Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 141 (Juni 2015)

TRX® Suspension Training in der Rehabilitation am Beispiel eines Morbus-Bechterew-Patienten

Von Jonathan Wagner, Absolvent der PT-Akademie, Schule für Physiotherapie an der BG Unfallklinik Ludwigshafen am Rhein

Eine körperliche Leistungssteigerung im Sport und im Alltag mit nur einem Trainingsgerät! Das Erfolgsrezept besteht aus zwei Nylonbändern mit jeweils einem Griff und einer Fußhalterung sowie einer simplen Montierungsvorrichtung mit einem Karabiner. Durch ein paar Handgriffe und kleine Veränderungen der Körperausrichtung im Raum wird die Intensität der Übung variiert. Die Übungen basieren auf den Grundlagen des Konditionstrainings und sensomotorischen Trainings, welches zum Ziel hat, die Steuerung von Bewegungen durch Sinnesrückmeldungen zu verbessern.
Das „TRX Suspension Training“ genießt einen immer größer werdenden Stellenwert und eine stetig ansteigende Zahl der Anwendung in der Fitness- und Gesundheitsbranche. Auf Grund eigener Erfahrungen und positiver Fortschritte mit dem Gerät wollte ich mehr über diese neue Trainingsart erfahren.
Mit dem Hintergrund, eine Semesterarbeit im Verlauf der Ausbildung zum Physiotherapeuten an der PT-Akademie – Schule für Physiotherapie an der BG Unfallklinik Ludwigshafen zu gestalten, hatte sich dieses Thema im Fachbereich Orthopädie für mich angeboten. In meiner Arbeit beschäftigte ich mich mit der Frage, welche Auswirkungen das TRX Suspension Training in der Rehabilitation am Beispiel eines Morbus-Bechterew-Erkrankten haben kann.
Keine Bewegung unseres Körpers funktioniert isoliert. Schon bei einer kleinen und simplen Bewegung des Armes (z.B. das Herausholen einer Flasche aus dem Regal) benötigen wir Arm-, Schulter-, Nacken-, Rumpf- und sogar Beinmuskulatur. Der menschliche Körper besteht aus vielen „Muskelschlingen“, die perfekt miteinander harmonieren müssen, um solche Bewegungen auszuführen. Unter Muskelschlingen versteht man mehrere Muskelgruppen, die koordiniert zusammenarbeiten müssen, um eine Zielbewegung ausführen zu können.
Der ehemalige Navy Seal (Elitesoldat der US-Marine) Randy HETRICK ist der Gründer von Fitness Anywhere. Da er und seine Kameraden immer in Topform und fit bleiben mussten, egal wo sie sich auf der Welt befanden, entwickelte er TRX (Total Body Resistance Exercise). Schnell gelang es dem Erfinder, eine Reihe von Übungen zu entwickeln, die das eigene Körpergewicht als Widerstand nutzen. Außerdem wurde deutlich, dass diese Trainingsform nicht nur isoliert eine Muskelgruppe trainiert, sondern auch Aspekte der Koordination, Gleichgewicht, Flexibilität, Stabilisation und Ausdauer mit nur einem Training abdeckt.1
Es zeichnet sich dadurch aus, dass entweder die Füße oder die Hände in den Schlaufen eingehängt werden, während die andere Extremität Bodenkontakt hat. Durch kleine Veränderungen der Körperausrichtung im Raum oder der Länge der TRX-Schlingen kann jede Übung in ihrer Schwierigkeit erschwert und somit das Training noch intensiver gestaltet werden. Dies ermöglicht ein schnelles und effektives Ganzkörpertraining für Anfänger und Fortgeschrittene. Das funktionelle Suspension Training legt seinen Schwerpunkt auf die Kräftigung der Rumpfmuskulatur durch Verschiebung des Körperschwerpunkts. Besonders wichtig ist daher in jeder Phase der Übung, die Rumpfmuskulatur anzuspannen und eine gute Grundspannung im Körper zu haben.

1) TRX Suspension Training, Group Course – Benutzerhandbuch. Verlag Fitness Anywhere Inc. San Francisco, S. 4.

Dehnung unterer und oberer Rücken (Startposition)
Dehnung unterer und oberer Rücken (Startposition)

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