Aus dem Bechterew-Brief Nr. 85 (Juni 2001)

RAMSES der Große, mächtigster Morbus-Bechterew-Betroffener der Weltgeschichte

von Prof. Dr. Ernst Feldtkeller, München^, ASIF-Vizepräsident

Die Vorgänger
Bild 1: Vier 25 m hohe Kolossalstatuen von Ramses dem
Bild 1: Vier 25 m hohe Kolossalstatuen von Ramses dem

Seit etwa 3000 v. Chr. wurde das Alte Ägypten von Pharaonen (Königen) regiert. Die ersten Pharaonen hatten die Stammesgebiete Ober- und Unterägyptens zu einem Staat vereinigt, mit den Hieroglyphen eine einheitliche Schrift eingeführt und eine der ersten Hochkulturen der Erde geschaffen. Heutigen Reisenden sind die Pharaonen des Alten Reichs (2925–2155 v. Chr.) bekannt als Erbauer der großen Pyramiden westlich von Kairo, die Pharaonen den Neuen Reichs (1550–1080 v. Chr.) vor allem durch ihre prunkvollen Gräber im „Tal der Könige“ westlich von Luxor. Letzter Pharao der 18. Dynastie war TUT-ANCH-AMUN (Regierungszeit 1332 bis 1323 v. Chr.), der schon mit 16 Jahren starb und dessen ungeplündertes Grab nach seiner Entdeckung im Jahre 1922 die Welt in Staunen versetzte. In seiner Regierungszeit wurde die weltweit erste monotheistische Religion wieder abgeschafft, die sein Vater ECHNATON eingeführt hatte. Da er selbst keine Kinder hatte, wurden nach seinem Tod zunächst sein Erzieher und Mitregent EJE und dann General HAREMHAB als Pharao ausgerufen, bevor ein weiterer Offizier als RAMSES I. (Ra-mes-su = „dessen Vater der Sonnengott Ra war“) die 19. Dynastie begründete.

Bild 2: Die 134 bis zu 24 m hohen Säulen der von Ramses II. erbauten großen Säulenhalle im Reichstempel von Karnak sind über und über mit seinen Namenskartuschen und Heldentaten verziert
Bild 2: Die 134 bis zu 24 m hohen Säulen der von Ramses II. erbauten großen Säulenhalle im Reichstempel von Karnak sind über und über mit seinen Namenskartuschen und Heldentaten verziert
Ägypten auf dem Höhepunkt der Macht:

Ramses II. Als Enkel von RAMSES I. bestieg RAMSES II. im Jahre 1298 v. Chr. zwanzigjährig den Thron. Er erbte ein Reich, das im Norden von den Hethitern bedroht war, die ihre Hauptstadt Hattusha in Anatolien hatten. Nach dem Sieg seines Vaters SETHOS I. über den Hethiterkönig MUWATALLI sann dieser auf Rache. Bei Kadesch nördlich des heutigen Libanon kam es zur Schlacht zwischen der 35 000 Mann starken ägyptischen Armee und den etwa gleichstarken Hethitern. Jeder der 3500 hethitischen Kriegswagen wurde von 2 Pferden gezogen und war mit einem Wagenlenker, einem Schildträger und einem Lanzenwerfer und Bogenschützen besetzt. Ramses glaubte falschen Überläufern, das Hethiterheer sei noch weit entfernt, und wurde plötzlich umzingelt und vom Großteil seines Heeres abgeschnitten. Nur mit knapper Not konnte sich der 25-jährige Pharao durch die Reihen der Gegner schlagen und der Gefangenschaft entgehen. Doch auch die Hethiter waren nach der Schlacht so geschwächt, dass beide in ihre Hauptstädte zurückkehrten und dort ihren „Sieg“ feierten. HATTUSIL III., der Nachfolger MUWATALLIs, bot dem Pharao Frieden an. Im Jahre 1280 v. Chr. wurde der erste internationale Friedensvertrag geschlossen, dessen Text uns überliefert ist. Im Jahre 1267 v. Chr. wurde der Friede weiter gefestigt, indem RAMSES II. eine Tochter HATTUSILs heiratete. Er konnte sich nun ganz seinem Land und seiner eigenen Verherrlichung durch ein gewaltiges Bauprogramm widmen. RAMSES der Große, wie er später genannt wurde, lebte und regierte bis ins hohe Alter von 87 Jahren, nach der längsten Regierungszeit, die je ein Herrscher im Altertum aufzuweisen hatte. Seine 200 Frauen gebaren ihm 79 (nach einer anderen Quelle 96) Söhne und 59 bzw. 60 Töchter. Er überlebte viele seiner Kinder, so dass erst sein 14. Sohn MERENPTAH als alter Mann sein Nachfolger wurde. Ramses II. überzog Ägypten geradezu mit gewaltigen Bauwerken. Zu den bekanntesten zählen das „Ramesseum“, an dessen Wänden in dramatischen Reliefs die Siege des Herrschers dargestellt sind, die große Säulenhalle im Tempel von Karnak (Bild 2),die Kolonnade von Luxor und die Tempelanlage von Abu Simbel, vor deren Fassade vier riesige Statuen des Herrschers aus dem Fels gemeißelt wurden, jede 25 Meter hoch (Bild 1).

