Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 147 (Dezember 2016)

Darf ich vorstellen

Von Peter Koncet, Mitglied des DVMB-Bundesvorstands

Unsere diesmaligen Vorstellkandidaten sind privat sportlich sehr aktiv. Dienstlich haben beide einen besonderen Blick. Gemeint ist hier nicht der Gesichtsausdruck oder die Fähigkeit, etwas vorhersehen zu können. Es ist eher im übertragenen Sinne zu verstehen: im Sinne von „etwas fest im Blick zu haben oder etwas nicht übersehen zu wollen“.
Unser Verband lebt durch seine Mitglieder. Sie tragen den Vereinszweck und sind zugleich eine wichtige Quelle für eine gesunde Finanzstruktur. Dies zu koordinieren heißt: Mitgliederverwaltung. Die für dieses Resort zuständige Mitarbeiterin in unserer Geschäftsstelle behält seit Jahren hier den Überblick und schützt die personenbezogenen Daten. Einer unserer Ärztlichen Berater war maßgebend an einer Fortbildungsaktion von Orthopäden für Orthopäden in Kooperation mit der DVMB beteiligt. „Den Bechterew übersehe ich nicht“, eine Kampagne, die gezielt auf die Früherkennung und Frühbehandlung des Morbus Bechterew ausgerichtet ist, um Folgeschäden zu vermeiden.

Dr. med. Uwe Paul Schwokowski
Dr. med. Uwe Paul Schwokowski

Dr. med. Uwe Paul Schwokowski
verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Hansestadt Lübeck und fuhr mit dem Fahrrad jeden Morgen auf dem Schulweg zum Gymnasium am Gelände des Krankenhauses Ost, dem heutigen Universitäts-Klinikum Schleswig-Holstein, vorbei. Ein Vorzeichen für seine medizinische Laufbahn, oder war diese doch eher der Wunsch des Vaters, der selbst auf Grund der Nachkriegswirren statt des Medizinstudiums ein Pädagogikstudium absolvieren musste? Das Studium der Humanmedizin begann er 1973 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und wechselte nach dem Physikum wieder in den Norden an die Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Dort beendete er sein Studium, erhielt 1980 die Approbation zum Arzt und schloss wenig später auch seine Dissertation ab.
Bereits in seiner Schul- und Studienzeit war er sportlich sehr engagiert und wollte zunächst sein Medizin-Engagement mit dem Sport verbinden. Folglich war 1980 seine erste Assistenzarztstelle in der sportmedizinischen Abteilung der Ostseeklinik Damp unter der Leitung von Prof. Dr. Hannes SCHOBERTH, der lange als Mannschaftsarzt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft tätig war. Nach einem Jahr wechselte Dr. Schwokowski ins benachbarte Eckernförde, wo er im Kreiskrankenhaus eine 2-jährige unfallchirurgische Ausbildung absolvierte. Eine Assistenzarztstelle in der Orthopädischen Abteilung der Rheumaklinik Bad Bramstedt unter der Leitung von Prof. Dr: Karl TILLMANN war 1983 der Einstieg in die Orthopädie und Rheumatologie. Die gute interdisziplinäre Kooperation mit der internistischen Abteilung der Klinik zeigte ihm neben den Operationsmöglichkeiten der Rheumatherapie insbesondere auch die medikamentösen Möglichkeiten auf. In dieser Zeit kam es auch zu den ersten Berührungspunkten mit Morbus-Bech-terew Patienten.
1986 folgte der Wechsel als wissenschaftlicher Assistent an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf unter Leitung von Prof. Dr. Günther DAHMEN. Hier erlangte Dr. Schwokowski auch die Qualifikation zum Facharzt für Orthopädie. Die Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie folgte ein Jahr später nach Rückkehr in die Rheumaklinik. Da ihn eine selbstständige Tätigkeit reizte, eröffnete er in Ratzeburg eine Orthopädische Praxis mit dem Schwerpunkt Rheumatologie. Die neue Praxis entwickelte sich rasch zu einer Anlaufstelle für Rheumapatienten. Eine Wohltat für Betroffene, denn bislang war im Kreisgebiet mit fast 200.000 Einwohnern kein Rheumatologe aktiv. Aktuell hat etwa die Hälfte seiner Patienten eine entzündlichrheumatische Erkrankung. Bei dem ausgeprägten Versorgungsdefizit war es ihm ein besonderes Anliegen, seine orthopädischen Kollegen für die Rheumatologie in der täglichen Praxis und insbesondere für die Früherkennung und Diagnostik zu sensibilisieren. Seit vielen Jahren leitet er nun als Dozent der Akademie Deutscher Orthopäden Kurse für seine Kollegen und deren medizinische Fachangestellte.
Bei den regelmäßigen Rheuma-Kongressen verfolgt er immer interessiert die Vorträge u.a. von Prof. Dr. Martin RUDWALEIT, um die neuesten Erkenntnisse zum Thema Morbus Bechterew in seiner täglichen Arbeit umzusetzen. Auch war ihm bei den Kongressen der Infostand der DVMB aufgefallen, insbesondere deren Repräsentant mit einem außergewöhnlichen Schnäuzer und einem für Norddeutsche schwer verständlichen bayrischen Dialekt: Ludwig HAMMEL. Aus anfänglichen fachlichen Gesprächen entwickelte sich nach und nach eine fruchtbare Kooperation. Die Aktion „Den Bechterew übersehe ich nicht“ wurde 2013 zum 33. Bestehen der DVMB ins Leben gerufen und durch 33 gemeinsame Veranstaltungen in Deutschland bekannt gemacht. Das Angebot, die DVMB als ärztlicher Berater zu unterstützen, nahm er gerne an. In seiner täglichen Arbeit empfindet er Genugtuung, immer mehr Patienten mit einer axialen Spondyloarthritis zu helfen, ein normales Leben führen zu können. Das Engagement vieler ehrenamtlich Tätiger in der DVMB unterstützt er, wo immer möglich. So war ihm auch die Ausrichtung des Internationalen Morbus-Bechterew-Tags 2016 in seiner Heimatstadt Lübeck eine besondere Freude.
Interessant ist es immer wieder, was beruflich stark engagierte Menschen in ihrer verbliebenen Freizeit machen. Da ist zunächst die Familie. Zwei Töchter haben den Berufsweg des Vaters eingeschlagen. So ergeben sich in der Familie immer wieder interessante Gespräche über das Gestern und Heute der Medizin. Auch im sportlichen Sinne halten die Töchter die Eheleute Schwokowski im wahrsten Sinne auf Trab. Die Marathon-Aktionen der Töchter veranlasst sie immer wieder, als Familie an kleineren Läufen teilzunehmen. Obwohl der Sport im Leben von Dr. Schwokowski immer noch eine Rolle spielt, kommt dieser seiner Meinung nach zu kurz. Neben dem Lauftraining findet weiterhin das Tennisspiel im Freundeskreis statt. Sein Engagement bei der Ü-50-Fußballmannschaft des VfB Lübeck ist ihm im letzten Jahr leider deutlich zu kurz gekommen. Wie bei vielen bleibt so auch bei ihm der Wunsch, in Zukunft mehr Zeit für Familie, Freunde und Freizeit zu haben.

