Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 147 (Dezember 2016)

Bewegung in den Alltag integrieren!

Teil I: Morgens vor dem Aufstehen

von Anita Jobst, Physiotherapeutin in München

Bei einer DVMB-Veranstaltung in München anlässlich des internationalen Morbus-Bechterew-Tags hielt die Physiotherapeutin Anita Jobst einen reich illustrierten Vortrag darüber, wie man seinen Alltag so organisieren kann, dass man sich immer wieder ausreichend bewegt. Dies ist zwar kein Ersatz für die täglichen Bewegungsübungen zuhause und die wöchentliche Krankengymnastik in der Gruppe, kommt aber der Gesundheit zusätzlich zugute.
Wir bringen Ausschnitte aus dem Vortrag in mehreren Teilen in diesem und den folgenden Heften.

Bewegung tut gut – das weiß eigentlich jeder. Im straff durchgetakteten Alltag kommt sie dennoch oft zu kurz.
Dieser Artikel soll Ihnen den Kick geben, öfter als bisher in Schwung zu kommen. Ohne Druck, dafür mit Begeisterung. Denn Sport muss Spaß machen, damit man dabeibleibt – dazu gehört auch, das gesunde Maß zu finden.

Medizinische Forschung

Wenn wir beim Bewegen unsere Muskeln anspannen, wird eine komplexe Kettenreaktion ausgelöst: bis zu 400 Botenstoffe werden aktiv, diese beeinflussen Zellteilung und  wachstum. Es wurde nachgewiesen, dass Sport die Botenstoffe der rheumatischen Entzündung (speziell TNF-alpha) hemmt.
Auf die Blutgefäße wirkt die verbesserte Zirkulation wie ein Reinigungsprogramm, das deren Innenhaut (medizinisch: Endothel) von schädlichen Ablagerungen säubert. Auch Herzkranz- und Hirngefäße werden gereinigt. Das senkt das Risiko, an Herzleiden oder Demenz zu erkranken. Gleichzeitig wird der Blutdruck reguliert.
Da man beim Sport tiefer atmet, können die Zellen des Körpers ein Vielfaches an Sauerstoff aufnehmen. Dadurch regenerieren sie schneller und vor allem das Gehirn reagiert mit verbesserter Konzentration und Merkfähigkeit.
Die Muskulatur wird gestärkt und wirkt wie ein Korsett, das die Gelenke stützt und die Venen entlastet.
Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Bewegung auf die Psyche: Der Körper fährt die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin herunter, schüttet verstärkt das Glückshormon Serotonin aus und hellt so die Stimmung auf. Die Muskeln anzuspannen, setzt also ein hochwirksames biologisches Programm in Gang, das Körper und Geist stärkt, erneuert und sogar heilen kann. Warum darauf verzichten?

Übungen

Die folgenden Übungen können Sie problemlos ohne zusätzlichen Zeitaufwand in ihren Alltag integrieren. Begleiten Sie mich durch den Tag und machen Sie mit – viel Spaß beim Lesen und Bewegen!

Morgens im Bett
Beide Knie zur Brust ziehen und mit den Händen umar-men. In dieser Position hin- und herschaukeln.
→ Dauer: 1 Minute
→ Ziel: entlastet unteren Rücken.
Ideale Übung bei tiefem Kreuzschmerz.
Radfahren im Liegen.
→ Dauer: 1 Minute
→ Ziel: kräftigt Bauchmuskeln, mobilisiert Hüfte, Knie und Lendenwirbel.
Flachliegen, Hände hinter dem Kopf, mehrmals durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen.
→ Dauer: 3–5 Atemzüge
→ Ziel: Dehnt Brustkorb und Schultergürtel.

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