Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 134 (September 2013)

Delegiertenversammlung 2013 in Berlin

Neuer Mitgliedsbeitrag zur Qualitätssicherung und Stärkung des Verbands ab 1. Januar 2014
von Peter Koncet, Mitglied des DVMB-Bundesvorstands und der MBJ-Redaktion

Berlin ist immer eine Reise wert. So entschied der Beirat vor Jahren, anlässlich des 33-jährigen Bestehens der DVMB die Bundesdelegiertenversammlung in Berlin durchzuführen. Zumal im Wahljahr 2013 sicherlich einige gesundheitspolitisch engagierte Abgeordnete zu gewinnen wären, so der damalige Gedanke. Um es gleich vorweg zu nehmen, keine der eingeladenen Personen oder Parteien hatte zugesagt, auf unserer Versammlung zu erscheinen. Nur wenige sandten Grußworte, die unser Geschäftsführer Ludwig HAMMEL verlas.

Glückwünsche zum 33sten

Zur Freude der teilnehmenden Delegierten wurden sie von einem Berliner Original – einem Leierkastenspieler –empfangen. Die Vertreterin des österreichischen Verbands, Edith THURNER, gratulierte unserem Verband mit einem Präsent mit 33 Köstlichkeiten aus Österreich. Die Vertreter des schweizerischen Verbands, Roland BRUNNER und René BRÄM, standen dem nicht nach. Roland Brunner spielte in seinem Grußwort zum „Schnapszahl-Jubiläum“ auf verschiedene Ereignisse im Zusammenhang mit der Zahl 33 an und übergab 3⅓ Geschenke.

Anschließend regte Prof. Dr. Günter NEUBAUER vom Institut für Gesundheitsökonomik in München mit seinem Vortrag „Gesundheitsversorgung gestern, heute, morgen – Transformation von einem Sozialversicherungszwang zu einer Wettbewerbswirtschaft“ die Anwesenden zum Nachdenken über zukünftige Gesundheitsleistungen an.
Die Ehrennadel in Gold für die über Jahre erbrachten Leistungen für die DVMB überreichte der Vorsitzende an Helena STRAUß vom LV Sachsen. Marlies KASPAREIT  erhielt die vom Beirat ausgesprochene Auszeichnung bereits im Rahmen der Mitgliederversammlung des LV Sachsen-Anhalt (siehe Seite 36 in diesem Heft). Für jahrzehntelangen außerordentlichen Einsatz in der MBJ-Redaktion, in der Gruppe Traunreut sowie im Landes- und Bundesverband wurde Dr. Eckhard PFEIFFER vom LV Bayern die Ehrennadel in Gold mit Diamant verliehen (siehe Seite 35 in diesem Heft). Die Versammlung gratulierte den Geehrten mit großem Applaus.
Im Namen des BV und unter großer Anteilnahme der Delegierten gratulierte der Vorsitzende Ludwig Hammel zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum als Geschäftsführer der DVMB und bedankte sich für die über das normale Maß hinausgehende Arbeitsleistung. Anschließend überreichte er dem Jubilar ein Fass Kölsch.

