Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 148 (März 2017)

Welche Beeinträchtigungen stören Spondyloarthritis-Patienten am meisten?

Von den DVMB-Forschungspreisträgern Dr. Uta Kiltz und Prof. Dr. Jürgen Braun sowie Dr. Ivette Essers, Dr. Mickael Hiligsmann, Prof. Dr. Walter P. Maksymowych5, Dr. William J. Taylor, Prof. Dr. Désirée van der Heijde
und Prof. Dr. Annelies Boonen

Der Fragebogen zum ASAS-Gesundheits-Index1 enthält 17 mögliche Beeinträchtigungen, zu denen die Patienten gefragt werden, ob sie bei ihnen zutreffen oder nicht. Da die Prioritäten der Patienten in der Forschung und bei Therapie-Entscheidungen zunehmend ernst genommen werden, haben wir untersucht, welche der 17 Beeinträchtigungen von Patienten mit einer axialen Spondyloarthritis als besonders störend empfunden werden. Dazu haben wir in jedem der 20 teilnehmenden Länder (Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien, Türkei, Ungarn; Ägypten, Australien, Kanada, Kolumbien, Korea, Mexiko, Thailand, USA) 6 Patienten mit einer ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew) und 4 Patienten mit einer nicht-röntgenologischen axialen Spondyloarthritis2  befragt.  Die Patienten sollten aus jeweils 4 der Beeinträchtigungen die wichtigste und die unwichtigste auswählen. Aus den Antworten haben wir für jede Beeinträchtigung die relative Wichtigkeit (in Prozent aller Nennungen) ermittelt.

Ergebnisse

Die 199 teilnehmenden Patienten waren im Mittel 42 Jahre alt. 59% der Teilnehmer waren männlich. Der Anteil der Erwerbstätigen betrug 57%. Die aus den Patientenantworten ermittelte relative Wichtigkeit der 17 Aspekte ist in Tabelle 1 aufgelistet. Mit Abstand am wichtigsten war der Einfluss der Schmerzen auf die Alltagsaktivität. Dies war auch der Aspekt, von dem die Patienten am häufigsten selbst betroffen waren (ebenfalls in Tabelle 1 aufgeführt).

 

Beeinträchtigungen aus dem ASAS-Gesundheits-Indexrelative
Wichtigkeit
Anteil der selbst
davon Betroffenen
Manchmal muss ich alltägliche Aktivitäten wegen meiner Schmerzen unterbrechen.14,279%
Ich schlafe nachts schlecht.10,357%
Ich bin oft erschöpft.9,658%
Es fällt mir schwer, lange zu stehen.9,272%
Ich versuche, körperliche Anstrengungen zu vermeiden.8,755%
Ich bin oft frustriert.6,043%
Es fällt mir schwer, schnell zu laufen.5,966%
Ich habe aufgrund meiner Rheumaerkrankung finanzielle Einbußen erlitten.5,444%
Ich bin durch meine eingeschränkte Beweglichkeit beim Reisen beeinträchtigt.5,342%
Ich kann meine Probleme nicht bewältigen.4,828%
Es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren.4,432%
Ich bin nicht in der Lage, im Freien auf ebenem Gelände zu gehen.3,920%
Ich habe das Interesse an Sex verloren.3,226%
Es fällt mir schwer, die Toilette zu benutzen.3,225%
Es fällt mir schwer, zu anderen Menschen Kontakt aufzunehmen.2,417%
Ich habe Schwierigkeiten, die Pedale in meinem Auto zu bedienen.1,813%
Es fällt mir schwer, meine Haare zu waschen.1,614%

1) MBJ Nr. 133 S. 33, Nr. 137 S. 23, Nr. 141 S. 12, Nr. 145 S. 21
2) MBJ Nr. 117 S. 4–6, Nr. 129 S. 36–37, Nr. 131 S. 4–6, Nr. 132 S. 5–6, Nr. 139 S. 23

 

 

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