Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 146 (September 2016)

Die DVMB fit für die Zukunft machen

Ein Bericht von der Delegiertenversammlung der DVMB 2016 in Niederwerrn

Von Peter Koncet, Mitglied des DVMB Bundesvorstands

Herzliche Grußworte fand Bettina Bärmann, Bürgermeisterin von Niederwerrn und Hausherrin der „Hugo-von-Trimberg-Halle“, für die Delegierten der in diesem Jahr zweitägigen Bundes-Delegiertenversammlung. Ebenso freute sich der Landrat des Landkreises Schweinfurt, Florian Töpper, in seiner Begrüßung darüber, dass die Vertreter aller Landesverbände nahe am Sitz der Bundesgeschäftsstelle in seinem Landkreis zu Gast waren.

Appell des Bundesvorsitzenden
Grußworte des Landrats Florian Töpper
Grußworte des Landrats Florian Töpper

Im Rahmen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr fragte der Vorsitzende Peter Hippe die Versammlung, warum es uns seit fünf Jahren nicht gelingt, den Mitgliederverlust – der zwar von Jahr zu Jahr leicht zurück geht – zu stoppen. Er bedankte sich zunächst bei den Delegierten, die in der Mehrheit Vertreter der örtlichen Ebene sind, für ihre geleistete Arbeit. In der Regel sind sie die erste Anlaufstelle für interessierte Betroffene. Doch gerade an der Basis gelingt es uns nicht, vom Image eines Sport- oder Turnvereins wegzukommen. Mögen Rehabilitationssport und Funktionstraining wichtige Komponenten bei der Bewältigung unserer Erkrankung sein, so haftet ihnen gerade bei jüngeren Betroffenen ein altbackener und verstaubter Ruf an. Oft ist dies zudem das einzige Angebot vor Ort. Hier gilt es mit frischen und lebendigen Ideen mehr Spaß und Freude bei Veranstaltungen für Jung und Alt, für Mann und Frau an der Basis zu erreichen. Nur so werden wir vermehrt von neuen Interessenten und unseren passiven Mitgliedern wahrgenommen. Nur neue und engagierte Mitglieder können den Fortbestand des Verbands auf allen Ebenen sichern. Dass es nicht nur an der Basis hakt, macht unserem Vorsitzenden weiter Kummer. Er spricht von einem Klima untereinander, das vor allem die Wertschätzung aktiver und engagierter Funktionsträger in Arbeitskreisen und Gremien vermissen lässt. Obwohl sie für ihre ehrenamtliche Arbeit einen Großteil ihrer Zeit von ihren privaten Interessen abzweigen und quasi Tag und Nacht erreichbar sind, sehen sie sich Vorhaltungen und Besserwisserei ausgesetzt. Ratsamer in der gemeinsamen Sache wäre es, selbst verstärkt sein vorhandenes Fachwissen in entsprechenden Gremien einzubringen. „Wertschätzung und Anerkennung“, so Peter Hippe, „bedeutet nicht nur, eine silberne oder goldene Ehrennadel zu verleihen. Wertschätzung und Anerkennung für ehrenamtlich geleistete Arbeit kann man mit fünf Buchstaben viel besser zum Ausdruck bringen: Danke! Danke für Deine Arbeit!“
Auf einem weiteren Feld sieht der Bundesvorsitzende Handlungsbedarf. Es ist der Umgang mit der Nachfolge. Im überwiegenden Maße erfolgt dies aufGruppen-, Landes- und auch Bundesebene auf dem Zufallsprinzip. Eine kontinuierliche Nachfolgeförderung fehlt. An die Delegierten gerichtet, appellierte er: „Sie nehmen hoffentlich wahr, dass nicht nur einzelne Landesverbände im Umbruch sind, sondern auch der gesamte Bundesverband in den nächsten zwei bis sechs Jahren vor einem gewaltigen personellen Umbau steht. Hier beziehe ich den Bundesvorstand, die Geschäftsstelle, die Morbus-BechterewJournal-Redaktion und auch unsere Arbeitskreise mit ein. Ich möchte damit deutlich machen, dass die Nachfolgeregelung in den nächsten Jahren zur Hauptaufgabe auf Landes- und Bundesebene gemacht werden muss, um den Fortbestand unseres Verbandes zu sichern.“ Peter Hippe verweist auf die erfolgreiche Arbeit in den Gremien und in vielen Projekten und betont: „Wenn es uns jetzt noch gelingt, diese Aktivitäten weiter auszubauen, den negativen Trend unserer Mitgliederentwicklung wieder ins Positive zu drehen, das Klima der Wertschätzung und den Umgang miteinander in unseren Reihen zu verbessern und die Nachfolge auf allen Ebenen aktiv zu bearbeiten, muss es uns doch gemeinsam gelingen, unsere DVMB fit für die Zukunft zu machen.“ Nimmt man den anhaltenden Applaus als Gradmesser, so scheint die Botschaft bei den Delegierten angekommen zu sein.

