Patiententag und Studierendenprogramm zum Rheumatologiekongress in Leipzig

 

Nach drei Jahren trafen sich die Fachärzte für Rheumatologie, Studierende der Humanmedizin und Patienten des rheumatischen Formenkreises wieder zum Rheumatologiekongress der DGRh vom 9. bis 12. September in Leipzig auf dem neuen Messegelände.

Die Vorbereitung des Patiententages am Samstag, dem 12. September, lag in den bewährten Händen der Rheuma-Liga Sachsen. Mit viel Liebe haben die Mitarbeiterinnen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gesorgt, was auch ein Verdienst der 5 Referentinnen und Referenten war. Der Vortragssaal war voll besetzt. Es waren 310 Teilnehmende anwesend, darunter sechs Mitglieder des DVMB-LV Sachsen. Hinzu kamen 20 Sponsoren und ehrenamtliche Helfer. Im Foyer waren die Informationsstände der Selbsthilfegruppen und -organisationen sowie die Buffets untergebracht. Auch ein kleines Fotoshooting als Erinnerung an die Teilnahme war möglich. Außerhalb des Tagungsgebäudes befand sich außerdem ein Infobus zum Thema „Lunge und Rheuma“ der Firma Boehringer Ingelheim.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit den Grußworten des Bundesverbandes der Deutschen Rheuma-Liga, vorgetragen von dessen Präsidentin Corinna Elling-Audersch, und des Kongresspräsidenten Prof. Dr. Ulf Wagner. Durch das Programm führte Dr. Wolfram Seidel, Präsident der Rheuma-Liga Sachsen.

Die fünf Themenschwerpunkte, vorgetragen in jeweils 35 Minuten, waren: „Letzter Ausweg Gelenk-OP?“, „Haut und Rheuma“, „Lunge und Rheuma“, „Bewegung – Fakten und Mythen zum Thema Sport“ sowie „Biosimilars und Generika – dasselbe oder das Gleiche?“. Diese Themen werden oft auch in unserem Journal besprochen. Man sollte deshalb hin und wieder einmal nachlesen.

Mich selbst angesprochen hat besonders das Thema „Fakten und Mythen zum Thema Sport“. Die Referentin, eine Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, konnte hier aus eigener Erfahrung berichten, weil sie seit vielen Jahren selbst von einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung betroffen ist. Es war ein sehr erfrischender und mutmachender Vortrag.

Frau Dipl.-Med. Dominok setzte sich mit Mythen und Fakten zum Thema Sport auseinander, die wahrscheinlich oft von Menschen mit einer neu diagnostizierten Erkrankung geäußert werden. Vielleicht spielt dabei auch eine gewisse Bequemlichkeit eine Rolle: Bei Schmerzen möchte man sich lieber in eine Ruheposition begeben. Insgesamt zählte sie sechs Mythen auf: Unter anderem sei Krafttraining nur etwas für junge Leute und außerdem zu gefährlich. Bei einem akuten Schub dürfe man sich nicht bewegen und solle seine Gelenke schonen. Richtig sind dosierte Bewegungsübungen, sanfte Bewegungen im warmen Wasser, die den Schmerz lindern, und ein Muskelaufbautraining. Inaktive Muskeln können unsere Gelenke nicht mehr stützen; starke Muskeln bilden ein natürliches Korsett für unsere Körperhaltung. An dieser Stelle sei auf die EULAR-Bewegungsleitlinien und die HIIT-Studien hingewiesen.

Wir Patienten waren bereits am Freitag beim Patient-Partner-Programm mit den Studierenden gefordert. Wie vor drei Jahren konnten sich die Medizinstudenten hier in Kleingruppenarbeit über die Probleme der Patienten hinsichtlich ihres Krankheitsverlaufs, ihrer Vorerkrankungen vor der Diagnosestellung, der jeweiligen familiären Disposition und der Medikamentenversorgung informieren. Nachgefragt wurde auch nach der Qualität der ärztlichen Betreuung und der Zusammenarbeit der verschiedenen Fachärzte. Die Medizinstudenten wünschen sich ihrerseits einen besseren Zugang zu den Selbsthilfegruppen des rheumatischen Formenkreises. Hier müssen sich vor allem die Lehrstühle für Rheumatologie an den Universitäten mehr Gedanken machen. Schließlich geht es darum, Interesse an einer Ausbildung in der Rheumatologie zu wecken. Informationsmaterial auszulegen, ist zu wenig.

Alles in allem ist der Patiententag auch für künftige Rheumatologiekongresse ein wichtiges Modul. Den Akteuren dieses Tages sei herzlich gedankt.

 

Klaus Vogt, 

stellvertretender 

DVMB-Gruppensprecher in Leipzig