Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 135 (Dezember 2013)

Atemtraining verbessert die Lungenfunktion

von Dr. med. Min Wook So, Hyun Mi Heo, Dr. med. Bon San Koo, Dr. med. Yong-Gil Kim, Dr. med. Chang-Keun Lee,
und Dr. med. Bin Yoo, Ulsan-Universität in Seoul, Südkorea

In der Behandlung der ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew) spielen Bewegungsübungen eine wichtige Rolle, vor allem, wenn sie entweder ambulant in einer Gruppe unter fachlicher Anleitung oder im Rahmen einer stationären Intensivbehandlung durchgeführt werden. Die Kombination der Bewegungsübungen mit atemintensiven Übungen wie Schwimmen oder Laufen erhöht die Funktionskapazität von Morbus-Bechterew-Patienten.
Eine Beeinträchtigung der Lungenfunktion ist bei der ankylosierenden Spondylitis die häufigste Krankheitsfolge außerhalb der Wirbelsäule und der Gelenke. Die Versteifung der Brustwirbelsäule, der Rippen-Wirbelgelenke und weiterer Gelenke führt zu einer Starre des Brustkorbs. Lungenfunktionstests bei Morbus-Bechterew-Patienten zeigen, dass solche Einschränkungen relativ häufig sind. Eine eingeschränkte Lungenfunktionskapazität beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und dadurch die Lebensqualität der Patienten.
Ein „Incentive Spirometer“1 zum Training maximaler Ein- und Ausatmung wird normalerweise eingesetzt, um nach Operationen im Bauch- oder Brustraum Lungen-Komplikationen vorzubeugen.
Wir wollten wissen, ob eine Kombination aus Bewegungsübungen und Atemtraining mit dem Atemtrainings-Spirometer auch die Wirksamkeit eines Rehabilitationsprogramms bei Morbus-Bechterew-Patienten verbessert, also zu einer besseren Lungenfunktion und weniger Behinderung führt als eine Intensivbehandlung mit Bewegungsübungen allein.

Studienprogramm

Wir verglichen in einer Studie die Wirksamkeit der kombinierten Behandlung mit der Wirksamkeit von Bewegungsübungen allein bei Patienten, deren Morbus Bechterew durch eine Anti-TNF-alpha-Therapie stabilisiert war. Die 50 Studienteilnehmer erhielten zunächst eine ausführliche Unterweisung und individuelle Beratung über die Krankheit und die auszuführenden Übungen sowie schriftliches Anschauungsmaterial. Das Bewegungsübungsprogramm bestand aus 20 Übungen, die in täglich 30 Minuten auszuführen waren. In der Kombinationsgruppe kam dazu folgende Übung mit dem Spirometer:

  • Ausatmen,
  • das Mundstück des Spirometers fest mit den Lippen umschließen,
  • langsam tief einatmen, bis die 3 Kugeln im Spirometer hochsteigen,
  • wenn ein weiteres Einatmen nicht mehr möglich ist, das Mundstück aus dem Mund nehmen,
  • den Atem 3 bis 5 Sekunden anhalten,
  • dann langsam ausatmen.

Diese Übung wird täglich 30 Minuten lang wiederholt. Die Teilnehmer mussten ein Übungs-Tagebuch führen, das bei jedem Klinikbesuch überprüft wurde. Eine gute Compliance (Ausführung des verordneten Programms) wurde bestätigt, wenn die Teilnehmer die Übungen an mindestens 80% aller Tage ausgeführt hatten.

1) Einfache Geräte sind schon für wenige € in der Apotheke erhältlich, Anmerkung der Redaktion.

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