Nahrungsmittel-Steckbrief
Orangen
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Für Johann Wolfgang von Goethe war – laut einem seiner berühmtesten Gedichte – „das Land, wo die Zitronen blühen“, der Sehnsuchtsort schlechthin. Gemeint war Italien. Die Reise dorthin dauerte für ihn damals (1786) fast zwei Monate und brachte so manche Beschwerlichkeit mit sich.
Für Johnny Cash war nicht die Zitronenblüte, sondern die Orangenblüte das Sinnbild des Sehnsuchtsortes. Sein berühmter Song „Orange blossom special“ aus den 60er Jahren (komponiert 1938 von Ervin T. Rouse und 1942 bereits durch den Country-Sänger Bill Monroe interpretiert) ist einem Reisezug gewidmet, der innerhalb von 35 Stunden Menschen aus New York an ihre Sehnsuchtsorte in Florida brachte – bereits damals das wichtigste nordamerikanische Land im Anbau von Orangen.
Der Luxus-Reisezug „Orange blossom special“ (Abb. 1) befuhr erstmals 1925 die Strecke entlang der US-amerikanischen Ostküste: Bei Abfahrt um 9.30 Uhr in New York war man um 22 Uhr des Folgetags in Miami. Und inzwischen hatte man – im Gegensatz zu Goethe auf seiner Reise nach Italien – allen erdenklichen Luxus genossen, mit frisch im Zug zubereiteten Speisen und allerlei feinen Getränken, vermutlich auch mit frisch gepresstem Orangensaft. In den 50er Jahren wurde der Zug „Orange blossom special“ zwar eingestellt, dennoch ist er durch den Song quasi unsterblich geworden: Eine ganze Reihe von Musik-Festivals tragen – wohl zu Ehren von Johnny Cash – bis heute seinen Namen, auch wenn sie mit Orangen nicht das Geringste zu tun haben.
Botanik, Herkunft und Verbreitung
Ursprünglich als Kreuzung zwischen Mandarine und Pampelmuse entstand in Südostasien vor mindestens 4000 Jahren zunächst die Bitterorange, botanisch Citrus aurantium (auch Pomeranze genannt). 1000 Jahre später entsprang dann dem gleichen Kreuzungsprinzip der Süßorangenbaum (botanisch Citrus sinensis). Beide immergrünen Bäume zählen zu den Zitruspflanzen.
Die Bitterorange war in Europa wohl seit dem 9. Jahrhundert n. Chr. bekannt und wurde spätestens seit dem 11. Jahrhundert in Italien angebaut. Erst 400 Jahre später wurde in Lissabon Europas erster Süßorangenbaum gepflanzt. Heute werden im gesamten Mittelmeerraum vorwiegend Süßorangen, aber auch weiterhin Bitterorangen angebaut. Die große Vielfalt der Süßorangen-Sorten wird in vier Gruppen aufgeteilt: Blond-Orangen (zu denen Jaffa- und Valencia-Orangen gehören), Navelorangen (kernlos und erkennbar an der kleinen Tochterfrucht am „bauchnabelartigen“ Blütenpol), Blutorangen (wie z. B. die Moro-Orange aus Sizilien) und säurefreie Orangen bzw. Limetten.
Der Name Orange, portugiesisch laranja, wurde vermutlich abgeleitet aus dem Wort nagarunga bzw. nãrańga (Sanskrit). Vor allem in Norddeutschland lange geläufig war auch die Bezeichnung Apfelsine (= Apfel aus China), in den Niederlanden heißt es noch heute sinaasappel (während mit Oranjes etwas anderes gemeint ist ...).
Der Orangenbaum benötigt zum Wachstum milde subtropische Lagen, wird bis zu 15 Meter hoch und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Reichlich Früchte trägt er bis zum Alter von 50 bis 60 Jahren. Die Orangenblüte – mit ihrem unvergleichlichen und anregenden Duft – beginnt im Frühjahr. Die Blüten sind zwar selbstbefruchtend, mit Unterstützung von Bienen wird der Ertrag aber 2- bis 3-mal so gut. Die Früchte, aus botanischer Sicht übrigens Panzerbeeren, benötigen 6–12 Monate bis zur Reife. Ab August beginnt in der Region um Sevilla bereits die Ernte. Haupterntezeit ist am Mittelmeer zwischen November und März. Je nach Sorte und je nachdem, wie lange die reifen Orangen am Baum bleiben dürfen (was mehrere Monate lang möglich ist), erstreckt sich die Erntezeit auch länger. Die letzten Orangen auf Sardinien werden im Mai gepflückt.
