Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 149 (Juni 2017)

Medikamentenwechsel wegen aggressiver Augenentzündung

von Esther Pfaff

Liebe Redaktion des Morbus-Bechterew-Journal, ich bedanke mich bei Euch für Eure wunderbare Unterstützung.
Im November des vergangenen Jahres hatte ich eine schwere Iritis, bei der innerhalb weniger Tage die Pupille fest war und mein Sehfeld mit schwarzen Punkten überzogen war. Das ging so schnell, dass ich hier in Österreich noch gar keinen Rheumatologen hatte – der Termin bei dem von Euch empfohlenen Rheumatologen sollte erst im Januar sein. So habe ich dann noch meiner deutschen Ärztin in Berlin eine SMS geschrieben und gefragt, ob ich das Enbrel weiter nehmen kann. Sie riet mir, es abzusetzen.
Da der Augenarzt von der Schwere der Iritis auch überrascht war und sich rheumatologisch keinen Rat wusste, hat er für mich für den nächsten Tag einen Termin in der ortsansässigen Rheumaambulanz vereinbart. Leider konnte eine Blutprobe nicht ausgewertet werden, so dass ich insgesamt vier Wochen auf eine medikamentöse Weiterbehandlung warten musste. In dieser Zeit war ich so hilflos und verzweifelt, der Morbus Bechterew ist in der kurzen Zeit derart explodiert, dass ich morgens nicht mal mehr alleine Treppen steigen konnte.
Ich habe dann irgendwann versucht, ob ich noch alle meine Hobbys ausüben kann. Nachdem Lesen, Stricken, Malen und Nähen mit einiger Mühe möglich war, konnte ich mein Schicksal akzeptieren.
Und dann habe ich alle meine Morbus-Bechterew-Journale geschnappt und gründlichst durchgesehen. Das war mir so ein guter Rat: Nun wusste ich genau, dass ich Enbrel nicht weiter nehmen darf und stattdessen auf Humira oder Infliximab umsteigen muss.
Am Ende ging zum Glück alles gut aus: zwei Tage vor Weihnachten waren die Blutergebnisse da, ich durfte mir ein Medikament aussuchen und habe Humira gewählt. Nach drei Tagen war ich schon fast schmerzfrei, nach zwei Wochen war alles wie weggeblasen. Ich hatte keine Schmerzen mehr und konnte wieder meine komplette Gymnastik machen; die Beweglichkeit war auch wieder voll hergestellt. Das Auge hat sich in den darauffolgenden Wochen völlig erholt: die Sehkraft ist zurückgekehrt, die Pupille ist wieder frei beweglich und alle Ablagerungen sind verschwunden.
Und das alles habe ich auch Euch zu verdanken: Eurer Hilfe, Eurer Aufklärung, dem Forschungspreis und Eurem stetigen Einsatz für uns Bechterew-Patienten.
Dafür möchte ich Euch von ganzem Herzen danken. Denn nach acht Jahren mit Enbrel hatte ich den Morbus Bechterew schon fast vergessen. Jetzt genieße ich mein schmerzfreies Leben und jede Bewegung umso mehr.
Ich sende Euch allerliebste Grüße vom Ende der Welt - und erwarte sehnsüchtig das neue Journal!