Aus dem Morbus-Bechterew-Journal Nr. 149 (Juni 2017)

Nichtsteroidale Antirheumatika bei akutem Atemwegsinfekt erhöhen das Herzinfarkt-Risiko zusätzlich

Von Yao-Chun Wen, Dr. Fei-Yuan Hsiao, Dr. K. Arnold Chan, Dr. Zhen-Fang Lin, Dr. Li-Jiuan Shen und Dr. Cheng-Chung Fang, Taipeh, Taiwan

Es gibt Hinweise darauf, dass ein akuter Atemwegs-Infekt mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko verbunden ist. Es wurde auch berichtet, dass das Herzinfarkt-Risiko in den ersten 7 Tagen entweder eines unspezifischen Atemwegs-Infekts oder eines vermuteten grippalen Infekts 2–5fach erhöht ist.
Gegen Schmerzen und Fieber bei einem Atemwegs-Infekt oder einer Erkältung werden häufig nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) verschrieben. Aber auch die NSAR sind nach den Ergebnissen vieler Studien mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko verbunden. Das gilt nicht nur für die Cyclooxygenase-2-Hemmer („Coxibe”), sondern auch für unspezifische NSAR.
Nachdem sowohl Atemwegs-Infekte als auch NSAR mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko verbunden sind, ist vorstellbar, dass beide zusammen zu einem noch höheren Risiko führen. Das Ziel unserer Studie war deshalb, das mit einem Gebrauch von NSAR bei einem Atemwegs-Infekt verbundene Herzinfarkt-Risiko zu ermitteln.

Untersuchungsmethode

Wir benutzten dazu die Datenbank der staatlichen Krankenversicherung in Taiwan, in der persönliche Daten, Diagnosen und verordnete Therapien von 23 Millionen Versicherten (99% der Bevölkerung) gespeichert sind. Wir suchten darin nach Patienten, die in den Jahren 2007 bis 2011 wegen eines Herzinfarkts im Krankenhaus behandelt wurden. Nicht berücksichtigt wurden Patienten, die in den 24 Monaten vor diesem Krankenhausaufenthalt schon einmal ambulant oder stationär wegen eines Herzinfarkts ein Krankenhaus aufgesucht hatten, um nur erstmalige Herzinfarkte zu berücksichtigen. Vorausgesetzt wurde außerdem eine bereits mindestens 24-monatige Mitgliedschaft in der Krankenversicherung mit mindestens einem Arztbesuch, damit die Kranken-Vorgeschichte dokumentiert ist.
Um die Risiko-Erhöhung berechnen zu können, verglichen wir für jeden Patienten die Situation (Atemwegsinfekte, Medikamentengebrauch) während der ersten 7 Tage im Krankenhaus mit der Situation während 7 Tagen ohne Herzinfarkt genau 12 Monate vor diesem Krankenhausaufenthalt.

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