Ein einzelner Baum kann 200 bis 300 kg Orangen, manchmal sogar bis 500 kg im Jahr tragen. Die traditionelle Ernte erfolgt noch per Hand, beim Plantagenanbau im großen Stil aber mit der „Schüttelmaschine“.
Orangen müssen nicht zwangsläufig orange gefärbt sein, wenn sie reif sind. Erst wenn sie tiefere Nachttemperaturen erfahren, wandelt sich die grüne Farbe der Schale am Baum in Orange um. Beim konventionellen Anbau und bei der Ernte in großem Stil kann hierauf nicht gewartet werden, weshalb sie anschließend in besonderen Reiferäumen dem Reifegas Ethylen ausgesetzt und auf diese Weise „entgrünt“ werden. Orangen aus konventionellem Anbau werden nach der Ernte maschinell gewaschen und so ihrer natürlichen Wachsschicht in der Schale beraubt sowie mit diversen Pflanzenschutzmitteln gegen Schimmel und Fäulnis behandelt und anschließend wieder neu gewachst. Bei Bio-Orangen wird weder im Anbau noch nach der Ernte chemischer Pflanzenschutz angewandt, sie werden auch nicht gewaschen und behalten damit ihre natürlich konservierende Wachsschicht.
Die weltweite Anbaufläche für Orangen hat sich in den letzten 40 Jahren vervierfacht; 2021 wurden 75 Millionen Tonnen produziert, ein gutes Drittel davon in Brasilien. Die USA (vor allem Florida), China und Indien erreichen jeweils etwa 10 % der Welt-Orangen-Produktion; die Mittelmeerländer rangieren (mit jeweils 1 bis 4 Millionen Tonnen) deutlich weiter hinten, sind aber stark im Bioanbau. Während die Ernte aus Brasilien überwiegend als Konzentrat für die Orangensaft-Produktion exportiert wird, ist Spanien der für uns wichtigste Exporteur von Orangen als ganze Frucht.
Der großflächige Anbau in Brasilien hat einen negativen Beigeschmack: Zu einem gewissen Anteil wurde dafür Regenwald abgeholzt, auch spielt der Bioanbau kaum eine Rolle, und zudem sind die Arbeitsbedingungen der Erntehelfer häufig durchaus fragwürdig.
In Deutschland stehen Orangen nicht nur auf Platz 3 der beliebtesten Obstarten, zusätzlich werden hier auch pro Kopf und Jahr 7 Liter Orangensaft konsumiert.
Kulinarische Verwendung
Während Bitterorangen vorwiegend für die Herstellung von Marmeladen und Orangeat, diversen Spirituosen und Parfums und zum Kuchenbacken verwandt werden, wird die Süßorange als frische Frucht verzehrt, fruchtigen Salaten zugesetzt oder als Saft getrunken. Ein Glas Orangensaft (ob frisch gepresst, als pasteurisierter Direktsaft oder aus Konzentrat hergestellt) ist fast überall ein willkommener Frühstücks-Begleiter.
Da die Schalen sehr aromatisch sind, werden sie, bei ungespritzten und nicht künstlich gewachsten Exemplaren, gerne zur geschmacklichen Verfeinerung mittels Küchenreibe oder Zestenschneider sowohl süßen als auch pikanten Gerichten zugesetzt. Auch im Orangenpfeffer sind sie enthalten. (Getrocknete) Orangenblüten werden zunehmend gerne als Dekoration besonders edler Speisen verwandt.
Diverse Orangenliköre beziehen ihr Aroma aus getrockneten Schalen von Süß- oder Bitterorangen. Der berühmte Curaçao, beliebter Bestandteil von Cocktails und Eisbechern, ist ein Bitterorangen-Likör, der auf der gleichnamigen Insel vor Venezuela erfunden wurde. Verwendet werden die Schalen der dort heimischen verwilderten Pomeranzen, Lahara genannt. Mit dem typischen Blau des Likörs hat dies jedoch nichts zu tun.
