Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 149 (Juni 2017)

Darf ich vorstellen …

Von Peter Koncet, Mitglied des DVMB-Bundesvorstands

Wenn sich die Lebenssituation von Menschen ändert, suchen sie Rat. Oft findet man ihn im familiären Umfeld oder bei Freunden, die ein ähnliches Problem haben oder hatten, und kann sich mit ihnen besprechen. Hilfe findet man für viele Problemlagen in Selbsthilfegruppen, in denen Menschen aus ihrer eigenen Betroffenheit in vielen Alltagssituationen adäquat helfen und Orientierung geben können. Doch ihnen sind dann Grenzen gesetzt, wenn es z.B. um eine medizinische Beratung geht oder komplizierte wissenschaftliche oder medizinische Zusammenhänge dargestellt werden sollen. Von Vorteil ist da eine Patientenorganisation, die über ein Netzwerk qualifizierter Fachleute verfügt. So wie die DVMB! Die für unterschiedlichste Fachrichtungen rund um unser Krankheitsbild den jeweils kompetentesten ärztlichen Berater hat.

Prof. Dr. med. Stefan Matthias Hermann REHART

hatte ausschließlich immer nur einen Berufswunsch: Arzt zu sein. Ein Wunsch, der in dem Anfang Oktober 1959 im hessischen Langen geborenen Familienvater früh keimte. Seit frühester Kindheit richtete er alles Denken und Trachten darauf aus, einen der damals sehr heiß begehrten Medizinstudienplätze zu erhalten. 1980 begann er sein Studium in Marseille (Frankreich). Ab 1982 ging es in Frankfurt am Main weiter, wo er 1989 sein 3. Staatsexamen ablegte. Zahlreiche Stipendien führten ihn immer wieder nach Frankreich, aber auch in die Schweiz und nach Kanada.

Prof. Dr. med. Stefan Matthias Hermann Rehart

Prof. Rehart absolvierte nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie die Ausbildung in spezieller orthopädischer Chirurgie und orthopädischer Rheumatologie. Er erwarb weitere Fachkenntnisse u.a. auf dem Gebiet des Rettungsdiensts, der Arthrosonographie, im Strahlenschutz für die Notfalldiagnostik, der Chirotherapie, in der Sportmedizin und der Physikalischen Therapie. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der Rheumachirurgie wurde ihm 2007 die apl. Professur der Goethe-Universität Frankfurt verliehen.
Im Rahmen seiner Tätigkeit in der Orthopädischen Rheumatologie unter Prof. Dr. F. KERSCHBAUMER, wurde er im April 1988 auf die DVMB aufmerksam. Prof. Rehart erinnert sich: „Die grundsätzlich sehr positive Ausstrahlung, die den Morbus-Bechterew-Patienten nachgesagt wird, kann ich nur bestätigen. Dies – in Verbindung mit dem Respekt vor einem oft sehr schweren Schicksal der Betroffenen – hat mich sofort dazu gebracht, zuzusagen, als ich von Ludwig HAMMEL gefragt wurde, ob ich als „Experte“ bei der DVMB mitmachen würde“. Damals wie heute ist Prof. Rehart als orthopädischer Rheumatologe stark in die konservative und die operative Tätigkeit im Bereich der entzündlichen Systemerkrankungen eingebunden. Seit fast 30 Jahren unterstreichen ausgedehnte berufspolitische Betätigungen für medizinische Fachgesellschaften sein Engagement für die Rheumatologie. „Die sich dabei ergebenen Kooperationen mit der DVMB haben zudem viele medizinische Artikel- und Buchkapitelpublikationen in einer gegenseitig sehr respektvollen Zusammenarbeit mit Prof. FELDTKELLER und Herrn Hammel, aber auch mit Prof. RUDWALEIT, Prof. SIEPER, Prof. BRAUN u. v. m., geschaffen“, berichtet Prof. Rehart.
Seit 14 Jahren ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), die letzten sechs Jahre davon als Präsident. Zehn Buchveröffentlichungen auf dem Gebiet der orthopädischen Chirurgie und orthopädischen Rheumatologie und unzählige Beiträge in Fachzeitschriften sowie in Standard-Lehrbüchern der Orthopädie erfüllen ihn mit Stolz, ebenso wie seine zahlreichen Auszeichnungen. Wert legt er trotz des immensen Arbeitsaufkommens auf eine wertschätzende Mitarbeiterführung in der Klinik. Harmonie im Zusammenleben gehören für ihn zur „Normalität“ im Umgang mit Mitmenschen, denen er immer mit Respekt und guter Laune begegnet.
Aufgrund seiner beruflichen Beanspruchungen bleibt für die Familie, die ihm das Wichtigste im Leben ist, wenig Zeit. Gemeinsame Aktivitäten in der eng bemessenen Freizeit, bei der Musik und beim Sport werden so zu besonderen Momenten. Am liebsten verbringt Prof. Rehart seinen Urlaub mit seiner Familie überall dort, wo sie sich zusammen wohlfühlen. Sei es an der Nord- oder Ostsee, bei Rundreisen in Ländern wie Kanada, Schottland oder Portugal. Auch Städtereisen in Europas Metropolen gehören dazu.
Prof. Rehart ist es gelungen, seinen Traum, Arzt zu sein, zu leben. Neben allen beruflichen Aktivitäten, Ämtern und Aufgaben, in denen er seine Erfahrung und sein Wissen einbringt, ist er Mensch geblieben. Ein Mensch, der beim Essen auf seine Gesundheit achtet, aber auch seine (ganz kleinen) Schwächen hat. Er isst sehr gerne Salat mit Fisch und Meeresfrüchten oder einem Steak. Ein deftiges Bauernbrot darf nicht fehlen. Doch hin und wieder darf es auch ganz viel schwarze Schokolade ebenso wie Bratkartoffeln oder eine herzhafte Linsensuppe sein.

