Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 145 (Juni 2016)

Referentenausbildung Teil II, ein Seminar in Ulm

Ein Seminar in Ulm

Von Jasmin de Beyer, Münster in Westfalen

Es ist nun schon einige Jahre her, dass eine Gruppe erfahrener DVMB-Mitglieder zu Referenten ausgebildet wurden (MBJ 114, S.44, 123 S.45, 136 S.43). Diese Referenten haben inzwischen schon bei vielen Vorträgen ihr Wissen weitergegeben. Zur Verstärkung dieser Gruppe wurde eine neue Ausbildung mit 4 Seminaren begonnen (MBJ 138 S.43).
Mitte Oktober fand der zweite Teil der Ausbildung der 8 neuen Referenten der DVMB in Ulm statt. Im Mittelpunkt dieses Seminars stand das Thema „Vorträge richtig präsentieren“. Die Teilnehmer hatten im Vorfeld die Aufgabe bekommen, selbstständig einen Vortrag zu einem Thema ihrer Wahl zu erstellen, um diesen im Rahmen der Veranstaltung zu halten.
Das Seminar begann am Freitagnachmittag mit einem Vortrag von Rechtsanwältin Meike Schoeler zum Thema Sozialrecht. Grundlegend erläuterte sie zunächst, wie der Ablauf von sozialrechtlichen Verfahren im Schwerbehindertenrecht gegliedert ist und was die Rechte und Pflichten der Antragsteller sind. Meike Schoeler erklärte auch, wo der Morbus Bechterew innerhalb der versorgungsmedizinischen Grundsätze bzw. Tabellen einzuordnen ist und welche Faktoren hierbei berücksichtigt werden müssen.
Des Weiteren wurden auch sozialrechtliche Themen wie Schwerbehinderung am Arbeitsplatz, Rentenansprüche und stationäre wie auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen besprochen.
Der zweite Tag begann mit den Vorträgen der Referenten, die sich aus einem breiten Themenspektrum von den 3 B’s der DVMB bis hin zu westfälischen Begrifflichkeiten zusammensetzten. Im Anschluss an jeden Vortrag gab es ein kurzes Feedbackgespräch, in dem die Teilnehmer und die Referenten ihre Eindrücke erläuterten. Besonders die Rückmeldungen durch die anderen Teilnehmer wurden von den Referenten hoch geschätzt, da sie so einen Einblick erhielten, wie sie auf Zuhörer wirken.
Neben der fachlichen Ausbildung wurde zwischendurch auch ein kulturelles Programm angeboten. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, das Ulmer Münster zu besuchen, welches mit seinem knapp 162 m hohen Turm den höchsten Kirchturm der Welt besitzt. Im Anschluss referierte die Sozialpädagogin Cristina Galfetti zum Thema Rhetorik. Dabei ging sie insbesondere auf Körpersprache, Didaktik, Nervosität und den Umgang mit Fragen ein.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Vortrages war die subjektive Wahrnehmung. Durch praktische Übungen wurde verdeutlicht, dass jeder Mensch Informationen und Reize anders verarbeitet und so individuelle Eindrücke entstehen.
Zur Ergänzung des theoretischen Teils führte Geschäftsführer Ludwig Hammel praktische Beispiele anhand weiterer Vorträge an.
Am letzten Seminartag fand eine offene Frage- und Informationsrunde mit Prof. Dr. Herbert Kellner aus München statt. Hierbei wurden Fragen zu neuen Biosimilars, mögliche Alternativen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis besprochen. Durch seine langjährige Erfahrung im Bereich der Rheumatologie konnte Professor Kellner anhand vieler Beispiele aus der Praxis, aber auch mit seinen wissenschaftlichen Kenntnissen, die Fragen der Teilnehmer beantworten.
Das Seminar wurde mit einem Abschlussgespräch und einer Evaluation beendet. Wie bereits im ersten Teil der Ausbildung konnten die Teilnehmer ihre Fähigkeiten und Kenntnisse vertiefen und blicken bereits jetzt schon freudig auf den nächsten Termin in Erfurt.
Adresse der Verfasserin: Sibeliusstr. 7, 48147 Münster