Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 132 (März 2013)

Darf ich vorstellen...

Von Peter Koncet, Mitglied des DVMB-Bundesvorstands

„Das ist einer von uns“ „Den kenne ich doch“ – sicher, dem Namen nach. Namen – so der Volksmund – sind wie Schall und Rauch. Viele Namen, zumeist der Personen, die aktuell in offiziellen Funktionen im Verband tätig sind, sind uns geläufig. Doch kennen wir den Menschen? Welche Persönlichkeit steckt hinter diesem Namen? Wie denkt und handelt er?
Wir wollen Ihnen hier in einer kleinen Serie die Personen näherbringen, die vielfältig in unterschiedlichen Positionen an unterschiedlichsten Stellen für unser aller Anliegen in der DVMB tätig sind. Wir stellen Ihnen den Menschen vor und zwar hinter seiner Aufgabe, die er für die DVMB ehrenamtlich übernommen hat. Wir fragen nach, was ihn als Morbus-Bechterew-Betroffenen antreibt, sich zu engagieren, welche Hobbys er hat und wie sein Leben neben dem für die DVMB aussieht.
Beginnen wollen wir mit zwei Vorstandsmitgliedern des Bundesverbands.

Rüdiger Schmidt

„Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch auf sich stolz sein kann, auf das, was er aus seinem Leben gemacht hat“ sagt Rüdiger Schmidt, der gerne Fotograf geworden wäre. Doch im Leben kommt es bekanntermaßen oft anders. Am 12. Januar 1954 in Schwarmstedt am Rande der Lüneburger Heide geboren, absolvierte er eine Lehre als Landmaschinenmechaniker. Bis zur weiteren Ausbildung als Versicherungsmakler 1989 arbeitete er als Busfahrer im internationalen Reiseverkehr. Seit 2004 bezieht er eine Erwerbsunfähigkeitsrente und überführt gelegentlich Fahrzeuge für die Automarke mit dem Stern.

Bild von Rüdiger Schmidt

Durch Zufall wurde die Diagnose nach seiner Bundeswehrzeit im Alter von 25 Jahren nach einem Unfall während einer Kur festgestellt. Mit der Diagnose Morbus Bechterew konnte er sehr wenig anfangen und ignorierte 5 Jahre seine Krankheit, bis die ersten schmerzhaften Schübe kamen.
Auf die DVMB wurde er im Jahr 2000 an einem Infostand des DVMB-Landesverbands Niedersachsen aufmerksam, wo er beim Tag der Niedersachsen das erste Infomaterial und die Loseblattsammlung Morbus-Bechterew-Recht erhalten hatte. 2002 bei der Gründung der DVMB-Gruppe Bad Eilsen wurde Rüdiger Schmidt DVMB-Mitglied und auch gleich zum Gruppensprecher gewählt. 2004 gründete er mit dem damaligen Geschäftsführer des Landesverbands die Gruppe Bad Pyrmont und wurde auch dort zum Gruppensprecher gewählt. Auf der Mitglieder-/Delegiertenversammlung 2005 des Landesverbands wählte ihn die Versammlung zum Vorsitzenden des DVMB-Landesverbands Niedersachsen. Ein Jahr später übernahm er auch die Leitung der Geschäftsstelle des Landesverbands. Seit 2010 ist er im Bundesvorstand als stellvertretender Vorsitzender tätig.
Gerne würde er einmal mit dem Autor Uwe Hück, der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG ist, einen ganzen Tag verbringen und über viele Fragen aus seinem spannenden und interessanten Buch „Volle Drehzahl“ diskutieren. Hier findet Rüdiger Schmidt vieles aus seinem Leben wieder. Wichtig ist ihm seine Familie, und dass man mit allen Dingen offen umgeht. Das ermöglicht ihm auch den Spagat zwischen der DVMB, seinem Privatleben und dem Nebenerwerb. Da seine Frau sich ebenfalls vielfältig im Verband engagiert, ist es einfacher, bei ihr Verständnis für die vielen Aufgaben zu finden.
Eine Herzensangelegenheit ist ihm, dass die DVMB ausreichend Mitglieder findet und dass sich auch mehr Mitglieder bereitfinden, in der DVMB Aufgaben als Gruppensprecher oder in den Vorständen zu übernehmen. Ganz und gar nicht mag er es, wenn man sich auf Kosten anderer bereichert und die Selbsthilfe als Selbstbedienungsladen ansieht.
Seine knappe Freizeit nutzt Rüdiger Schmidt, um mal gemütlich Kaffeetrinken zu gehen oder mal ganz in Ruhe zuhause frisches Gemüse oder Fisch im Wok zuzubereiten. Seine Liebe zum asiatischen Essen ist vielleicht auch ein Grund, dass es ihn im Urlaub am liebsten in ferne Länder nach Asien zieht, auch weil er die Menschen dort mag.

Manfred Stemmer

ist seit 2010 Mitglied im Bundesvorstand und zuständig für den Kontakt zu Politik und anderen Verbänden. Zuvor war er stellvertretender Landesvorsitzender im Landesverband Berlin-Brandenburg. Geboren wurde Manfred Stemmer am 22. August 1943 in Würzburg. Seine Jugend und Schulzeit verbrachte er in Scheinfeld (Mittelfranken), bevor er zum Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften nach Berlin an die TU ging. Als Wirtschaftsdiplomingenieur arbeitete er viele Jahre bei Firmen in den Bereichen Bauen, Investieren und Finanzen, bevor er 2006 als Abteilungsdirektor einer Großbank in Rente ging.

Bild von Manfred Stemmer

1971, mit 28 Jahren, traten bei ihm die ersten Morbus-Bechterew-Symptome auf. Doch davon ließ er sich nicht unterkriegen und kämpfte mit viel Bewegung und Freizeitsport gegen eine drohende Versteifung. Ein ausgelegter Bechterew-Brief in der Kurklinik Schlangenbad überzeugte ihn 1982, Mitglied in der DVMB zu werden. Seine Erwartungen durch die Mitgliedschaft erfüllten sich zwar, dennoch wünschte er sich manchmal mehr Engagement bei den Mitbetroffenen. Selber brachte sich Manfred Stemmer ab 1992 auf Landesverbandsebene ein.
Wichtig für die Zukunft wäre ihm, dass in der DVMB erreicht werden kann, dass sich mehr Mitglieder um die Übernahme von Aufgaben „reißen“. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass sich das Engagement für die DVMB und das Privatleben durchaus vereinbaren lässt, auch wenn er manche anderen Interessen zugunsten der DVMB zurückstellte.
Urlaub zur Erholung in einer interessanten abwechslungsreichen Natur, egal ob am Meer oder in den Bergen, gerne auch als Kulturreise oder Radtour, aber auch Erkundungstouren durch fremdartige Gebiete wie Osteuropa oder arabische Länder und neuerdings China, sind ihm wichtig. Harmonie mit seiner Partnerin, Zuverlässigkeit, Geradlinigkeit, Entscheidungsfreude, Weltoffenheit, Gelassenheit sind Eigenschaften, die Manfred Stemmer bei sich und bei anderen erwartet. Nach seinem Motto gefragt, antwortete er: "Nur in der Mathematik gibt es absolute Richtigkeit, ansonsten hat fast alles verschiedene Seiten je nach Sichtweise oder Standpunkt".