Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 147 (Dezember 2016)

Neue Medikamente für Psoriasis und Psoriasis-Arthritis

Von Dr. Christopher T. Ritchlin, Rochester, und James G. Krueger, New York, USA

Die Einführung der TNF-alpha-Blocker bedeutete einen wesentlichen Fortschritt in der Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) und der Psoriasis-Arthritis (PsA, Schuppenflechte mit Gelenk- und/oder Wirbelsäulenbeteiligung). Trotz deutlicher Besserungen erreichten aber 45% der Psoriasis- und PsA-Patienten nicht das PASI75-Besserungskriterium1 für die Haut oder das ACR20-Besserungskriterium2 für die Gelenke.
Fortschritte im Verständnis der immunologischen Vorgänge bei der Krankheitsentstehung ergaben, dass die Zytokine (Botenstoffe) Interleukin-17 und Interleukin-23 eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Staphylokokken, Candida-Hefepilzen und anderen Krankheitserregern spielen, aber auch Haut- und Gelenk-Entzündungen begünstigen.
Diese Entdeckungen führten zur Entwicklung einer Reihe neuer Medikamente zur Behandlung der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis.

Studien zum Ansprechen der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis auf neue Medikamente

Die Ansprechraten der Haut- und Gelenk-Beschwerden werden meistens mit Hilfe des Psoriasis Area and Severity Index (PASI)1 bzw. der ACR-Besserungskriterien ACR20,2 ACR50 oder ACR70 angegeben. Die Besserungskriterien ACR20, ACR50 und ACR70 der American College of Rheumatology (ACR) berücksichtigen die Zahl empfindlicher/schmerzhafter Gelenke, die Zahl geschwollener Gelenke, die Krankheitsaktivität, die Schmerzstärke und die Behinderung.

Interleukin-17-Gegenspieler

Drei Interleukin-17-Gegenspieler (Secukinumab, Ixekizumab und Brodalumab) wurden in umfangreichen Studien für die Psoriasis erprobt. Ergebnisse solcher Studien sowohl für die Psoriasis als auch für die Psoriasis-Arthritis sind in den Tabellen 1 und 2 zusammengestellt. Wegen der unterschiedlichen Teilnehmerzahlen sind diese Tabellen allerdingt nur bedingt dazu geeignet, die Wirksamkeit unterschiedlicher Medikamente zu vergleichen.
Secukinumab ist ein gentechnisch hergestellter Antikörper gegen IL-17A, der zur Behandlung der Psoriasis zugelassen ist. Es hat bei der Behandlung von Psoriasis-Patienten eine PASI75-Ansprechrate von 87% erreicht. Es wird im Allgemeinen gut vertragen, mit einem nur geringen Infektions-Risiko (einigen Fällen einer Candida-Schleimhautinfektion, einer bekannten Krankheit bei Interleukin-17 Mangel).
Ixekizumab ist ein weiterer gentechnisch hergestellter Antikörper gegen IL-17A, der bei der Psoriasis sogar eine PASI75-Ansprechrate von 90% erreichte. Auch dieses Medikament hat ein gutes Sicherheitsprofil.3

1) Der PASI setzt sich aus Bewertungen der Hautrötung, Verhärtung, Schuppung und des betroffenen Hautflächenanteils zusammen. Das PASI75-Kriterium ist bei einer 75%igen Besserung erfüllt.
2) mindestens 20%ige Besserung in der Anzahl empfindlicher/schmerzhafter Gelenke
3) Ixekizumab ist zur Behandlung der Psoriasis zugelassen und soll im Frühjahr 2017 in Deutschland auf den Markt kommen.

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