Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 146 (September 2016)

Drehkissen auf dem Autositz

von Klaus Wieland, Achim bei Bremen

Als Bechterewler benutze ich seit etwa 5 Jahren ein Drehkissen auf dem Fahrersitz meines PKW als Ein- und Ausstiegshilfe. Meine weitgehend eingesteifte Brust- und Halswirbelsäule hinderte mich zunehmend daran, ohne Anstreifen am oberen Türrahmen einzusteigen. Es musste also ein Verfahren her, das zu verbessern.
Die Erfahrung mit einer Drehscheibe für den PKW-Sitz begann mit dem Geschenk eines hölzernen Geräts, das aus zwei stoffbezogenen Holzplatten bestand, die mit einem Kugellager verbunden waren. Sehr stabil aber völlig ungeeignet, weil Sitzpolster und Mensch weich sind und ein längeres Sitzen und entspanntes Fahren mit dem harten Teil nicht möglich war.
Dann fand ich im hiesigen Sanitätshaus eine weiche textile Drehscheibe (Bild 1). Die Einstiegsprozedur geht wie folgt:
Nach Öffnen der Fahrertür stehe ich mit dem Rücken zum Sitz, der in niedriger Position eingestellt ist. Dadurch wird der Abstand zwischen Sitzfläche und oberem Türrahmen so groß wie möglich. Ich lasse mich rückwärts auf den Sitz gleiten und sitze auf der Drehscheibe quer zur Fahrtrichtung, beide Beine sind noch draußen. Anziehen der Beine und die Drehung des Körpers auf der Scheibe in Fahrtrichtung beenden die Bewegung.
Das Material der Drehscheibe ist relativ robust und das Kunststoff-Drehlager (Bild 2) hat z.Zt. fünf Jahre Lebensdauer überstanden. Die Unterseite (Bild 3) ist gummiert und liegt gut und rutschfest auf dem Sitz. Diese Scheibe passt sich sehr gut dem Sitz bzw. dem Körper an und ist auch bei längeren Fahrten kaum zu spüren.
Der Preis liegt zwischen 15 und 30 €. Man kann im nächsten Sanitätshaus nachfragen.

Anmerkung der Redaktion: Bezugsquellen kann man auch im Internet (Google unter „Drehkissen“) finden.
Als ich noch Auto fuhr, war mein Problem weniger das Ein- und Aussteigen als vielmehr der Blick zur Seite beim Einbiegen. Da hätte ich mir ein solches Drehkissen gewünscht, um z.B. beim Einbiegen den Radweg etwas besser einsehen zu können, auch wenn der Blick nach rechts und links durch die Drehscheibe nur wenig erleichtert wird.
Ernst Feldtkeller

Bild 1: Das Drehkissen auf dem Fahrersitz
Bild 1: Das Drehkissen auf dem Fahrersitz
Bild 2: Ein Kunststoff-Drehlager zwischen Ober- und Unter-teil des Drehkissens verbindet die beiden Kissenteile
Bild 2: Ein Kunststoff-Drehlager zwischen Ober- und Unter-teil des Drehkissens verbindet die beiden Kissenteile
Bild 3: Die Unterseite des Drehkissens ist gummiert und liegt gut und rutschfest auf dem Sitz
Bild 3: Die Unterseite des Drehkissens ist gummiert und liegt gut und rutschfest auf dem Sitz