Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 147 (Dezember 2016)

Fettleibigkeit als Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf bei Morbus Bechterew

Von Fiona Maas, Dr. Suzanne Arends, Dr. Eveline van der Veer, Dr. Freke Wink, Dr. Monique Efde, Prof. Dr. Hendrika Bootsma, Dr. Elisabeth Brouwer und Dr. Anneke Spoorenberg von den Universitäten in Groningen und Leeuwarden, Niederlande

Übergewicht und Fettleibigkeit sind ein weltweit wachsendes Problem. Sie sind mit Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Krankheiten verknüpft sowie mit manchen Krebsleiden und mit einer erhöhten Sterblichkeit. Von Übergewicht spricht man, wenn der BMI1 zwischen 25 und 30 kg/m2 liegt, und von Fettleibigkeit bei einem BMI von mehr als 30 kg/m2. Es ist bekannt, dass Fettleibigkeit ein Risikofaktor für die Entwicklung einer rheumatischen Krankheit ist.
In einer kleinen Studie mit 46 Teilnehmern2 mit axialer Spondyloarthritis (Morbus Bechterew oder nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis)3 waren 68% übergewichtig oder sogar fettleibig. Die übergewichtigen Patienten hatten im Mittel eine stärkere Behinderung (BASFI) und eine höhere Krankheitsaktivität (BASDAI) und zogen einen geringeren Nutzen aus Bewegungsübungen. Eine andere Studie mit 155 Morbus-Bechterew-Patienten ergab, dass 
fettleibige Patienten auch weniger gut auf eine Anti-TNF-alpha-Therapie ansprechen.
Ziel unserer Studie war, die Häufigkeit von Übergewicht und Fettleibigkeit in einer größeren Gruppe von Patienten mit axialer Spondyloarthritis im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung zu untersuchen, sowie die Auswirkung auf den Krankheitsverlauf.
In unsere Studie wurden alle Patienten mit axialer Spondyloarthritis eingeschlossen, die in den Jahren 2011 oder 2012 unsere Universitätskliniken im Norden der Niederlande ambulant aufsuchten. Alle 461 Studienteilnehmer waren über 18 Jahre alt und erfüllten die modifizierten New-York-Kriterien für die ankylosierende Spondylitis4 oder die ASAS-Kriterien für die nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis.5
33% der Patienten hatten in der Vergangenheit eine Uveitis (Augen-Regenbogenhautentzündung), 14% eine entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) und 11% eine Psoriasis (Schuppenflechte der Haut).

1) Body Mass Index = Körpergewicht (in kg) dividiert durch Körperlänge (in m) im Quadrat.
2) MBJ Nr. 135 S. 10. Bei so wenigen Teilnehmern sind die Ergebnisse allerdings stark zufallsbedingt.
3) MBJ Nr. 117 S. 4–6, Nr. 139 S. 23
4) MBJ Nr. 106 S. 6, Nr. 109 S. 9–13, Nr. 123 S. 7, Nr. 140 S. 7, DVMB-Schriftenreihe Heft 13
5) MBJ Nr. 117 S. 39–40, Nr. 123 S. 5, DVMB-Schriftenreihe Heft 13

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