Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 138 (September 2014)

Anthroposophische Medizin bei Morbus Bechterew

von Brigitte Jauch, Sinzheim (Kreis Bühl, Baden)

Mit 18 Jahren (1983) fing die Krankheit Morbus Bechterew bei mir an. Da diese Krankheit bei Frauen und vor allem in diesem Alter nach Meinung der aufgesuchten Ärzte sehr selten ist, wurde diese erst viel später diagnostiziert. Die Mediziner brauchten über 10 Jahre, um die Diagnose zu stellen (obwohl ich die Ärzte immer wieder auf diese Krankheit angesprochen hatte, da ein Bekannter sie ebenfalls hat).

Portrait von Brigitte Jauch

Erst als ich 29 Jahre alt war, wurde die Diagnose gestellt. Dies aus folgendem Grund: Ich hatte immer bei einem Schub Hüftgelenksentzündungen und erst bei meinem letzten Schub hatte ich zum ersten Mal Schmerzen in der Wirbelsäule. Daraufhin wurde zum ersten Mal meine Wirbelsäule geröntgt.
Wegen der vielen Hüftgelenksentzündungen wurde mir schon mit 25 Jahren eine Hüftgelenks-Operation empfohlen. Ich habe sie abgelehnt und habe bis heute immer noch meine eigenen Hüftgelenke.
Die letzten drei bis vier Jahre vor der Diagnose konnte ich nur noch in Gesundheitsschuhen gehen, da jede Schuhverengung mir nach kurzer Zeit starke Schmerzen in der Wirbelsäule bereitete.
In all den Jahren zwischen Auftreten und Diagnostizierung der Krankheit lebte ich fast täglich mit Schmerzen. Insgesamt hatte ich vier starke Schübe, die mich jedes Mal über mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt hatten.
Mit meiner Diagnose konnte ich nun etwas anfangen. Ich erfuhr von Anthroposophischen Ärzten, die mit ihrer Behandlungsmethode bereits einigen „Bechtis“ helfen konnten. Ich fuhr also zu diesen Ärzten und sie haben mir zwei Mittel verschrieben, die ich 3 x in der Woche intramuskulär in den Oberschenkel spritzen sollte. Es handelte sich um die Medikamente Disci comp. cum Stanno, 1-ml-Ampullen, Aconitum comp., 1-ml-Ampullen.

Die Kosten beider Medikamente inkl. Zubehör (Spritzen und Kanülen) wurden damals noch von der Krankenkasse übernommen. Heute leider nicht mehr, wobei die Preise sich in einem verträglichen Rahmen bewegen.
Die Ärzte sagten mir damals, dass man von vornherein nicht genau einschätzen kann, wie lange diese Medikamente injiziert werden müssten. Soweit ich es noch weiß, erklärten mir die Ärzte es damals so, dass durch die Medikamente die „Fehlfunktion“ von alten Zellen nicht mehr an neue Zellen weiter gegeben werden kann.
Nach ca. einem halben Jahr konnte ich wieder Schuhe mit Spitzen und Absätzen ohne Probleme tragen. Ich habe dann auch wieder als Bedienung arbeiten können und hatte auch bei dieser Tätigkeit ebenfalls Schuhe mit Absätzen an.
Nach ca. 5 Jahren hatte ich selber das Gefühl, dass die Krankheit beendet ist, und habe die Behandlung eigenständig beendet. In diesen 5 Jahren wurde ich dann noch Mutter. Während der Schwangerschaft hatte ich weder Schmerzen noch sonstige Probleme.
Bis heute bin ich schmerzfrei (seit 20 Jahren) und habe mir durch viel Training wieder eine sehr gute Beweglichkeit zurückgeholt (ich hatte extreme Muskelverkürzungen). Inzwischen können auch geschulte Augen (Physiotherapeuten etc.) meine Krankheit nicht mehr erkennen, da meine Körperhaltung  fast normal geworden ist (meine Versteifung liegt in den unteren Lendenwirbeln).
Über die Adresse meiner Ärzte gebe ich gerne auf persönliche Anfrage Auskunft.

Anschrift der Verfasserin:
Hofrebenweg 7, 76547 Sinzheim
Tel: 07221 991771
jauch.brigitte(at)t-online.de