Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 138 (September 2014)

Qualifizierung für Leitungsteams: Modul 5 „Beratung“

Ein Seminar in Frankfurt

Von Martina Irrgang, Porta Westfalica, Mitglied des DVMB-Vorstands

Die DVMB ist seit mehr als 30 Jahren zu einer bundesweiten Selbsthilfeorganisation gewachsen und leistet mit ihren Landesverbänden, den ca. 400 Gruppen und über 16.000 Mitgliedern einen nennenswerten Beitrag zur Bewältigung und Linderung der Erkrankung. Wichtige Themen der letzten Jahre sind eine verstärkte Qualitätsorientierung, die Verbesserung der innerverbandlichen Kommunikation, die Nachfolgesicherung und die Stabilisierung der Mitgliederzahlen. Im Juni 2008 beschloss die Bundesdelegiertenversammlung in Göttingen das Konsenspapier „DVMB 2020 – Perspektiven für die Zukunft“. Eine wesentliche Aussage des Papiers ist, dass die örtlichen Gruppen das Herzstück und das Kapital der DVMB sind.

Da die Anforderungen an die Gruppensprecher bzw. Gruppenleitungsteams über die Jahre erheblich gestiegen sind, ist eine Aus- und Weiterbildung der Gruppenleitungen unerlässlich und von erheblicher Bedeutung. Daher wurde im November 2008 ein landesverbandsübergreifender Personenkreis mit der Erarbeitung eines Aus- und Fortbildungskonzepts betraut. Dieses Trainingskonzept enthielt bislang 4 Module:

  • Selbstverständnis und Identität der DVMB,
  • Gruppenleitung,
  • Regeln und Formalien,
  • Grundwissen und Öffentlichkeitsarbeit.

Im Rahmen eines Seminars zur Trainerausbildung wurden den Trainern aus den einzelnen Landesverbänden am 12. und 13. April 2014 in Frankfurt nun das Modul 5 „Beratung“ vorgestellt. Das Hotel in Bahnhofsnähe bot gute räumliche und technische Voraussetzungen für die Veranstaltung. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch unseren DVMB-Geschäftsführer Ludwig Hammel und einem gemeinsamen Mittagessen ging es dann in medias res.
Ludwig Hammel und die Diplompsychologin Esther Glahn stellten im Wechselspiel die Inhalte des Moduls vor und erarbeiteten diese mit den Trainern. Zuerst wurde herausgestellt, dass die Beratung in der Satzung des Bundesverbandes verankert ist und somit zu den Kernaufgaben der DVMB zählt.
Der Begriff „Beratung“ bezeichnet nach Wikipedia umgangssprachlich ein strukturiertes Gespräch oder eine vergleichbare Kommunikationsform oder auch eine praktische Anleitung, die zum Ziel hat, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen oder sich der Lösung anzunähern.
Weiter wurden verschiedene Aspekte der Beratungstätigkeit beleuchtet: Welche Beratungsangebote gibt es in den verschiedenen Ebenen der DVMB? Welches Beratungsverständnis haben wir? Was macht uns kompetent? Im Anschluss daran wurde der Personenkreis der Ratsuchenden und der Informationsbedarf untersucht und erörtert, was die DVMB mit der Beratung leisten will. Ein wichtiges Thema war das Erarbeiten von Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche und zielgerichtete Beratung.
Der letzte Themenblock beschäftigte sich mit den Grenzen unserer Beratung. Hier war die zentrale Frage: Was dürfen wir raten? Juristische und persönliche Grenzen wurden aufgezeigt und erörtert.
Abschließend wurden noch einmal die Kernaussagen des Moduls zusammengefasst.
Ich denke, hier hat das Team Ludwig Hammel, Esther Glahn, Peter Koncet und Karl Stutzki wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet und ein wichtiges Thema kompetent und treffend aufbereitet, so dass die Gruppenleitungsteams nach Durchführung der Schulungen durch die Trainer sehr gut davon profitieren können.
Nachdem unser Tagespensum geschafft war, wurde die Fortbildung am Samstagabend bei einem gemütlichen Glas Äppelwoi in einer urigen Kneipe in Sachsenhausen aufgelockert. Nach dem ersten Gewöhnungsglas kann man sogar Gefallen daran finden! Am Sonntagmittag ging nach einem Schlusswort und gegenseitiger Verabschiedung eine wirklich interessante und erfolgreiche Veranstaltung zu Ende. Unser Dank gilt den Erarbeitern des Moduls und allen Organisatoren der Veranstaltung.

Anschrift der Verfasserin:
Glockenbrink 66
32457 Porta Westfalica