbau der Seminarangebote in den letzten Jahren. Als besonderen Meilenstein in der Geschichte der DVMB hat Franz Gadenz die Deutsche Morbus-Bechterew-Stiftung ins Leben gerufen. Sein seriöses und kompetentes Auftreten hat in den 10 Jahren seiner Amtszeit das Ansehen der DVMB nachhaltig geprägt. Ebenso werden sein kollegiales und freundschaftliches Verhalten und sein Auftreten im Vorstand und nach außen hoch geschätzt.

Ludwig HAMMEL als Geschäftsführer wies trotz der vielen konstruktiven Auseinandersetzungen mit dem scheidenden Vorsitzenden darauf hin, dass diese stets fair, sachlich und zum Wohle der DVMB geführt wurden und er und die Geschäftsstelle ihm gerne zugearbeitet haben. Auch weiterhin wolle er hier und da nicht auf seinen Rat verzichten.

In einer sehr emotionalen Dankesrede sprach Franz Gadenz davon, dass es ihm hin und wieder vorkam, als sei die Arbeit mühsam gewesen und es ihm auch manchmal zu langsam voranging. Doch es ging immer um den Verband und nicht um persönliche Interessen. Dass alle getroffenen Entscheidungen stets von einer großen Mehrheit getragen wurden, mache ihn stolz. Er bedankte sich bei allen, die ihn in all den Jahren mit Rat und Tat unterstützt haben. Ein besonderer Dank ging an den Geschäftsführer Ludwig Hammel und an die Geschäftsstelle, sowie an Prof. Dr. Ernst FELDTKELLER für die Federführung der Mitgliederzeitschrift, deren Redaktion er seit dem Bechterew-Brief Nr. 6 (September 1981) angehört. Alle Anstrengungen, einen solchen Verband zu führen, sind aber nur mit einem starken Rückhalt zu meistern, den ihm viele Weggefährten und vor allem die Familie und seine Lebenspartnerin gaben.

Ehre wem Ehre gebührt

Eine Videoeinspielung zeigte die Verleihung der Carol-Nachman-Medaille am 4. Mai 2012 in Wiesbaden an Prof. Dr. Ernst FELDTKELLER. Diese hohe Auszeichnung erhielt der vom Morbus Bechterew betroffene Wissenschaftler dafür, dass es ihm „in einzigartiger Weise gelungen ist, als Nicht-Mediziner komplexe medizinische Forschungsarbeiten zum Morbus Bechterew zu recherchieren und für die breite Mitgliedschaft der DVMB allgemein verständlich und praxisrelevant darzustellen. Mit seinem großen Engagement hat er die Arbeit der Selbsthilfe innerhalb der Rheumatologie wesentlich gestärkt.“ Mit großem Applaus gratulierte der Verband nachträglich zu der Auszeichnung mit dieser Medaille.

Dr. Denis PODDUBNYY mit seiner Frau (die an diesem Tag Geburtstag hatte) und Tochter. In der zweiten Reihe Gerlinde und Helmut VETTER, 1986–1992 Schatzmeister der DVMB.
Dr. Denis PODDUBNYY mit seiner Frau (die an diesem Tag Geburtstag hatte) und Tochter. In der zweiten Reihe Gerlinde und Helmut VETTER, 1986–1992 Schatzmeister der DVMB.

Professor Feldtkeller oblag es, die Laudatio für die diesjährigen Preisträger des DVMB-Forschungspreises zu halten. Das Kuratorium aus namhaften Wissenschaftlern hielt sowohl die Arbeit von Frau Dr. med. Uta KILTZ vom Rheuma-Zentrum Ruhrgebiet, St. Josefs-Krankenhaus in Herne, als auch die von Herrn Dr. med. Denis PODDUBNYY vom Campus Benjamin Franklin der Charité Universitätsmedizin in Berlin für preiswürdig, siehe Seiten 4–5 in diesem Heft. Krankheitsbedingt konnte Frau Dr. Kiltz nicht an der Delegiertenversammlung teilnehmen und erhielt die Auszeich-nung am 4. Juli in Herne überbracht.

