Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 134 (September 2013)

Buchbesprechung Rückenfreundliche Gartenarbeit
Ein Ratgeber für Gartenbesitzer und Therapeuten

von Ulrike Bös und Brigitte Kleinod
Verlag Schulz-Kirchner 2013, ISBN 978-3-8248-1001-7, 8,99 €

Wer von uns Gartenfreunden kennt die Situation nicht: Ein wunderschöner Tag mit anstrengender Gartenarbeit. Die Freude, seinen Garten wieder auf Vordermann gebracht zu haben. Aber, jetzt tut alles weh!
Gartenarbeit kann ebenso gesund sein wie moderates Ausdauertraining, wenn die baulichen Voraussetzungen für rückenschonende Bewegungsabläufe gegeben sind und die richtigen Gartengeräte zur Verfügung stehen. Doch weder Gartenarchitekten noch Gartenbauer kennen sich mit den speziellen Anforderungen von Morbus-Bechterew-Patienten aus. Zwar findet die behindertengerechte Planung im öffentlichen Raum und in Senioreneinrichtungen immer mehr Beachtung, doch im Privatgarten sind die Besitzer vollkommen auf eigene Erfahrungen mit ihren speziellen Einschränkungen durch Alter und/oder Krankheit angewiesen.  
Auch die richtige Haltung bei der Gartenarbeit und passendes Gerät sind wesentliche Voraussetzungen dafür, dass die Gartenarbeit Lust und nicht Last bedeutet. Umso besser, dass sich hier zwei ausgewiesene Expertinnen zusammengetan haben, um dieses reich bebilderte Büchlein zu schreiben.
Brigitte KLEINOD ist Biologin und Gartenplanerin und hat sich auf die Gestaltung seniorenfreundlicher Gärten spezialisiert. Sie hat bereits zahlreiche Gartenbücher veröffentlicht, u.a. „Gärten für Senioren“ (Ulmer-Verlag) und „Das Hochbeet“ (Pala-Verlag). Bei ihren Beratungen und Planungen schaut sie stets auf die Fähigkeiten und körperlichen Einschränkungen der Gartenbesitzer. Ihre Planungen sind nachhaltig und beziehen immer notwendige Pflegearbeiten sowie das Altern der Gartenbesitzer ein.
Ulrike BÖS ist eine erfahrene Physiotherapeutin mit eigenen Praxen in Schmitten und Neu-Anspach im Taunus. Zahlreiche Weiterbildungen, u.a. Manuelle Therapie, Bobath und die neue Rückenschule befähigen sie und ihr Team zu einer Rumdumversorgung aller Patientengruppen. Im Vorgarten der Praxis in Schmitten wurden ein Therapiepfad und ein Hochbeet angelegt, um mit den Betroffenen die beschwerlichen Tätigkeiten bei der Gartenarbeit aktiv zu üben.
Auch wenn der kleine Ratgeber nicht explizit für Morbus-Bechterew-Patienten geschrieben wurde, können wir doch viele der gezeigten Vorschläge und Übungen übernehmen. Wenn Sie sich bei Ihrer nächsten Arbeit im Garten an diesen Ratgeber halten, haben sie praktisch Ihre „Therapiestunde“ für diesen Tag bereits durchgeführt! Wer sich nicht sicher ist, nimmt den Ratgeber zur Behandlung bei seinem Physiotherapeuten mit und bespricht mit ihm, was für ihn empfehlenswert ist.  
Ludwig Hammel