Zusatzqualifikation für unsere Übungsleiter

Leserbrief von Hannes Fengler | 8.12.2025

Sehr geschätzte Bechterew Engagierte,

mein Leserbrief bezieht sich auf den Artikel im aktuellen Bechterew Journal Nummer 186 zur Fortbildung für die Leitung des Funktionstrainings. 
Vorrausschicken möchte ich, dass natürlich jede Weiterbildung und Zusatzqualifikation für unsere Übungsleiter ganz prima ist.
Ich sehe die Angelegenheit mit den dort geschilderten Festschreibungen jedoch nicht als eine positive Entwicklung. 
Für mich ist sie nicht praxisorientiert und geht an der Realität vorbei.
In der langjährigen Erfahrung mit Funktionstraining bin ich nur kompetenten und engagierten Übungsleitern begegnet.
Die Frage nach der Qualität war nie ein Thema.
Thema und Problem ist vielmehr, engagierte Übungsleiter zu finden. Mangels eines Übungsleiters findet in der Bechterewgruppe Lörrach seit Jahren kein Funktionstraining statt.
Wie ich gehört habe gibt es Bechterewgruppen, in welchen auf Grund dieser Verordnungen die Gefahr besteht, dass das Funktionstraining eingestellt werden muss. Die Übungsleiter können keine geforderte Zusatzausbildung nachweisen.
Hier wird ein Qualitätsmanagement installiert, welches vom Patienten nicht gebraucht wird.
Realität ist.
Ich kämpfe regelmäßig mit der Krankenkasse um die Kostenübernahme des Funktionstrainings. Bedeutet die neue Regelung, dass für manchen von uns die Kostenübernahme entfällt, weil keine Zusatzqualifikation des Übungsleiters existiert?
Wer trägt die Kosten für die Zusatzausbildung? Die Krankenkassen oder die Übungsleiter.
Führt dieses Qualitätsmanagment dazu, dass der Zugang zu Leistungen des Sozialversicherungsträgers erschwert oder abgelehnt wird?
Wissen und Qualität ist wichtig. Wir erleben jedoch, dass in vielen Bereichen die gesundheitliche Betreuung leidet, weil der Zeitaufwand für das Qualitätsmangement überbordet.
Abschließend noch eine Frage an euch.
Ich finde, dass ein mit dem Morbus Bechterew konfrontierter Patient sich heute in einer schwierigeren Situation befindet als vor Jahrzehnten. Klar gibt es da den Fortschritt bezüglich Medikation mit Biologicals etc. 
Aber ob Termin beim Facharzt, Rehamaßnahmen, Funktionsgymnastik. Hilfe zu bekommen ist mühseliger geworden.
So hat die Krankenkasse das letzte mal meinen Antrag auf eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme erst mal in Frage gestellt. Weil erst geprüft werden muss, ob alle Therapiemaßmahmen vor Ort erschöpft sind. Entsprechende Anfragen gingen an die behandelten Ärzte. Als ob die nichts Besseres zu tun hätten als solche Fragen zu beantworten.
Ein regelmäßiger stationärer Aufenthalt mit konzentrierter Therapie ist für mich zentraler Baustein im Kampf um den Erhalt der Beweglichkeit eines Bechterew Patienten. Vor Ort Therapiemaßnahmen müssen dies ergänzen und fortsetzen. Ist dieses Elementarwissen nicht mehr gültig?
Stehe ich mit diesem Empfinden alleine? Wie empfinden dies andere Bechterewpatienten? Welche Erfahrungen habt ihr und wie seht ihr die Entwicklung?
Hier findet sich wenig in unserem Journal.

Euch allen wünsche ich eine schöne und möglichst schmerzfreie Zeit.

Hannes Fengler

 

 

 

 

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