Auch der Aperol, ein bereits 1919 erfundener Likör, in Italien schon lange Basis diverser sommerlicher Erfrischungscocktails, bei uns aber erst seit ein bis zwei Jahrzehnten favorisiert und Grundlage des Kultgetränks Aperol Spritz, verdankt einen Teil seines Aromas der Bitterorange – neben Enzian, Rhabarber, Chinarinde und diversen Kräutern. Die orangerote Farbe allerdings ist künstlichen Farbstoffen geschuldet.
Das belgische „Witbier“ wird u. a. mit Schalen der Bitterorange aromatisiert. Der schwedische traditionelle Weihnachtspunsch, der „Glögg“, ist ohne getrocknete Pomeranzenschalen bzw. Orangeat nicht denkbar.
Brauchtum, Kult, Symbolik
In den Orangerien genannten beheizten Gewächshäusern des 17. Jahrhunderts wetteiferten Adlige und andere Wohlhabende mit dem Anbau diverser Zitrusfrüchte. Die größte Orangerie ließ der Sonnenkönig Ludwig XIV. in Versailles bauen.
Die Chorégies d’Orange haben mit Orangen eher nichts zu tun. Es handelt sich um das älteste Musikfestspiel Frankreichs – mit meist klassischen Musik-Darbietungen in einem gut erhaltenen antiken Theater in der Stadt Orange in Südfrankreich. Die mehr als 2000 Jahre alte Stadt wurde von den Römern Aurenia genannt und von den Einheimischen Auranja, was sich allmählich abschliff zu Orange. Das aus der zugehörigen Provinz stammende Adelsgeschlecht der Oranier kam so zu seinem Namen.
Auch das Orangefest in Oranienburg, welches alljährlich Ende April gefeiert wird, hat keinen primären Bezug zur Frucht Orange. Da aber auf diesem Fest alles und alle in der Farbe Orange daherkommen, können durchaus auch einmal ein paar Orangen als Deko auftauchen. Mit dem Orangefest wird an die Namensgeberin der Stadt, Kurfürstin Louise Henriette von Oranien, erinnert. Da sie aus den Niederlanden stammte, wurde zumindest im Jahr 2023 u. a. ein holländischer Holzschuhtanz geboten, und „Frau Antje“ kam vorbei, allerdings nicht mit Käse, auch nicht mit Orangen, sondern auf Stelzen.
In der bis vor einigen Jahrzehnten hierzulande noch gebräuchlichen Nikolaustüte, die „brave“ Kinder am Abend des 5. Dezembers bekamen, war traditionell neben allerlei Plätzchen immer eine Orange enthalten.
Traditionelle Verwendung als Heilmittel
In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) werden Orangen als Heilmittel erstmals um 900 n. Chr. erwähnt – ihr Einsatz wird bei Unruhe, Appetitmangel, Erbrechen, übermäßigem Durst empfohlen; die Zubereitung erfolgt teilweise in Honig, der traditionell ohnehin gerne zum Konservieren von Orangen genutzt wurde. Im Ayurveda werden Orangen vielfältig, z. B. gegen Müdigkeit und Erschöpfung, zur Kräftigung, zur Herzstärkung, zur Immunstärkung, gegen Verdauungsstörungen, gegen Appetitmangel und Störungen des Geschmacks-Sinnes eingesetzt.
Zur Vorbeugung der „Seefahrerkrankheit“ (Skorbut) wurden Orangen bzw. Zitrusfrüchte bereits im 16. Jahrhundert von Seefahrern genutzt.
Der Duft von Orangenschalen und Pomeranzenblüten (z. B. mittels Neroli-Öl) wird traditionell zur seelischen Entspannung eingesetzt, was seit Verwendung von Duftlampen deutlichen Aufschwung erfahren hat.
Warum sind Orangen gerade für Menschen mit Spondyloarthritis so wertvoll?