Bild 3: Der Kopf der Mumie von Ramses II. zeigt auch heute noch etwas vom Majestätischen und von der ungeheuren Energie dieses überragenden Menschen
Bild 3: Der Kopf der Mumie von Ramses II. zeigt auch heute noch etwas vom Majestätischen und von der ungeheuren Energie dieses überragenden Menschen

Doch damit nicht genug: bis zu 1000 Tonnen schwere Granitkolosse mit seinem Antlitz wurden auf Flößen von Assuan bis nach Theben oder Memphis transportiert, um dort vom Ruhm des großen Herrschers zu künden. Auch gründete er neue Städte und sicherte die Grenzen des Reichs mit Festungen. In seiner neuen Hauptstadt Pi-Ramses im Nildelta fand ein Archäologenteam aus Hildesheim kürzlich einen mit Gold ausgelegten Fußboden. In seine Regierungszeit fällt der Zug des Volkes Israel durch die Wüste Sinai, und er war es wohl auch, mit dem MOSES verhandeln musste, um den Auszug aus Ägypten zu erreichen. Altägyptische und römische Geschichtsschreiber des 1. Jahrtausends v. Chr. berichten allerdings davon, dass es der Pharao war, der die Anhänger des von ECHNATON eingeführten und seit TUTANCHAMUN verbotenen monotheistischen ATON-Kults veranlasste, Ägypten zu verlassen. Manchmal hieß deren Anführer in den Berichten ebenfalls MOSES (ein damals in Ägypten häufiger Name), bei anderen war es ein Königssohn mit Namen MINEPHTA. Auch in der biblischen Version war MOSES das Adoptivkind einer Königstochter.

räber, Grabräuber und Priester im „Tal der Könige“


Um ihrer Seele ein angenehmes Leben nach dem Tode zu sichern, ließen sich die Pharaonen prunkvolle Gräber erbauen und mit allem ausstatten, was im Jenseits nötig war. Selbstverständlich gehörten dazu auch die Juwelen, die sicherstellten, dass der Pharao im Jenseits als solcher erkannt wurde. Die Leichen wurden in einem komplizierten chemischen Verfahren mumifiziert. Um die ewige Ruhe des Toten sicherzustellen, wurden über den Königsgräbern das Alten Reichs gewaltige Pyramiden errichtet. Im Mittleren Reich (2050–1778 v. Chr.) wurde die Grabkammer durch ein kompliziertes System von Gängen geschützt. Doch all diese Maßnahmen erwiesen sich als nutzlos. Grabräubern gelang es immer wieder, in die mit schweren Steinblöcken verschlossenen Gänge vorzudringen und sich der Schätze zu bemächtigen. Die Pharaonen der 18. Dynastie ließen deshalb ihre Gräber heimlich in einem schwer zugänglichen Felstal anlegen und gut bewachen. Doch auch das „Tal der Könige“ (Bild 4) wurde bald von Grabräubern heimgesucht.

Bild 4: Das „Tal der Könige“, zunächst versteckte und gut bewachte Begräbnisstätte der Pharaonen des „Neuen Reichs“ (1550–1080 v. Chr.), dann Schauplatz nächtlicher Raubzüge, heute ein Muss für jeden Ägyptenreisenden. Vor vielen Königsg
Bild 4: Das „Tal der Könige“, zunächst versteckte und gut bewachte Begräbnisstätte der Pharaonen des „Neuen Reichs“ (1550–1080 v. Chr.), dann Schauplatz nächtlicher Raubzüge, heute ein Muss für jeden Ägyptenreisenden. Vor vielen Königsgräbern stehen heute Einhangshallen aus Beton, so auch vor dem Grab Ramses des Großen (Pfeil). Der Eingang des Tals liegt recht im Hintergrund

