Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 138 (September 2014)

Referentenausbildung Teil I

Ein Seminar in Mainz

Von Angelika Kreitmeier, Mitglied des Vorstands des Landesverbands Bayern

Der Vorstand der DVMB hatte sich entschlossen, wieder mit der Referentenausbildung Teil I zu starten, und hatte hierzu in einem Rundschreiben entsprechend aufgerufen. Acht Anmeldungen lagen nun vor und es wurde ein Termin festgelegt. Am 16. Mai war es soweit: Für die Teilnehmer begann „der erste Schultag“. In einem tollen Hotel untergebracht, wurden wir vom Geschäftsführer der DVMB vor dem Tagungsraum persönlich abgeholt. Ludwig Hammel zeigte sich erfreut, dass sich ein Kreis Interessierter aus den verschiedenen Landesverbänden eingefunden hatte.

Wir waren alle sehr gespannt auf:

  • Was wird uns geboten?
  • Kann ich dies alles umsetzen
  • Wer ist dabei?

Meine Motivation, daran teilzunehmen, war z.B., dass ich bei öffentlichem Sprechen sicherer werde. Nachdem Ludwig Hammel kurz über das Programm informiert und uns Cristina Galfetti – unsere Lehrerin – vorgestellt hatte, waren auch wir damit an der Reihe. Im Anschluss ging es mit der ersten Unterrichtsstunde los. Es war eine Power-Point-Präsentation vorbereitet und Ludwig Hammel stellte diese im Schnelldurchlauf vor. Uns fiel nichts auf. Als Frau Galfetti nach Auffälligkeiten fragte, mussten wir erst überlegen. Was war nicht so günstig bzw. schlecht?

  • zu schnell gesprochen,
  • die Bildpräsentationen zu schnell durchgeblättert,
  • mit dem Rücken zu den Zuhörern gewandt,
  • deshalb fiel auch eine vergessene Gürtelschlaufe an der Hose von Ludwig Hammel auf.

Nun bekamen wir eine Aufgabe gestellt:

  • Vorstellung unseres Wohnortes oder
  • Überzeugung zur Mitgliedschaft in der DVMB.

Nach den einzelnen Referaten betrachtete man sich erst selbst kritisch, besprach zusammen die Auffälligkeiten und was man besser machen bzw. lassen sollte. Nachdem alles „Negative“ und „Positive“ besprochen bzw. erklärt war, wurde auf die Wichtigkeit der Vorbereitung im Tagungsraum (Technik, Licht, Ton) hingewiesen. Somit war der erste Tag geschafft.

Am nächsten Morgen wurde die Veranstaltung mit Prof. Dr. Herbert Kellner fortgesetzt. Dieser erklärte sehr anschaulich die knöchere Veränderung beim Morbus Bechterew anhand einer Power-Point-Präsentation. Dass danach wir selbst aneinander Hand anlegen durften, war sehr interessant. Wir lernten das Ausmessen von Schober, Finger-Boden- und Kopf-Wand-Abstand. Neu war die Ausmessung der Ohr-Wand-Entfernung. Nach der Mittagspause wurden die verschiedenen Anti-TNFalpha-Medikamente und deren Wirkung erklärt. Der zweite Tag war leider sehr schnell aber kurzweilig zu Ende gegangen.

Als Ausgleich erkundeten wir nach dem Abendessen das historische Mainz. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig zurück zum Hotel zum Anpfiff des Pokalfinales im Fußball.

Nun war der letzte Tag der Veranstaltung angebrochen. Prof. Kellner ging nun auf die verschiedenen Fragen ein und beantwortete diese auch sehr anschaulich:

  • Warum verordnen nur Rheumatologen die sogenannten Biologika? – Ein Rheumatologe beantragt bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine Praxisbesonderheit, erst dann sind solche Verordnungen möglich.
  • Klärung von unklaren Diagnosen nur durch ein Zusammensetzen vieler Puzzleteile
  • Wie verhält es sich bei Langzeitverordnungen wie z.B. bei Reha-Maßnahmen: Hierfür steht dem Arzt ein Heilmittelbudget zu Verfügung.
  • Diagnose – Umschulung,
  • Beruf – Arbeitsplatzgestaltung,
  • Bei Erwerbsunfähigkeits-Renten ist eine zeitliche Begrenzung möglich,
  • Grad der Behinderung,
  • Ganzheitlich medizinische Betreuung ist von großem Vorteil.

Zum Schluss der Veranstaltung bedankte sich Ludwig Hammel bei allen Anwesenden und fand, dass wir eine tolle Gruppe waren. Er sowie auch wir freuen uns schon auf den zweiten Teil der Ausbildung im nächsten Jahr. Auch wir – die „Schüler“ – möchten uns für die gelungene, kurzweilige Ausbildungszeit bei unseren „Lehrern“ herzlich bedanken.

Anschrift der Verfasserin:
Kersbacher Weg 7,
91220 Schnaittach