1. Orangen sind nützlich zur Bekämpfung und Vorbeugung chronischer Entzündungsprozesse. Zum einen enthalten sie reichlich Vitamin C: 50 mg/100 Gramm, bei ökologischem Anbau bis zu 65 mg/100 Gramm. (Die Verwendung von Stickstoffdünger im konventionellen Anbau verdünnt quasi den Vitamin-Gehalt durch mehr Wassereinlagerung in den Früchten.) Mit 170–200 Gramm Orangen ist so die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C für Erwachsene erreicht. Vitamin C ist im körpereigenen System der Neutralisierung freier Radikale wichtig. Orangen enthalten etwa 170 verschiedene weitere antioxidative Stoffe (Zhuo Zou et al. 2015). Wichtig sind vor allem die Flavonoide und die Carotinoide. Das Flavonoid Hesperidin unterstützt ebenfalls das körpereigene Redoxsystem, durch Bereitstellung von mehr Glutathion (Yue Wang et al. 2021).
Orangen sind vermutlich das Lebensmittel mit der größten Vielfalt an Carotinoiden (= Vorstufen bzw. Verwandte von Vitamin A). Dem Carotinoid Beta-Cryptoxanthin wurde in der britischen „EPIC-Norfolk-Studie“ mit mehr als 25.000 Teilnehmer:innen und einer Beobachtungsdauer von 8 Jahren ein schützender Effekt vor entzündlichen Gelenk-Erkrankungen zugesprochen, neben Vitamin C und Zeaxanthin. Die Menge an Beta-Cryptoxanthin, die in einem Glas frisch gepresstem Orangensaft enthalten ist, reichte bei regelmäßigem Konsum bereits aus, um das Arthritis-Risiko deutlich zu verringern (Dorothy J. Pattison 2005).
Eine andere Studie aus den USA zeigte ebenfalls eine geringere Rate an Neu-Erkrankungen mit Rheumatoider Arthritis, wenn die Aufnahme von Beta-Cryptoxanthin hoch war (Karen H. Costenbader et al. 2010). Auch eine japanische Studie zeigte den Schutzeffekt vor Arthritis im Tierversuch und an Kulturen von Knorpelzellen (Keisuke Imada et al. 2016). Laut einer Untersuchung der Universität Hohenheim (Stuttgart) ist die Bioverfügbarkeit von Beta-Cryptoxanthin im pasteurisierten Orangensaft 1,8-mal höher als in frischen (Navel-)Orangen, was erklärt wird durch die bessere Aufnahme im Darm (Julian K. Aschoff et al. 2015 + 2016).
2. Orangen sind hilfreich in der Abwehr von Keimen, was wesentlich in ihrem Gehalt an Vitamin C und Carotinoiden, aber auch an ihrem positiven Einfluss auf das Mikrobiom im Darm begründet ist.
3. Orangen sind nützlich für ein ausgewogenes Mikrobiom im Darm. Dies ist offenbar in ihrem Gehalt an Flavonoiden begründet. Flavonoide haben laut mehreren Studien einen positiven Effekt auf die Zusammensetzung des Mikrobioms im Darm (Meyan Wang et al. 2021; Mostafa Hassan Baky et al. 2022). Auch die Ballaststoffe der Frucht spielen eine Rolle. Ein ausgewogenes und vielfältiges Mikrobiom ist wesentlich für die Entwicklung und den Erhalt eines stabilen Immunsystems.
4. Orangen sind hilfreich in der Vorbeugung gegen chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen sowie Diabetes mellitus. Hier sind wieder die Wirkungen der Flavonoide von Bedeutung, vor allem die Effekte von Naringenin, Hesperiden, Nobiletin und Tangeretin, gemäß ausführlichen Übersichtsarbeiten aus China (Zhao Gao 2017) und Ägypten (Ayman M. Mahmond et al. 2018).
5. Orangen als Nahrungsmittel sowie die Inhalation des Duftes von Orangen(blüten) sind offenbar hilfreich für die geistige Leistungsfähigkeit und den Schutz vor Abbauprozessen des Hirns. Insbesondere dem Hesperidin wird ein schützender Effekt vor Demenz zugeschrieben. Für die Flavonoide wurde einerseits ein direkter positiver Effekt auf die Botenstoffe des Nervensystems (Neurotransmitter) gezeigt, andererseits auch eine indirekte Förderung des Gehirn-Stoffwechsels durch die Verbesserung der so genannten Darm-Hirn-Achse (gut-brain-axis), was z. B. dem altersbedingten Abbau der Hirnleistung entgegenwirken kann (Zhongxing Chu et al. 2023). Deshalb spricht auch ein Forschungsteam aus Lhasa (Tibet) von Neuromodulation und Neuroprotektion durch die Flavonoide in Orangen (Haoran Wang et al. 2023).