Bestechung und Verrat waren an der Tagesordnung, wie man den auf Papyrus geschriebenen Gerichtsakten aus dieser Zeit entnehmen kann. Die Verurteilten wurden schwer bestraft. Um das Jahr 1000 v. Chr. machten ganze Banden die Gräber unsicher und schreckten nicht davor zurück, Mumien zu zerstören, um an ihre Schätze heranzukommen. Für die Priester, die die Gräber bewachten, war die Lage so aussichtslos, dass sie schließlich die Königsmumien immer wieder woanders versteckten. Auf in den Leichentüchern verborgenen Etiketten wurde buchgeführt, von wo nach wo die Mumien transportiert wurden. Dreizehn schlecht erhaltene Mumien wurden schließlich im Grab von AMENHOTEP II. zusammengetragen, der das Land von 1438 bis 1412 v. Chr. regiert hatte und bei uns unter seinem griechischen Namen AMENOPHIS II. bekannt ist. Die besser erhaltenen Mumien wurden im Grab der Königin INHAPI außerhalb des „Tals der Könige“ versteckt, in der Nähe des berühmten Riesentempels der Königin HATSCHEPSUT. Hier fanden die Mumien für 3000 Jahre Ruhe. Die Zugänge zu diesen Gräbern gerieten in Vergessenheit und waren bald nicht mehr zu erkennen.

Wiederentdeckung und Sicherstellung

Im 19. Jahrhundert war Luxor ein berühmter Antiquitätenmarkt, auf dem immer wieder altägyptische Objekte angeboten wurden. 1874 stellte der Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo fest, dass in Luxor Figuren aus Königsgräbern auftauchten, die zweifellos echt waren. Er ordnete eine Untersuchung an, die zunächst ergebnislos war. 1881 kam endlich heraus, dass ein Bewohner des Dorfs Qurna namens Ahmed Abd ELRASSOUL in einer Felswand das Versteck der Pharaonen-Mumien in der Nähe des HATSCHEPSUT-Tempels entdeckt hatte. Gemeinsam mit seinem Bruder Mohammed hatte er versucht, daraus Geld zu machen. Trotz der angewandten Folter beim Verhör weigerten sich beide, ihr Wissen preiszugeben. Doch kurze Zeit darauf führte Mohammed, nach Zusicherung von Straffreiheit, einen Polizisten und einen Museums-Abgesandten zu dem Versteck. Hinter einem kleinen Loch in der Felswand lag ein 200 m langer 3 m breiter Gang voller Sarkophage, Skulpturen, unzähliger Geräte, Schmuckstücke und Gefäße. Um der weiteren Räuberei zuvorzukommen, wurde sofort der Abtransport vorbereitet. Am 14. Juli 1881 verließ das Dampfschiff der Regierung Luxor in Richtung Kairo, an Bord die Mumien von 40 Pharaonen und Königinnen, darunter auch die von Ramses dem Großen. Unterwegs verließen die Leute ihre Felder, um den Königen ihrer Vorfahren die Referenz zu erweisen. Männer schossen in die Luft, Frauen wehklagten und bedeckten ihre Köpfe mit Erde. 1898 fand ein französischer Ägyptologe das Grab von AMENOPHIS II. im Tal der Könige. Mit im Sarkophag lag sein berühmter Bogen, von dem es hieß, dass keiner seiner Soldaten und auch kein ausländischer Prinz ihn spannen konnte, nur er selbst. In einem Nebenraum, den die Priester der 21. Dynastie als Versteck ausgewählt hatten, lagen weitere 13 Mumien, darunter 9 Pharaonen aus der 18. bis 20. Dynastie. Zu ihnen gehörte auch MERENPTAH, der Sohn und Nachfolger von Ramses II. Die identifizierbaren Mumien wurden wiederum nach Kairo gebracht. AMENOPHIS II. beließ man in seinem Sarkophag, wie man ihn gefunden hatte. Er war einer der wenigen Pharaonen, die in ihrem eigenen Grab vorgefunden wurden. Die Entscheidung erwies sich allerdings als wenig glücklich: Im Jahre 1901, drei Jahre nach seiner Entdeckung, überwältigten 13 bewaffnete Räuber die Wächter, rissen die Mumie aus dem Sarkophag, warfen sie auf den Boden und öffneten die Bandagen, um nach Juwelen zu suchen. Daraufhin wurde auch diese Mumie sicherheitshalber ins Museum nach Kairo gebracht. Wie sich herausstellte, gehörten die Räuber zur Familie EL-RASSOUL.

