Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 138 (September 2014)

Kassel kennen wir als die Stadt, die alle fünf Jahre mit ihrer „Dokumenta“, einer weltweit bedeutenden Ausstellung zeitgenössischer Kunst, Schlagzeilen macht. In diesem Jahr fand die Bundesdelegiertenversammlung der DVMB dort statt. Ob auch wir in Kassel eine Duftmarke setzen konnten, wird die Zukunft zeigen, denn diese muss erst erarbeitet werden. Bescheidene Anfänge dazu wurden gemacht. Die 104 Delegierten hatten unter der Leitung des Bundesvorsitzenden Peter HIPPE ein arbeits- und abstimmungsreiches Wochenende zu absolvieren. Schließlich galt es, Preise für ausgeschriebene Arbeiten bzw. Aktionen zu verleihen, verdiente Mitglieder zu ehren und zu verabschieden. Ferner musste turnusgemäß ein neuer Bundesvorstand gewählt und die Satzung angepasst werden. Die gute Sitte, einen wertvollen Vortrag im Rahmen der Veranstaltung zu hören, erfüllte den Delegierten in diesem Jahr Prof. Dr. Edward SENN. Der gebürtige Schweizer präsentierte in lebendiger Sprache seinen Beitrag: „Befundspezifische Körperübungen und Training als Ergänzung zur medikamentösen Therapie bei Patienten mit Morbus Bechterew“. Dazu benötigte er lediglich ein paar selbstgefertigte Handskizzen, was uns von Powerpoint verwöhnten Zuhörern erstaunlicherweise für eine gute Veranschaulichung völlig ausreichte.

Preise und Auszeichnungen

Den Herbert-Hümmer-Medienpreis 2014 in der Kategorie Rundfunk/Fernsehen erhielt die Ärztin und TV-Journalistin Dr. Anja BRAUNWARTH für ihren Fernsehbeitrag „Früherkennung bei Morbus Bechterew“, den sie für das ZDF gedreht hat. Im Bereich Print-/Online-Medien konnte der Dipl.-Biologe Frederik JÖTTEN mit seinem Buch: „Viel Rücken, wenig Rat – Wie ich der Ursache meiner Schmerzen auf die Spur kam“ die Jury überzeugen. Beide Sieger präsentierten ihre Beiträge den Delegierten. Das Preisgeld von jeweils 2.500 € überreichte Jenny BLUHM von der Firma AbbVie, die wieder das Preisgeld zur Verfügung gestellt hatte.
Die Gruppen und Landesverbände waren aufgerufen, sich mit innovativen Aktionen vergangener Jahre um den dazu ausgeschriebenen Innovations-Preis zu bewerben  Im Rahmen der diesjährigen Beiratssitzung wählten die Landesvertreter aus den eingegangenen Bewerbungen die Preisträger. Matthias BÖHNING konnte für die Gruppe Oder-Spree aus Eisenhüttenstadt den dritten Preis entgegennehmen. Den ersten Platz mussten sich gleich mehrere Gruppen für zwei Aktionen teilen. Für eine Gemeinschaftskooperation der Gruppen Meißen (SN) und Oder-Spree (BB) nahmen Karsten LORENZ und Frank BALZER vom Bundesvorsitzenden den 1. Preis entgegen, wie auch Josef MÜNCH für eine Aktion der Gruppe Recklinghausen (NW). Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 1.500 € stellte auch hier die Firma AbbVie zur Verfügung.
Sodann zeichnete der Vorsitzende verdiente Mitglieder aus, deren Ehrung auf der Beiratssitzung beschlossen worden war: Über die DVMB-Ehrennadel in Silber freute sich Jürgen SEIFERT (RP) und über die DVMB-Ehrennadel in Gold Petra ZIPP (NS). Karl-Heinz CICHUTEK (RP), kann nun stolz die DVMB-Ehrennadel in Gold mit Diamant tragen. Die Versammlung dankte den Geehrten mit großem Applaus.

Vorstand verjüngt sich

Gleich zwei Positionen galt es bei der Wahl des neuen Vorstands neu zu besetzen. Ein ausgeschiedener Beisitzer war zu ersetzen, und nach 16 Jahren trat Karl-Heinz INGENDAHL nicht mehr als Schatzmeister an. Verantwortungsvolle Posten, die zudem eine Portion Sachwissen verlangen, sind nicht so leicht zu besetzen. Doch die Suche nach einem neuen Finanzverwalter hatte Erfolg und der Kandidat fand auch die Zustimmung der Delegierten. Einstimmig wurde der Mittfünfziger Peter DE BEYER aus Münster gewählt. Martina IRRGANG (NS) erklärte ihre Bereitschaft zur Mitarbeit als Beisitzerin im Bundesvorstand. Zur Freude der Anwesenden verstärkt nun eine weitere Frau die neue Vorstandschaft und senkt das Durchschnittsalter massiv. Alle übrigen Vorstandsmitglieder erhielten weiterhin in ihren Positionen das Vertrauen der Delegierten und wurden einstimmig wiedergewählt. Neuer Rechnungsprüfer für den ausscheidenden Henning MÜßIGBROT wurde Walter NERB (BY). Mit Inge BRAUN (BW) wurde erstmalig eine Frau als Ersatz-Kassenprüferin gewählt.
Des Weiteren waren die Satzungen des Bundesverbands und der Morbus-Bechterew-Stiftung anzupassen. Geregelt wurde u.a., dass das Vermögen des Bundesverbands bei seiner Auflösung als Zustiftung an die MB-Stiftung fließt.
Ein Schatzmeister geht nicht einfach so. Über Jahre hat Karl-Heinz Ingendahl das Hartgeld aus seiner Tasche gesammelt. Zehn Kilo Münzen überließ er nun zum Abschied der Morbus-Bechterew-Stiftung. Mit launigen Worten in Versform verabschiedete er sich von den Mitgliedern, die ihn mit anhaltendem Applaus für seine Arbeit dankten.
Nicht unerwähnt bleiben darf eine weitere besondere Ehrung: Am 1. Juni waren es 25 Jahre, seit unsere stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Elke BURKERT in den Dienst der DVMB trat. Mit einem Gutschein bedankte sich der Verband für ihre Treue, für ihre Ruhe in der Hektik, ihren Überblick und ihre Herzlichkeit, die jeder erfährt, der mit ihr zu tun hat. Darauf sind wir stolz – auf unsere Menschen im Verband.
Apropos Kassel: Das Wahrzeichen der Stadt ist der Herkules. Sein Standbild thront im Bergpark Wilhelmshöhe hoch über der Stadt. Die nächste Bundesdelegiertenversammlung wird am 13. Juni 2015 in Göttingen als Ein-Tages-Veranstaltung durchgeführt. Für alle wieder durchaus eine Herkulesaufgabe.