Priv.-Doz. Dr. med. Lothar KRAUSE

ist überzeugt, dass es wichtig ist, dass man das, was man macht, gerne tut. Das gilt für alle Bereiche des Lebens. Dann kann viel Arbeit trotzdem wenig Belastung darstellen. Dieses Lebensmotto hat ihn bereits seit seinem Berufswunsch, Augenarzt zu werden, getragen.

Priv.-Doz. Dr. med. Lothar Krause

Geboren wurde der nun verheiratete Familienvater von drei Kindern Mitte September 1964 in Lübeck. Dort ging er zu Schule. Sein Studium der Humanmedizin begann er 1987 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und setzte es 1989 an der Freien Universität zu Berlin fort. Er promovierte 1998 im Fach Augenheilkunde und arbeitete als Assistenzarzt an der Augenklinik im Klinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin. Später durchlief er dort unter Prof. Dr. M. H. FOERSTER seine fachärztliche und wissenschaftliche Ausbildung für Augenheilkunde. 1999 machte er die Prüfung zum Facharzt für Augenheilkunde.
Seit 2003 sind die medizinischen Fakultäten von Humboldt- und Freier Universität unter dem Namen Charité – Universitätsmedizin Berlin vereinigt, die sich auf vier Standorte (Campus genannt) verteilen. In der Klinik für Augenheilkunde, im Campus Benjamin Franklin der Charité wurde er 2001 zunächst Oberarzt und ab 2008 Leitender Oberarzt und Stellvertretender Klinikleiter. 2009 habilitierte er im Fach Augenheilkunde und ist seit 2009 in Dessau Chefarzt der Augenklinik im Städtischen Klinikum Dessau.
Auf die DVMB aufmerksam wurde Dr. Krause durch die langjährige Beschäftigung mit Entzündungen im Auge (Uveitiden), die auch Thema seiner Habilitationsschrift sind. Es kam rasch zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Prof. SIEPER und Prof. RUDWALEIT. „Man sieht sehr schnell, wie engagiert die Arbeit der DVMB ist und wie interessiert man an den Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeit ist. Es ist immer wieder eine Freude, zu sehen, mit welcher Zielstrebigkeit die DVMB über Jahre hinweg Treffen und Tagungen organsiert und sich um die Belange der Betroffenen kümmert. Die Zusammenarbeit ist hervorragend und ich freue mich sehr, mit Rat und Tat helfen zu können“, beschreibt Dr. Krause seine Veranlassung, sich für die DVMB zu engagieren.
„Als Augenarzt ist es zunächst mein größtes Ziel, den betroffenen Menschen die Angst zu nehmen, dass die Erkrankung ihr Augenlicht schädigen könnte. Mit guter Aufklärung und Betreuung ist in fast allen Fällen eine Hilfe möglich. Bei den allermeisten Patienten lässt sich durch prompte und intensive Therapie die Augenbeteiligung gut beherrschen und bleibende Schäden vermeiden.“, so seine Erwartungen, die allen an Morbus Bechterew Erkrankten zuteil kommen sollten.
„Ich habe mich sehr gefreut, die DVMB bei ihren Treffen mit Vorträgen und Ratschlägen zu unterstützen. Hier lernte ich auch Ludwig HAMMEL kennen, der sich mit beeindruckendem Engagement um die Belange der DVMB kümmert und mich fragte, ob ich nicht als Ärztlicher Berater der DVMB für die Augenheilkunde fungieren möchte. Ich habe mich darüber sehr gefreut und unterstütze die DVMB sehr gerne“.
In seiner Freizeit betreibt er am liebsten Wassersport, denn er ist sehr gerne draußen in der Natur und an der frischen Luft. Es gibt keinen besseren Ort für ihn, um Entspannung zu finden, und bietet einen schönen Ausgleich zur Arbeit. Kein Wunder, dass er seinen Urlaub am liebsten am Meer verbringt. Das wiederum spielt auch eine Rolle beim Essen. Genauer: bereits bei der Zubereitung. Da er selber sehr gerne kocht, bereitet er seine Gerichte insbesondere mit frischen Zutaten. Dies können Gerichte mit verschiedenen frischen Zutaten sein, ein schönes Steak vom Grill oder aber ein schöner Fisch, wobei er hier als gebürtiger Norddeutscher natürlich besonders kritisch ist.