Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 140 (März 2015)

Was tun gegen Müdigkeit bei Morbus Bechterew?

Von Dr. Jane Martindale, Ärztin für Physikalische Therapie, Wrightington Hospital, England

Als Ärzte müssen wir erkennen, dass wir leider nicht alle Antworten parat haben, um den Patienten zu helfen, mit den Folgen der krankheitsbedingten Müdigkeit zu Recht zu kommen. Zur Zeit verstehen wir nicht einmal, was es mit der Morbus-Bechterew-bedingten Müdigkeit auf sich hat und was man wirksam gegen sie tun kann. Vielleicht können Ihnen die nebenstehenden Tipps helfen, die auf den Erfahrungen von Morbus-Bechterew-Patienten beruhen.
Müdigkeit kann für verschiedene Menschen eine unterschiedliche Bedeutung haben. Sie kann in einer völligen Mattheit bestehen, wie bei einem Grippe-Anfall, in einem Gefühl der Ausgelaugtheit, Energielosigkeit, sogar nach dem Ausruhen, einer völligen Zerschlagenheit und Schlappheit.
Die Morbus-Bechterew-bedingte Müdigkeit kann unterschiedliche Menschen auch in unterschiedlichem Ausmaß befallen. Sie kann sich äußern als Energieverminderung bei der Erledigung der Alltagsaufgaben, bei der Beschäftigung mit Hobbies oder beim Einkaufen. Sie kann zu Konzentrationsschwierigkeiten führen, zu Schwierigkeiten beim Denken und Sprechen. Sie kann die Einsatzbereitschaft mindern oder die Fähigkeit zur Berufsausübung.
Schmerzen und Schlafstörungen können zur Müdigkeit beitragen, aber auch die Anspannung bei der Einnahme der Arbeitshaltung. Blutarmut und emotionale Faktoren wie Angst und Depression können eine Rolle spielen.

Einige Ideen, was man gegen die krankheitsbedingte Müdigkeit tun kann

Arbeitsplanung:

  • Planen Sie während des Tages kurze Ruhepausen ein.
  • Planen Sie eine Ruhepause vor dem Beginn einer Aktivität ein.
  • Suchen Sie nach einem Gleichgewicht zwischen anstrengenden Tätigkeiten (Staubsaugen, Wäschewaschen, Bügeln) und leichteren Tätigkeiten (Staubwischen, kurze Wege) innerhalb eines Tages oder einer Woche.

Prioritäten setzen:

  • Muss die Aufgabe heute erledigt werden oder kann sie in kleinere Arbeitsschritte aufgeteilt werden?
  • Haben Sie genügend Energie, um die Aufgabe heute zu erledigen?
  • Wie wichtig ist Ihnen die Aufgabe?
  • Wenn Sie einen anstrengenden Tag vor sich haben: Lassen Sie unnötige Aktivitäten weg.

Ausgleich zwischen Ruhe und Übungen:

  • Regelmäßige Bewegungsübungen werden Ihre allgemeine Fitness verbessern und Ihre Muskeln stark genug erhalten, um die Gelenke zu stützen.
  • Empfehlenswert sind 30-minütige Bewegungsübungen 5 mal in der Woche.
  • Wählen Sie die Übungsmethode, die am besten zu Ihnen passt.
  • Beginnen Sie langsam, mit regelmäßigen Pausen, und setzen Sie sich ein Zeitlimit für die Aktivität.

Für guten Schlaf sorgen:

  • Vermeiden Sie jeglichen Lärm.
  • Vermeiden Sie Koffein und Alkohol einige Stunden vor dem Zubettgehen.
  • Benutzen Sie das Schlafzimmer nicht zum Fernsehen.
  • Vermeiden Sie Lektüre, die Ihre Gedanken zu sehr anregen.
  • Versuchen Sie es mit einem warmen Bad vor dem Schlafengehen.
  • Wenn Sie nicht schlafen können: Stehen Sie auf und gehen Sie ein wenig herum.

Entspannung:

  • Kann hilfreich sein gegen Gefühle von Angst und Stress.
  • Kann  hilfreich sein als Vorbereitung auf den Schlaf.

Anschrift der Verfasserin: Wrightington Wigan & Leigh NHS Foundation Trust  Wigan Lane, Wigan,
                                                  Manchester WN1 2NN United Kingdom

Quelle: AS News, Mitgliederzeitschrift der Britischen “National Ankylosing Spondylitis Society” Frühjahrs-Heft 2014