Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 145 (Juni 2016)

Internationales Arbeitstreffen 2016 der Spondyloarthritis-Forscher an der Spree

Bild oben: Eisschollen auf der Spree beim Bahnhof Friedrichstraße

Von Prof. Dr. Ernst Feldtkeller, München, und Privatdozent Dr. med. Jan Brandt-Jürgens, Berlin

Jedes Jahr im Januar treffen sich die Mitglieder der ASAS (Assessment of SpondyloArthritis international Society) in einem anderen Land zu einem Arbeitstreffen, um gemeinsame Forschungsprojekte zu besprechen. Dieses Jahr fand das Treffen mit 125 Teilnehmern wieder einmal in Deutschland statt, in einem großen Hotel beim Bahnhof Friedrichstraße in Berlin.1
Eine umfangreiche Tagesordnung wurde in 1½ Tagen zügig abgearbeitet.

Der ASAS Gesundheits-Index

Bereits beim ASAS-Workshop des Jahres 2014 berichtete die DVMB-Forschungspreisträgerin Dr. Uta KILTZ aus Herne über die Fertigstellung des ASAS-Gesundheitsindex (Health Index).2 Dieser Maßstab für den Gesundheitszustand von Spondyloarthritis-Patienten enthält 17 Fragen, auf die der Patient mit ja oder nein antworten darf (Tabelle 1). Der Gesundheitsindex als Anzahl der mit „ja“ beantworteten Fragen kann Werte von 0 (bester Zustand) bis 17 (schlechtester Zustand) annehmen. Diesmal berichtete Frau Dr. Kiltz über die erfolgreiche Erprobung des Gesundheits-Index mit Hilfe von 1548 Spondyloarthritis-Patienten.

ASAS Utility-Index

Dr. Ivette ESSERS von der Universität Maastricht (Niederlande) berichtete über ihre Arbeit am ASAS-Utility-Index, bei dem für 8 Fragen aus dem Gesundheitsindex abgefragt wird, wie wichtig dem Patienten dieser Krankheitsaspekt ist. Die Fragen wurden von 200 Patienten nach ihrer Wichtigkeit ausgewählt. Am wichtigsten waren den Patienten die Schmerzfreiheit, ein guter Schlaf und wenig Erschöpfung.
Bei einem Vergleich der Patienten aus 5 Industrieländern fiel ihr auf, dass die Schmerzfreiheit den Patienten aus Deutschland im Mittel weniger wichtig war als den Patienten der anderen Länder, während die Sorge vor finanziellen Einbußen in Deutschland höher bewertet wurde als in anderen Ländern.

1) Bild oben: Eisschollen auf der Spree beim Bahnhof Friedrichstraße.
2) MBJ Nr. 137 S. 21–23, Nr. 141 S. 12

Tabelle 1: Deutsche Version des ASAS-Gesundheitsindex. Jede  Aussage wird entweder mit „Ich stimme zu“ oder mit „Ich stimme nicht zu“ beantwortet. Bei den Aussagen 7 und 8 gibt es außerdem die Möglichkeit, nicht zu antworten, z.B. weil man nicht Auto fährt.
Quelle: www.asas-group.org/clinical-instruments/ asas_health_index/asas_hi_german.pdf
  1. Manchmal muss ich alltägliche Aktivitäten wegen meiner Schmerzen unterbrechen.
  2. Es fällt mir schwer, lange zu stehen.
  3. Es fällt mir schwer, schnell zu laufen.
  4. Es fällt mir schwer, die Toilette zu benutzen.
  5. Ich bin oft erschöpft.
  6. Ich versuche, körperliche Anstrengungen zu vermeiden.
  7. Ich habe das Interesse an Sex verloren.
  8. Ich habe Schwierigkeiten, die Pedale in meinem Auto zu bedienen.
  9. Es fällt mir schwer, zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen.
  10. Ich bin nicht in der Lage, im Freien auf ebenem Gelände zu gehen.
  11. Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren.
  12. Ich bin durch meine eingeschränkte Beweglichkeit beim Reisen beeinträchtigt.
  13. Ich bin oft frustriert.
  14. Es fällt mir schwer, meine Haare zu waschen.
  15. Ich habe aufgrund meiner Rheumaerkrankung finanzielle Einbußen erlitten.
  16. Ich schlafe nachts schlecht.
  17. Ich kann meine Probleme nicht bewältigen.

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