Auszeichnungen
Von links nach rechts: Der DVMB-Forschungspreisträger 2015, Privatdozent Dr. Kay-Geert Hermann mit seiner Frau, Peter Hippe, Rüdiger Schmidt, Frau Susanne Fischer (Fa. AbbVie) und Ludwig Hammel

Im Rahmen der Bundesdelegiertenversammlung nahm Privatdozent Dr. Kay-Geert Hermann den DVMB-Forschungspreis für seine Arbeit über die „Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule – Differenzierungentzündlicher und degenerativer Befunde“, entgegen. Verliehen wurde ihm der Preis schon 2015, aber terminliche Gründe verhinderten im vergangenen Jahr die Verleihung. Interessiert hörte die Versammlung den ausführlichen Vortrag über seine – für uns als Betroffene – wichtige Arbeit.

Traditionell werden auf der Delegiertenversammlung verdiente Aktive geehrt. Eine besondere Freude ist es der DVMB, die im Herbst scheidende Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Frau Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle, zu ehren (siehe S. 38 in diesem Heft). Nicht nur die überaus gute Zusammenarbeit und ihr partnerschaftliches Verständnis sowie das stete Bestreben, allen Mitgliedsverbänden mit der gleichen Wertschätzung zu begegnen, gaben den Ausschlag, ihr die DVMB-Ehrennadel in Gold zu verleihen. Ebenso verlieh Peter Hippe in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um die DVMB und ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz u.a. als Vorsitzende des Landesverbands Bayern, der Gruppensprecherin der örtlichen Gruppe Bad Brückenau und Frauenbeauftragten des Bundesverbandes, Frau Christina Schneider, die DVMB-Ehrennadel in Gold (siehe S. 44 in diesem Heft).

Vorstandswahlen
Der Vorsitzende Peter Hippe bedankt sich bei Manfred Stemmer für sein jahrelanges Engagement
Der Vorsitzende Peter Hippe bedankt sich bei Manfred Stemmer für sein jahrelanges Engagement

Manfred Stemmer, der jahrelang „unser Mann in Berlin“ war, kandidierte bei der turnusmäßigen Wahl des Bundesvorstands nicht mehr. Dennoch wird er diese Aufgabe weiterhin für den Bundesverband dort wahrnehmen. Franz Gadenz führte als Wahlleiter wie immer souverän durch den Abstimmprozess. Peter Hippe als 1. Vorsitzender wurde ebenso wiedergewählt wie sein Stellvertreter Rüdiger Schmidt. Keine Gegenkandidatengab es zum Schatzmeister Peter de Beyer, der erstmaligwiedergewählt wurde, und bei der Schriftführerin Lautta Hawlischek. Die Beisitzer Martina Irrgang, Peter Koncet und Karl Stutzki wählte die Versammlung en bloc einstimmig wieder. Für den scheidenden Kassenprüfer Klaus Patscheck unterstützt Inge Braun nun Walter Nerb, der nicht zur Wahl stand. Als Reserveprüfer wurde Ferdinand Brandenburg gewählt.

Arbeitsschwerpunkte

Die vorausschauende Ausrichtung des Verbands schlägt sich besonders in den Arbeitsschwerpunkten nieder, worüber die Versammlung abzustimmen hatte. Der Webauftritt ist insgesamt zu modernisieren und Bereiche wie Social Media und Foren dabei besser einzubinden. Hierzu gehört u.a., dass eine zu installierende Internetredaktion die zu transportierenden Informationen auf den zentralen Webseiten abstimmt und koordiniert. Die Qualitätssicherung unserer Leitungsteams muss ebenso fortgeführt werden wie die Umsetzung weiterer Formender sportlichen Bewegungstherapie.
Auch wenn an gezielten Punkten die Stellschrauben neu justiert werden, so bewegen wir uns nach wie vor auf den Pfaden des Konsenspapiers „DVMB 2020“. Zuderen weiterführender Umsetzung hat eine Arbeitsgruppe im vergangenen Jahr die erforderlichen Kernbereiche herausgearbeitet und Denkanstöße geliefert – Schritte und Maßnahmen, die hoffentlich die DVMB fit für die Zukunft machen.