Ein kalifornisches Forschungsteam ließ in einer kontrollierten Studie 43 Personen im Alter von 60 bis 85 Jahren (und in geistig unauffälligem Gesundheitszustand) über die Zeit von 6 Monaten jeweils 2 Stunden in der Nacht über Raumbedufter definierte Konzentrationen von pflanzlichen Aromen inhalieren. Jedem Wochentag war ein bestimmtes Aroma zugeordnet: Neben Rose, Lavendel, Rosmarin, Pfefferminze, Eukalyptus waren auch Zitrone und Orange im Einsatz. Bei Studienende zeigte sich anhand diverser Tests in der Gruppe mit der höheren Konzentration der Aromen eine erhebliche Verbesserung der geistigen Leistung; auch im MRT wurden deutliche Verbesserungen in bestimmten Hirnregionen sichtbar (Cynthia C. Woo et al. 2023).
6. Orangen bringen möglicherweise auch Unterstützung bei der Vorbeugung vor Krebserkrankungen. Auch hier scheinen die Flavonoide den Ausschlag zu geben.
7. Orangen können helfen, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken, wie Forschungen an der Universität Kiel zeigten. Dies steht in komplettem Widerspruch zu der Erfahrung, dass Fruchtzucker eigentlich die Harnsäure erhöht. Da der Effekt mit der Kombination des Flavonoids Hesperidin und dem hohen Gehalt an Vitamin C erklärt wurde, läuft nun eine weitere Studie mit den Rein-Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen (Franziska Büsing et al. 2019, Anja Bosy-Westphal 2023).
Achtung: Orangensaft ist (mit 90–100 Gramm Fructose pro Liter) reich an Fruchtzucker. Menschen mit erworbener Fruchtzuckerunverträglichkeit sollten entsprechend vorsichtig sein; bei primärer Fructose-Intoleranz ist der Saft ohnehin tabu. Ein hoher Fruchtzucker-Anteil der Nahrung fördert zudem die Bildung einer Fettleber. Daher empfiehlt es sich, nicht mehr als 1 Glas (200 ml) Orangensaft pro Tag zu trinken, und dies außerdem immer zu einer Mahlzeit dazu und nicht zwischendurch, denn so ist es vorteilhafter für den Stoffwechsel (Franziska A. Hägele et al. 2018).
Einkauf, Lagerung und Anwendung
Kaufen Sie Orangen, wo immer es geht, aus biologischem und fairem Anbau. Nur so haben Sie die weitgehende Gewissheit, dass sich auf der Schale keine Pflanzenschutzmittel befinden und dass diejenigen, die sie anbauen und ernten, fair entlohnt werden. Es gibt Plattformen, über die Sie Orangen aus ökologischem und fairem Anbau als Monatslieferung bestellen können, und dies von November bis März/April.
Wenn Orangen kühl, dunkel und ohne gegenseitigen Druck, z. B. im Kellerraum, gelagert werden, halten sie sich durchaus mehrere Wochen. Im gleichen Raum sollten keine weiteren Früchte gelagert werden, die Reifegase ausströmen, vor allem keine Äpfel.
Unbehandelte Bio-Orangen trocknen bei Lagerung im Wohnraum recht schnell aus – und das Schälen von Hand ohne Zuhilfenahme von Messern fällt dann schwer. Für mich persönlich gehört gerade dieses Schälen von Hand aber zum Genuss unbedingt dazu; es vermittelt mir geradezu ein Urlaubsfeeling.
Das Schälen konventionell angebauter Orangen kann schwierig werden, wenn Sie sicher gehen wollen, dass die Hände, die Kontakt zur Schale hatten, keinen Kontakt zum Fruchtinneren bekommen – d. h., wenn Sie das Mitessen von Spritzmittel-Resten vermeiden wollen. Zumindest ist das Waschen der Hände – wie bei allen Zitrusfrüchten aus konventionellem Anbau – nach dem Schälen zu empfehlen.
Ich hoffe, Ihren Appetit auf Orangen als ganze Frucht oder als (morgendlichen) Saft geweckt oder bestärkt zu haben. Es gibt viele gute Gründe für den Genuss dieser Frucht, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.