Birgit Bush
Birgit Bush

schmunzelt heute noch darüber, wie der DVMB-Geschäftsführer Ludwig Hammel ihr im Mai 1992 zum Vorstellungsgespräch die Tür öffnete und nachfragte, ob sie es denn auch sei, da sie im Gegensatz zu den Bewerbungsunterlagen nun keine blonden Haare mehr hatte. Beide lachten und das Eis war gebrochen. Zwei Tage später meldete sich Ludwig Hammel bei ihr mit der Frage, was sie am nächsten Tag vorhätte, und eröffnete ihr, dass sie die Stelle in der Bundesgeschäftsstelle bekam. Somit konnte sie nun ihre Fähigkeiten und ihr Engagement in der Arbeitswelt beweisen.
Im Januar 1964 in Schweinfurt geboren, wuchs sie mit einem Bruder und einer Schwester in einem Dorf in der Nähe von Schweinfurt auf. Ihre Schwester bekam mit 5 Jahren eine Hirnhautentzündung und wurde dadurch gehörlos. Von klein an hatte sie gegenüber ihrer Schwester ein sehr inniges und soziales Verhältnis. Bis 1987 war sie im Einzelhandel tätig. Nach der Geburt ihrer Tochter wollte sie sich neuen Herausforderungen stellen und entschied sich 1990 zu einer Weiterbildung zur Bürokauffrau. Nach erfolgreichem Abschluss 1992 bewarb sie sich auf ein Stellenangebot der DVMB. Dass sie nun bald seit 25 Jahren bei der DVMB beschäftigt ist, darauf ist sie stolz. Dankbar ist sie ihrer Kollegin Elke BURKERT, die sie damals in ihr Aufgabengebiet der Mitgliederverwaltung einführte. Dieser abwechslungsreiche, aber auch verantwortungsvolle Aufgabenbereich bedeutet ihr sehr viel. Durch regelmäßige interne Fortbildungen in der EDV hält sie sich stets auf dem neuesten Stand der immer komplexer werdenden Aufgaben. Auch der Kontakt in den telefonischen Gesprächen zu den Mitgliedern ist ihr wichtig. Für die Zukunft wünscht sie sich weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit ihrem Vorgesetzten und den Kolleginnen und möchte weiterhin dafür Sorge tragen, immer auf dem neuesten Stand zu sein, um Patienten der DVMB zu helfen, zu informieren und zu unterstützen.
Neben ihrer Arbeit und dem Bedürfnis, anderen Menschen helfen zu wollen, sind Birgit Bush auch andere Dinge wichtig im Leben. Das sind die Familie und Freunde. Aber sie braucht ihren Freiraum. Sport ist ihr sehr wichtig. Er gibt ihr den Ausgleich zum täglichen Leben und neue Kraft, in den nächsten Tag zu starten. Neben Inlineskaten geht sie ins Fitnessstudio. Im Urlaub wandert sie mit Freunden und der Familie in Österreich, fährt Ski und lässt ebenso gerne am Strand die Seele baumeln. Wasser hat es ihr besonders angetan. Vor ein paar Jahren machte sie in Ägypten einen Tauchschein, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Ein für sie immer wieder tolles Erlebnis. Aber sie kann das Leben auch in ruhigen Phasen genießen. Sei es mit ihrem Cabrio durch eine atemberaubende Natur zu fahren, sich mit Freunden treffen und bei Meeresfrüchten in allen Variationen oder italienischem Essen einen tollen Abend mit ihnen zu verbringen. Besonders in lauwarmen Sommernächten beobachtet sie von ihrem Balkon aus mit dem Teleskop die Sterne und den Mond. Das schafft Platz zum Träumen. Ein Traum war schon immer, mit dem Surfbrett in Hawaii zu surfen und am Lagerfeuer zu sitzen. Gerne würde sie noch Australien, Asien und Alaska kennen lernen.