In seinem Referat vor den interessierten Delegierten zeigte Dr. Poddubnyy seine richtungsweisenden Forschungsergebnisse zum Krankheitsverlauf der axialen Spondyloarthritis. Bedeutende Vorhersage-Faktoren für ein Fortschreiten der knöchernen Wirbelsäulenversteifung sind nach seinen Ergebnissen:

  • bereits vorhandene Syndesmophyten (Knochenneubildungen an den Wirbelkörperkanten),
  • erhöhte Entzündungs-Laborwerte (Blutsenkungsgeschwindigkeit, CRP),
  • und das Rauchen.

Eine patientenverständliche Version seiner mit dem DVMB-Forschungspreis gewürdigten Arbeit finden Sie auf den Seiten 6–8 in diesem Heft.

Im Verlauf der Delegiertenversammlung galt es, weitere Personen zu ehren. So wurden die auf der Beiratssitzung zugesprochenen DVMB-Ehrenmitgliedschaften an Helmut VETTER und Franz GADENZ erteilt sowie die Goldene Ehrennadel der DVMB an die verdienten Mitglieder Dr. Matthias SCHMIDT-OHLEMANN, Peter DEISENROTH und Thomas WALTER verliehen, siehe Seiten 40–41 in diesem Heft.

Wahl eines neuen DVMB-Vorstands

104 Delegierte, davon 46 Gruppensprecher, wählten einen neuen Vorstand. In den nächsten Jahren steht mit Peter HIPPE nun ein jüngerer Vorsitzender dem Verband vor. Unterstützt wird er von seinem Stellvertreter Rüdiger SCHMIDT und dem langjährigen Schatzmeister Karl-Heinz INGENDAHL. Mit Lautta HAWLITSCHEK übernimmt eine Frau die Position des Schriftführers. Hans-Dieter WIEGERS ergänzt nun die erfahrenen Beisitzer Peter KONCET, Karl STUTZKI und Manfred STEMMER (siehe Seite 3).

Peter Hippe betonte in seiner Antrittsrede, dass er den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen wird und die frisch angelaufenen Projekte zum Wohle der DVMB massiv vorantreiben möchte.

Klaus PATSCHEK und Henning MÜßIGBRODT wurden erneut als Kassenprüfer gewählt und Wolfgang KLIMSCH, Karl-Heinz CICHUTEK, Karl-Erich REUTER, Klaus SIEBENBRODT und Frank BALZER als Mitglieder des Stiftungsbeirats der Deutschen Morbus-Bechterew-Stiftung.

Nach einer kurzen Diskussion stimmte die Versammlung mit 2/3 Mehrheit einer Änderung der Ehrungsordnung zu. Sie sieht zukünftig zwischen der Goldenen Ehrennadel und der Ehrenmitgliedschaft eine „Ehrennadel in Gold mit Diamant“ vor. Die Anrechnungszeiten wurden entsprechend angepasst.

Bevor Franz Gadenz ein letztes Mal als Vorsitzender eine Delegiertenversammlung beendete, richtete er einen Appell an die Versammlung, dass sich unsere Selbsthilfegemeinschaft gemeinsam  und harmonisch mit aller Kraft mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten weiterhin für die Betroffenen einsetzt. Minutenlanger stehender Applaus war der Dank der Delegierten an Franz Gadenz.

Der neue DVMB-Bundesvorstand (von links nach rechts): Manfred STEMMER, Lautta HAWLITSCHEK, Karl-Heinz INGEN-DAHL, Karl STUTZKI, Peter HIPPE, Hans-Dieter WIEGERS, Peter KONCET und Rüdiger SCHMIDT.
Der neue DVMB-Bundesvorstand (von links nach rechts): Manfred STEMMER, Lautta HAWLITSCHEK, Karl-Heinz INGENDAHL, Karl STUTZKI, Peter HIPPE, Hans-Dieter WIEGERS, Peter KONCET und Rüdiger SCHMIDT.
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