Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 136 (März 2014)

Referentenausbildung Teil VI

Bericht über ein Seminar in Nürnberg
Von Helmut Mertins, Berlin

Die DVMB schult seit 6 Jahren interessierte Mitglieder, damit sie unser Anliegen in Vorträgen und Diskussionen sachgerecht und kompetent vorstellen können. Das Ziel der Referentenausbildung ist es, das Krankheitsbild „Morbus Bechterew“ verständlich in der interessierten Öffentlichkeit darzustellen. Da Betroffene sich besonders als gute Kommunikatoren eignen, bildet die DVMB Mitglieder zu Referenten aus, damit sie das entsprechend vermitteln können. Referenten werden dann über die Bundesgeschäftsstelle im Bundesgebiet eingesetzt. Auch für 2014 sind wieder Kurse vorgesehen, dabei auch ein Anfängerkurs. Hier wird nun über ein Seminar berichtet, das ergänzend zu fünf vorangegangenen Kursen weitere Kenntnisse vermittelt hat.

Zur Eröffnung des Nürnberger Weihnachtsmarktes kamen 30.000 Besucher – und wir waren auch dort. Allerdings erst, nachdem jeweils unser offizielles Tagesprogramm absolviert worden war.

Unser Hotel, direkt am Bahnhof, bot gute Voraussetzungen, was die technische und räumliche Bereitstellung betraf. Dementsprechend konnten wir traditionell am Freitag pünktlich beginnen und das auch an den nachfolgenden Tagen fortsetzen. Unser DVMB-Geschäftsführer Ludwig Hammel konnte uns am Freitag nach der Begrüßung das Neueste aus der DVMB mitteilen. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Wer macht was in der DVMB“. Darüber hinaus wurde die Aktion: „Den Bechterew übersehe ich nicht“, welche mit dem Verband rheumatologischer Orthopäden durchgeführt wurde, nachbesprochen. Diese Orthopädenveranstaltung wird auch im Jahr 2014 weitergeführt. Auch wir Teilnehmer zogen dann kurz Bilanz, insbesondere zur Anwendung des bisher erworbenen Wissens. Einmal mehr zeigte sich dabei, dass sich die bisherigen Ausbildungen sehr positiv niedergeschlagen haben: Wissen wurde erweitert und an der „Professionalität“ gefeilt, Erfahrungen wurden ausgetauscht, was die Teilnehmer bei ihren zwischenzeitlich gehaltenen Vorträgen für Erkenntnisse erworben haben. Mittlerweile haben wir in der DVMB bereits 60 ausgebildete Referenten, die bei verschiedensten Angelegenheiten Vorträge halten können.

Sehr interessant waren die nachfolgenden Ausführungen von Ludwig Hammel, unter anderem zur Geschichte der Erkrankung Morbus Bechterew. Heutige Untersuchungsmethoden haben gezeigt: Es gab auch früher schon „Bechtis“, z.B. den Pharao Ramses II „der Große“ (Bechterew-Brief Nr. 85 S. 10–16, MBJ Nr. 119 S. 16). Seine äußerst späte Diagnose ist wohl vom Ausmaß der Verzögerung kaum mehr zu toppen, aber das Problem scheint auch heute noch aktuell zu sein... Am zweiten Tag hieß die Thematik: „Power Point in Theorie und Praxis“. Das klang äußerst interessant. Und war es auch – durch Jan Fröhlich einfühlsam erklärt und aktuell aufgezeigt, konnten wir am eigenen Laptop mitarbeiten, die Vorteile des Programms erkennen und nutzen lernen. Toll, was man mit diesem Programm alles machen kann, um es für eigene Vorträge zu nutzen. Man kann sagen, alle waren begeistert. Anschließend gab es noch Ausführungen von Ludwig Hammel zur Thematik „Frühe patientenorientierte Nutzenbewertung“. Hier ging es um die Problematik der uns bekannten Medikamente und der weiteren Entwicklung auf dem Markt. Hingewiesen wurde insbesondere darauf, was wir alle unterstreichen möchten: „Wir wollen Patienten sein, die ihren Beitrag am Gesamtsystem leisten“, leisten wollen und auch können (dürfen).

Wie bei den vergangenen Ausbildungen gab es am letzten Tag traditionell den Vortrag von Prof. Dr. Herbert Kellner zu „Aktuelles aus der Rheumatologie“ – wie immer sehr lehrreich und interessant. Wir waren aufmerksame Zuhörer, ging es doch auch um die Fragen neuer Medikamente, Begleiterkrankungen, Abrechnungsverhalten der Ärzte, Diagnosekriterien… Dazu gibt es ja auch immer aktuelle Bezüge in unserem Morbus Bechterew Journal, aber hier hatte man ja die tolle Möglichkeit, gleich anschließend einem sehr kompetenten Fachmann Fragen dazu zu stellen, was auch rege genutzt wurde. Nach einem Schlusswort und gegenseitiger Verabschiedung „Bis zum nächsten Mal“ ging wieder eine erfolgreiche Fortbildung zu Ende. Im Namen aller Teilnehmer möchten wir uns bei den Organisatoren und insbesondere bei Ludwig Hammel, Jan Fröhlich und „unserem“ Prof. Kellner bedanken. Zum guten Ende sind wir dann aber doch noch „uneins“ nach Hause gegangen: wir konnten uns nicht einigen, welcher Glühwein auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt der Beste war. Ich meine: der mit dem schottischen Whisky...