Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 149 (Juni 2017)

„Morbus Bechterew – Basiswissen“

Ein Wochenendseminar am 21./22. Januar 2017 in Kassel

Von Ulrich Teichmann, Hildburghausen bei Coburg

Nachdem nach langer Ungewissheit meine Diagnose „Spondylitis ankylosans“ im Jahr 2016 bestätigt wurde, trat ich in die DVMB ein. Seitdem nehme ich regelmäßig an der Wassergymnastik der Gruppe Coburg teil und meldete mich für das Basiswissen- Seminar an.
Am 21. Januar 2017 startete ich gemeinsam mit meiner Frau, die ebenfalls dieses Seminar besuchen wollte und im Vorfeld bereits einen umfassenden Fragenkatalog eingereicht hatte.
Im Hotel begann nach dem Mittagessen die angenehme kleine Runde von 11 Teilnehmern (davon 3 Partner) mit dem Seminar. Nach einer kurzen Eröffnung durch den Geschäftsführer der DVMB, Ludwig Hammel, hielt Prof. Dr. Gerd Köhler einen medizinischen Vortrag über Morbus Bechterew.
In diesem Vortrag erfuhren wir „Neubechterewler“ viele interessante Hintergründe zu den Ursachen und Auswirkungen der Krankheit.
Wer gedacht hatte, dass es „gemütlich“ weitergeht, sah sich danach getäuscht! Frau Katharina Conti, die als Physiotherapeutin über große Erfahrungen mit unserer Krankheit verfügt, nahm uns mit in eine Turnhalle und zeigte uns verschiedene Übungen, die einer schnellen Versteifung entgegenwirken. Dabei war aktives Mitmachen gefragt. Je nach Ausprägung der Krankheit kamen einige von uns schon an ihre Grenzen. Frau Conti betonte aber immer, dass jeder die Übungen nur nach seinen Möglichkeiten gestalten sollte und das regelmäßige Üben die größte Bedeutung hat. Zum Abschluss spielten wir noch eine Runde Basketball, was allen sehr viel Spaß machte.
Zurück im Hotel, ging es nach einer Kaffeepause wieder in den Seminarraum, wo uns Prof. Köhler zu einem Vortrag über Medikamente und ihre (Neben-) Wirkungen empfing. Hier gab es vielfältige Fragen von den Seminarteilnehmern, die Prof. Köhler alle beantwortete. Deutlich wurde auch, dass die Wirkung vieler Medikamente nicht auf jede Person und Ausprägung der Krankheit übertragen werden kann.
Gegen 20 Uhr gingen wir zu dem leckeren Abendessen, wo es im Anschluss zu einigen interessanten Gesprächen kam. Unsere drei Referenten wechselten dabei an den Tischen und somit hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen individuell zu stellen.
Nach dem ersten ausgefüllten Tag war am Sonntag allerdings keine Zeit zum Ausschlafen, da um 8.30 Uhr bereits Frau Conti im Hotelpool auf uns wartete.
Bei der anschließenden Wassergymnastik wurden wieder viele Übungen gezeigt und ausprobiert, die speziell auf die Krankheit abgestimmt sind. Zum Abschluss wurde wieder ein Spiel, diesmal im Wasser durchgeführt, bei dem alle Teilnehmer voll dabei waren.
Nach einer kurzen Pause begann Ludwig Hammel mit seinen Ausführungen aus der Sicht eines erfahrenen Patienten. Dabei merkte man deutlich seine langjährige Erfahrung als Patient und als Geschäftsführer der DVMB. Er hatte auf alle Fragen, die auch reichlich gestellt wurden, eine kompetente Antwort. Am Ende des Vortrages gab es noch die Möglichkeit, Literatur und DVD´s zu unserer Krankheit zu erwerben.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete das Seminar.
Zusammenfassend ergab sich die Erkenntnis, dass Morbus Bechterew nicht das Ende einer guten Lebensqualität bedeutet, wenn man einige Regeln beachtet! So ist unbedingt auf viel Bewegung mit entsprechenden regelmäßigen Übungen zu achten. Das betrifft alle Ausprägungen unserer Krankheit!
Weiterhin wurde vermittelt, dass es kein Allround- Medikament für alle gibt, sondern dass die Medikation gemeinsam mit dem Rheumatologen ausprobiert werden muss.
Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen war bei diesem Seminar hilfreich. Aus den Gesprächen mit den anderen Teilnehmern kann ich sagen, dass uns dieses Basisseminar auf jeden Fall geholfen hat, besser mit unserer Krankheit umzugehen und diese zu akzeptieren, aber nicht „kampflos“ hinzunehmen.
Unser ausdrücklicher Dank gilt unseren drei Referenten, die das Seminar hervorragend organisiert und durchgeführt haben. Ich kann dieses Seminar nur jedem „Neubechtlerewler“ ausdrücklich empfehlen.