Notwendige Weichenstellung

Bereits auf der Beiratssitzung im April hatte sich herauskristallisiert, dass das Thema Beitragserhöhung kurzfristig auf die Tagesordnung musste. Die wirtschaftliche Entwicklung in allen Bereichen unseres Lebens führte in den letzten Jahren zu erheblichen Kostensteigerungen und ging auch an der DVMB nicht vorbei. Als gemeinnütziger Verein müssen wir unsere Mittel zeitnah verwenden, dürfen kein Minus aufweisen. Den aufmerksamen Delegierten war durchaus bewusst, dass in den letzten Jahren die von ihnen bestätigten Jahresrechnungen und Voranschläge des Bundesverbands  nur durch Auflösung von Rückstellungen und zusätzlichen, nicht planbaren Sponsorengeldern knapp einer Unterdeckung entkommen sind. Doch irgendwann sind auch die Rücklagen verbraucht. Und die Zahlen für das kommende Jahr verhießen zudem nichts Gutes. So galt es, sich kurzfristig dieser Frage intensiv anzunehmen und eine Konsolidierung des Haushalts anzugehen, um weiterhin die Qualität unserer Selbsthilfegemeinschaft zu erhalten. Dass Peter HIPPE als neuer Vorsitzender sich mit einem so sensiblen und unpopulären Thema ausgerechnet auf der ersten von ihm geleiteten Versammlung auseinandersetzen musste, hatte er sich sicherlich nicht gewünscht. Eine wahrlich unangenehme Aufgabe!
Ungeachtet dessen stellt sich auch der Bundesvorstand seiner Verantwortung und ist der Frage nachgegangen, ob der Haushalt zukünftig mit Einsparungen zu sichern ist. Einsparungen bedeuten Leistungseinschränkungen, am Personal oder am Service. Das möchte letztlich niemand gerne hinnehmen. Intensives Hinterfragen liebgewonnener Selbstverständlichkeiten ergab in einigen Bereichen Potentiale, die durchaus in einen neuen oder geänderten Konsens gebracht werden können. Der Vorsitzende erläuterte der Versammlung mögliche Einsparpotentiale (Reduzierung des Umfangs des MBJ und der Gruppensprecher-Rundschreiben, der Anzahl der Sitzungen, Kürzungen bei der Zahl der Delegierten und der Versammlungsdauer). Doch allein mit Einsparungen ist die Konsolidierung nicht zu stemmen.
Darüber, dass eine Erhöhung des Beitrags notwendig wird, bestand bei den Delegierten kein Zweifel. Lediglich die Höhe und der Zeitpunkt waren Thema einer intensiven aber immer fairen Diskussion. Dass die kontroverse Auseinandersetzung nicht entgleiste, ist der sachlichen Diskussionsführung des Vorsitzenden zu verdanken. Die Eckdaten lagen maximal auseinander und entsprechend gab es verschiedene „Lager“, die ihre Positionen vehement verteidigten. Aus der Vielzahl der Wortmeldungen wurden dann letztlich vier Anträge zur Abstimmung gestellt. Die Delegierten haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Knapp, aber mehrheitlich wurde der Antrag angenommen, der nun einen Jahresbeitrag von 45,- € vorsieht, der ab dem 1. Januar 2014 wirksam wird. Durch die monatliche Erhöhung um 0,75 € kann die DVMB weiterhin u.a. im gesundheitspolitischen Bereich aktiv sein, um Verbesserungen für chronisch Kranke zu erreichen, damit Ärzte, die mit Morbus-Bechterew-Erkrankten zu tun haben, besser informiert sind und sich dadurch weiterhin die Behandlungs- und Therapiequalität verbessern kann. Der Vorstand wird die Einsparpotentiale auf Bundesebene in seiner nächsten Sitzung konkretisieren.

Nachdem das Thema Beitragserhöhung abgehandelt war, tat eine musikalische Auflockerung gut. Auf keinem der Auftritte, die im Rahmen der Kampagne DVMB 33 im LV Mecklenburg-Vorpommern begangen werden, darf das  
„Landpartie-Lied“ fehlen. So auch auf dieser Versammlung. Ingo BACHMANN und einige Mitstreiter sangen – und schunkelten – mit den Delegierten und Gästen diesen Ohrwurm. Zuvor  präsentierten  sie einen Fernsehbeitrag des NDR zum Thema Morbus Bechterew. An der sich anschließenden – mit flotter Musik hinterlegten – Gymnastik mit einer Therapeutin aus Berlin hatten auch die Gäste ihren Spaß.
Vom Bundesvorstand gab Peter KONCET einen Überblick über die Kampagne DVMB 33, die sich bundesweit positiv und in einigen Landesverbänden sogar sehr lebendig entwickelt hat.

Nachtrag zum DVMB-Forschungspreis 2012

Weit war die Anreise unserer Forschungspreisträgerin, DR. Uta KILTZ vom Rheumazentrum Ruhrgebiet, die ihren Vortrag zum 2012 verliehenen Preis (MBJ Nr. 130 S. 45 und Nr. 131 S. 4–6) erst in diesem Jahr nachholen konnte. Direkt vom europäischen Rheumakongress in Madrid nach Berlin zur Bundesdelegiertenversammlung eingeflogen, vermittelte sie ihren interessanten Forschungsbeitrag für die Anwesenden in patientenverständlicher Sprache, was ihr die Versammlung mit großem Applaus dankte. Da ein Gutschein jeden Flug übersteht, bedankte sich der Vorsitzende bei Frau Dr. Kiltz mit einem solchen für einen Strauß Blumen und verabschiedete zugleich die Delegierten und lobte deren konstruktive und verantwortungsvolle Arbeit.