Bild 5: Der Sarkophag von Amenophis II. (Pharao 1438–1412 v. Chr.), der ebenfalls vom Morbus Bechterew betroffen war und in dessen Grab im Tal der Könige die Priester die Mumien von 9 weiteren Pharaonen zum Schutz vor Grabräubern ersteckt hatten
Bild 5: Der Sarkophag von Amenophis II. (Pharao 1438–1412 v. Chr.), der ebenfalls vom Morbus Bechterew betroffen war und in dessen Grab im Tal der Könige die Priester die Mumien von 9 weiteren Pharaonen zum Schutz vor Grabräubern ersteckt hatten
Medizinische Untersuchungen und Konservierung

Nach ihrer Ankunft im Kairoer Museum wurden die Mumien nochmals ausgewickelt, aber diesmal nicht von Grabräubern, sondern von Medizinern und Archäologen. 1912 veröffentlichten die Wissenschaftler ihre Untersuchungsergebnisse in einem Buch mit dem Titel „The Royal Mummies“ (die königlichen Mumien). Systematische Röntgenaufnahmen einer ganzen Reihe von Mumien wurden 1967 angefertigt, als eine amerikanische Expedition mit einem Durchstrahlungsgerät nach Nubien unterwegs war und von der ägyptischen Altertümerverwaltung eingeladen wurde, auch die Sammlung königlicher Mumien zu durchleuchten. Die Ergebnisse wurden im „XRay Atlas of the Royal Mummies“ (Röntgenatlas der königlichen Mumien) veröffentlicht und brachten interessante Einsichten in die altägyptische Verbreitung von Krankheiten und die damaligen Behandlungsmethoden. Eine Spondylitis ankylosans wurde nur bei AMENOPHIS II. festgestellt, von dem oben schon die Rede war. Die Mumie von RAMSES II. wurde besonders gründlich untersucht, als sie 1976 zur Konservierung im Zusammenhang mit einer großen Ausstellung „Ramsès II“ im Musée de l’Homme nach Paris geflogen wurde. Hier wurden außer Röntgenaufnahmen auch endoskopische, bakteriologische, mycologische (auf Pilzbefall) und entomologische Untersuchungen (auf Insektenbefall) vorgenommen, um einem weiteren Verfall der Mumie vorbeugen zu können. Auch die vorhandenen Pollen und Pflanzenreste wurden untersucht, um über die Mumifizierungs- und Bestattungsriten genaueres zu erfahren. Die Mumie wurde einer intensiven Gammabestrahlung unterzogen, um jeglichen Mikrobenbefall abzutöten. Auch über diese wissenschaftlichen Arbeiten gibt es ein dickes Buch mit dem Titel „La momie de Ramsès II“ (Die Mumie von Ramses II). Das ungewöhnlich hohe Alter von Ramses II. wurde sowohl durch die amerikanischen als auch durch die französischen Untersuchungen bestätigt. An der Identität der Mumie besteht kein Zweifel. Die französischen Forscher stellten an Hand der Röntgenaufnahmen fest, dass die überlieferten Skelettbeschwerden von Ramses II. mit ziemlicher Sicherheit auf einer Spondylitis ankylosans beruhten. Die Längsbänder der Wirbelsäule waren verknöchert (Bild 6).

Bild 6: Xeroradiographie* der Lendenwirbelsäule von Ramses II. Dass die Bandscheiben trotz des hohen Alter eine Höhe behielten, wie man sie bei den 35- Jährigen aus dieser Zeit nicht findet, ist  nur im Zusammenhang mit der Bänderverknöcherung im Rah
Bild 6: Xeroradiographie* der Lendenwirbelsäule von Ramses II. Dass die Bandscheiben trotz des hohen Alter eine Höhe behielten, wie man sie bei den 35- Jährigen aus dieser Zeit nicht findet, ist nur im Zusammenhang mit der Bänderverknöcherung im Rahmen seiner Spondylitis ankylosans zu verstehen. *) Röntgenaufnahme, bei der (analog zum Laserdrucker) das Bild von einer elektrostatisch aufgeladenen Platte auf Papier übertragen wird

