Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 136 (März 2014)

Noch ein „Grottenolm“ unter den DVMB-Mitgliedern

von Erhard Och, Uttenreuth (Fränkische Schweiz)

Bild 1: Frei schwebend am Seil lasse ich mich in den großen Dom des Großmeinfelder Windlochs hinab.
Bild 1: Frei schwebend am Seil lasse ich mich in den großen Dom des Großmeinfelder Windlochs hinab.

Ich weiß, ich bin nicht der einzige „Grottenolm“ bei der DVMB! Angeregt durch den tollen Bericht über den Hobby-Höhlenforscher Peter HOFMANN im MBJ Nr. 104 vom März 2006 berichte ich hier über meine Erfahrungen mit diesem faszinierenden Hobby.
Im Juli 2013: Wir befahren das Großmeinfelder Windloch in der Nähe von Hersbruck, eine der imposantesten altehrwürdigen Schachthöhlen der Frankenalb. Für mich das erste mal! Ich bin etwas aufgeregt, denn ich weiß von Schilderungen, was mich erwartet. Nach einer Schräge von vielleicht 15 Metern nach unten knickt der Gang senkrecht nach unten ab und öffnet sich zu einem imposanten Dom, der über 20 Meter nach unten abbricht (Bild 1). Hinunter kommt man nur frei hängend an einem einzigen Seil ohne Wandkontakt! Hier gab es immer mal wieder tödliche Unfälle aus Leichtsinn und Selbstüberschätzung, das letzte Mal erst 2004.
Ich bin stolz auf mich, dass mich meine Vereinskollegen von den „Fränkischen Höhlen- und Karstforschern“ überhaupt mitnehmen, denn sie wissen ja um meine Bechterew-Erkrankung und auch darum, dass ich noch kein „alter Hase“ bin . Doch sie haben mich schon einschätzen können bei Abseilübungen im Freien an Kletterfelsen. Trockenübungen sind für mich besonders wichtig, denn durch meine Einsteifungen in der gesamten Wirbelsäule kann ich ja nicht mal zu meinem Nabel schauen, wo die lebenswichtigen Handgriffe mit Seil und Karabiner blind und korrekt ablaufen müssen.

Wir sind zu sechst. Zwei von uns, Martin und Tine, sind erfahrene Schachtprofis, deren fundierter Praxis in Einseiltechnik wir vertrauen können. Nachdem wir unsere Höhlenkombis, Sitzgurte, Abseilgeräte, Helme, Stirnlampen angelegt und überprüft haben, geht‘s los. Ich meistere die Schwindelfreiheit erfordernde Umsteigestelle am oberen Rand des Doms, und schon bald lande ich, wie die andern, auf dem gewaltigen Schuttkegel inmitten groben Gerölls am Boden der Großen Halle.
Ich bin glücklich. Die Dimensionen der Halle sind gewaltig. Viel Tropfwasser kommt von oben und bringt Tropfsteingruppen zum glänzen. Wir machen Fotos, dokumentieren Besonderheiten, retten sogar einen Siebenschläfer, den wir verletzt und geschwächt auf dem Höhlenboden finden.

Ich (vorne links mit blauem Helm) bin etwas blass, denn gleich geht’s in der Schachthöhle Breitensteiner Bäuerin in der Hersbrucker Schweiz einen Schacht hinab.
Ich (vorne links mit blauem Helm) bin etwas blass, denn gleich geht’s in der Schachthöhle Breitensteiner Bäuerin in der Hersbrucker Schweiz einen Schacht hinab.
Schon als 15-Jähriger in der Doktorshöhle bei Engelhardsberg hat mich der Wandsinter interessiert.
Schon als 15-Jähriger in der Doktorshöhle bei Engelhardsberg hat mich der Wandsinter interessiert.

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