Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 135 (Dezember 2013)

Der 1. bundesweite „Öffentlichkeitstag“ des FrauenNetzWerk der DVMB

von Kathrin Reinsch

Am Samstag, den 11. Mai 2013 trafen sich 23 wissenshungrige Frauen auf Einladung des Frauen- NetzWerk (FNW) der DVMB zum 1. bundesweiten Öffentlichkeitstag im Ramada-Hotel in Hannover. Unter ihnen waren nicht nur die Frauenansprechpartnerinnen der verschiedenen Landesverbände, sondern auch Mitglieder aus NRW und Niedersachsen. Durch den frühzeitigen Beginn konnten wohl nicht noch mehr Interessierte kommen. Dies wird das FNW bei einem evtl. nächsten Treffen dieser Art berücksichtigen.

Der Raum war mit DVMB-Materialien geschmückt, auf den Tischen waren Flyer und Schreibutensilien verteilt, ein Tisch war für käuflich zu erwerbende Bücher, CDs und DVMB-Hefte reserviert.

Den Anfang machte Chefarzt Dr. Dirk Meyer-Olson aus der m&i- Fachklinik Bad Pyrmont, der den Anwesenden das Thema „Der kleine Unterschied“ näher brachte. Dass Frauen ebenso an Morbus Bechterew erkranken, war allen bewusst. Warum aber dauert es beim weiblichen Geschlecht mehrere Jahre länger, bis er diagnostiziert wird? Was ist denn nun anders? Darum ging es unter anderem. Neben den üblichen Themen wie Diagnostik und Therapie wurde immer wieder auf Unterschiede eingegangen. Z.B. brechen Frauen deutlich häufiger eine TNFalpha- Therapie ab als Männer, was weder uns Anwesenden noch der Wissenschaft erklärlich war. Selbst für alte Hasen waren noch einige neue Erkenntnisse dabei. Nach seinem Vortrag stand Dr. Meyer-Olson noch für Fragen zur Verfügung.

Nach einer kleinen Pause, die angeregt für Diskussionen genutzt wurde, hielt Ulla Henscher vom Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. den Vortrag „Fit im Schritt!?“, ein durchaus provokanter Titel. Es ging um Physiotherapie bei Funktionsstörungen im Becken. Ein Vortrag über Physiotherapie? Wie soll das gehen und dabei auch interessant werden? Es ging…und wie! Wir übten die richtige Sitzposition und spannten unsere Beckenbodenmuskulatur an – dabei halfen Fantasiebilder. Ich sage nur: Kirschkern. Dies war sicher ein Vortrag, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird.

Den Abschluss der Vorträge bildete Dr. Gunnar Hieber, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus Hannover. Sein Thema umfasste das Gebiet der „Bioidentischen Hormontherapie“ und schweifte damit etwas ab vom ewigen Morbus-Bechterew-Gebiet. Es gab einen kleinen Exkurs zu den wichtigsten Hormonen und ihren Wirkungen. Solange sie da sind und das tun, was sie tun sollen, ist alles gut. Aber wehe wenn nicht. Dann gab es bisher künstlich hergestellte Hormone, die eben nicht genauso waren wie die körpereigenen. Dies führte nicht selten zu Komplikationen (z.B. erhöhte Thrombosegefahr bei Einnahme der Antibabypille oder erhöhte Leberwerte). Die bioidentischen Hormone sollen genau dies verhindern. Obwohl auch künstlich hergestellt, gleichen sie den körpereigenen Hormonen aufs Haar und können somit vom Körper aufgenommen und genutzt werden. Dazu gibt es kein Patentrezept für alle, sondern ein individuell zugeschnittenes Therapiekonzept, welches auch ständig angepasst werden muss.

Leider ist dies eine privatärztliche Leistung und muss komplett selbst bezahlt werden. Nichtsdestotrotz ist dies sicher etwas, was zu einem besseren Befinden beitragen kann. Alles in allem ein sehr interessantes Thema.

Im Anschluss machten wir mit den Anwesenden ein Osteoporose-Quiz, um das individuelle Risiko besser abschätzen zu können. Die Frauen haben sich dabei wacker geschlagen und wurden mit einer gymnastischen Einlage der Ansprechpartnerinnen belohnt.

Das Fazit dieser Veranstaltung war durchweg positiv (vom zu frühen Beginn einmal abgesehen). Gern würden wir solch einen bundesweiten Öffentlichkeitstag wiederholen, um auch anderen Frauen die Gelegenheit der Teilnahme zu gewähren. Vielleicht also das nächste Mal in Eurer Nähe!

Adresse der Verfasserin:
Julius-Fengler-Str. 37
30880 Laatzen

Die Teilnehmerinnen beim Öffentlichkeitstag in Hannover
Die Teilnehmerinnen beim Öffentlichkeitstag in Hannover