Die Zwischenwirbelabstände waren größer als bei den mit 35 Jahren Verstorbenen. Bei einer Arthrose hätte man in dem hohen Alter eher noch kleinere Abstände erwartet. Der Befund passte gut zu der Meinung mancher Ägyptologen, dass Ramses II. auf bildlichen Darstellungen einen relativ steifen Eindruck machte. In der Halswirbelsäule fanden die Forscher einen Wirbelbruch (Bild 7), der nach dem Tod des Herrschers absichtlich herbeigeführt wurde, um vor der Mumifizierung die Wirbelsäule wieder geradezurichten. Im Bild 8 ist der Versuch gemacht, die Bruchflächen in Gedanken wieder zusammenzufügen. Die Kopfhaltung, die sich dadurch für Ramses II. vor seinem Tod ergibt, ist uns älteren Morbus- Bechterew-Patienten nur allzu geläufig. Eine Durchsicht aller veröffentlichter Röntgenaufnahmen von Pharaonenmumien durch Prof. Dr. H. HOLZMANN von der Max-Grundig-Klinik in Bühl ergab, dass auch bei MERENPTAH, dem Sohn und Nachfolger von Ramses II., Anhaltspunkte für eine Spondylitis ankylosans bestehen. Dies geht aus einem unveröffentlichten Entwurf hervor, den mir Prof. LEMMEL dankenswerter Weise noch nicht mit Gammastrahlen konserviert wurde, ist er der einzige der drei pharaonischen Bechterewler, bei dem eine Bestimmung des HLA-B27-Status mit modernen gentechnischen Mitteln möglich wäre. Eine versteifte Wirbelsäule hatte auch Thutmosis I. (um 1500 v. Chr.). Aber bei ihm handelte es sich um eine diffuse idiopathische Skelett-Hyperostose (abgekürzt DISH, siehe Bechterew-Brief Nr. 45 S. 17–21 = Heft 2 der DVMBSchriftenreihe S. 23–27 und Bechterew- Brief Nr. 63 S. 3–8). Amenophis II, Ramses der Große, Merenptah und – 1500 Jahre später – der Heilige Apa Bane (siehe Bechterew- Brief Nr. 71 S. 27–29) sind nicht nur die frühesten Morbus-Bechterew-Betroffenen, deren Namen und persönliche Geschichte wir kennen. Sie sind auch frühe Beispiele dafür, dass Morbus- Bechterew- Betroffene wie andere Menschen in der Lage sind, Außerordentliches zu leisten.

Anschrift des Verfassers: Michaeliburgstr. 15, 81671 München Quellen: H. Stierlin: Die Welt der Pharaonen Gondrom Verlag Bayreuth 1978 C. Massare: Anatomo-radiologie et vérité historique a propos du bilan xéroradiographique de Ramsès II. Bruxelles-Médical 59 (1979) 163–170 J. E. Harris und E. F. Wente (Herausgeber): An X-Ray Atlas of the Royal Mummies. Chicago 1980 La Momie de Ramsès II. Éditions Recherche sur les Civilisations, Paris 1985 J. Assmann : Moses der Ägypter. Carl Hanser Verlag München 1998 Holzmann H.: Systemische versteifende Wirbelsäulenerkrankungen bei Pharaonen – eine ätiopathogenetische und radiographische Studie. Unveröffentlichtes Manuskript Die Bilder 1, 2, 4 und 5 wurden vom Verfasser an den genannten Orten aufgenommen. Das Bild 3 stammt aus dem Buch „Götter, Gräber und Gelehrte“ von C. W. Ceram. Das Bild 6 wurde der Veröffentlichung von C. Massare entnommen. Die Bilder 7 und 8 stammen aus dem Buch „La Momie de Ramsès II“. Herrn Prof. Dr- E.-M. Lemmel danken wir dafür, dass er uns die an 3., 4. und 6. Stelle genannten Quellen zur Verfügung stellte.

Bild 7: Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule von Ramses II. mit Knochenbrücken im Sinne einer Spondylitis ankylosans und einem Wirbelbruch beim 6. Halswirbel, der nach dem Tod des Königs vor der Mumifizierung vorgenommen wurde, um die Wirbelsäule wied
Bild 7: Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule von Ramses II. mit Knochenbrücken im Sinne einer Spondylitis ankylosans und einem Wirbelbruch beim 6. Halswirbel, der nach dem Tod des Königs vor der Mumifizierung vorgenommen wurde, um die Wirbelsäule wieder geradezurichten.
Bild 8: Die Mumie Ramses II. auf dem Laken des Sarkophags. Mit eingezeichnet ist die Kopfhaltung, die sich ergeben würde, wenn man den nach seinem Tod eingetretenen Wirbelbruch wieder korrekt zusammenfügen würde
Bild 8: Die Mumie Ramses II. auf dem Laken des Sarkophags. Mit eingezeichnet ist die Kopfhaltung, die sich ergeben würde, wenn man den nach seinem Tod eingetretenen Wirbelbruch wieder korrekt zusammenfügen würde