Presse, Galerie & Einblicke: Kurze Nacht des Bechterew

Veranstaltung der Gruppe Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) zum Aktionstag „Kurze Nacht des Bechterew“

 

Donnerstag, 20.06.2024 von 20:00 bis 21:00 Uhr


Schnupperkurs: „Eine Achtsamkeitsübung in Ruhe (Bodyscan)“ zur Kurzen Nacht

Gruppe Ludwigshafen

Ansprechperson: Sabine Freitag, freitag(at)dvmb-rlp.de


 

Bericht der Gruppe Ludwigshafen

Achtsamkeit und Entspannung für Bechtis – Ein Weg zur inneren Balance und Gelassenheit

Wir Morbus Bechterew Betroffene leiden insbesondere nachts unter Schmerzen und Schlafstörungen.

Durch das Training der Achtsamkeit können wir unsere Körperwahrnehmung verbessern. Je mehr wir unsere Wahrnehmung schulen, umso leichter wird es uns im Alltag fallen, selbstfürsorglich zu handeln und achtsam mit uns umzugehen. Eine Krankheit wie Morbus Bechterew kann sowohl körperlich als auch seelisch belastend sein.

Achtsamkeitsbasierte Bewältigungsstrategien, Entspannungsmethoden und Meditation können den krankheitsbedingten Stress lindern und unsere Selbstheilungskräfte mobilisieren.

„Eine Achtsamkeitsübung in Ruhe (Bodyscan), sanfte Körperwahrnehmungsübung im Stehen und eine Atemübung im Ausklang“

wurde von Frau Sabine Freitag (Achtsamkeitstrainerin / MBSR-Lehrerin) angeleitet.

Zu Beginn des Kurses wurde den Mitgliedern den Begriff Achtsamkeit erklärt.

Was ist Achtsamkeit?

Es ist ein einfaches, alltagstaugliches, bewährtes und wissenschaftlich fundiertes Konzept zur Schulung der Wahrnehmung.

Achtsamkeit ist ein Weg der uns lehrt, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren ohne zu werten. Dabei bemühen wir uns darum, alles was im gegenwärtigen Moment geschieht, bewusst wahrzunehmen ohne es gleich zu beurteilen.

Ein Weg zur inneren Balance und Gelassenheit.

Die Wahrnehmungsübungen dienen der Stressreduktion, indem frühzeitig körperliche Signale wahrgenommen werden, um darauf achtsam reagieren zu können.

Nachdem alle Teilnehmer/innen ihre Position gefunden haben, idealerweise im Liegen, aber auch alternativ im Sitzen, begann mit dem ertönen der Klangschale, die Achtsamkeitsübung in Ruhe, den sogenannten Bodyscan.

Der Bodyscan ist eine geführte Reise durch den Körper und dient der Körperwahrnehmung.

In der Übung geht es darum alle aufkommenden Empfindungen mit einer wachen, interessierten und vor allem annehmenden Haltung zu erkunden.

Hilfreich ist es, offen und neugierig von Moment zu Moment zu sein, für alle Empfindungen, die sich zeigen.

Die Aufmerksamkeit auf den Körper richtend und den Kontakt zur Matte (Sitzfläche) wahrnehmend. Die Augen können geschlossen werden, wenn es angenehm ist. Über die Bewusstwerdung des Atems und das Erleben, wo Atem spürbar ist, richtet sich anschließend die Aufmerksamkeit ins linke Bein, in den linken großen Zeh hinein. Von dort aus beginnt die Reise durch den Körper. Hinauf des linken Beins, hinübergleitend zum rechten Bein, weiter den Rumpf fokussierend, vom Rücken bis Körpervorderseite. Beide Arme, von den Fingern bis hoch zu den Oberarmen bewusst werdend. Von den Schultern über Nacken und Hals, weiter wandern zum Gesicht bis zum Scheitelpunkt des Kopfes.

Während der Reise durch den Körper gilt es, allen aufkommenden Empfindungen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken und sich diesen bewusst zu öffnen.

Dabei kommt es immer wieder vor, dass Gedanken, Tagträume uns ablenken lassen.

Falls wir dies bemerken, sich dessen bewusst zu werden und die Gedanken ziehen zu lassen, um sich dann sanft aber bestimmt wieder zur Übung zuzuwenden.

Zum Ende unserer Übung werden wir nochmal unseren Körper als Ganzes bewusst und lassen den Atem durch den Körper fließen.

Durch die Fokussierung auf den Kontakt zur Matte, zur Kleidung, zur Luft, zu den Geräuschen beenden wir langsam die Wahrnehmungsübung und es darf sich gestreckt und gedehnt werden.

Im Anschluss fand eine Körperwahrnehmungsübung im Stehen statt. Durch das Erspüren der Füße, die Aufrichtung der Wirbelsäule und des Kopfes, bei gleichzeitig hängenden Schultern und Arme, werden wir unserer Haltung bewusst.

Aus dieser Haltung heraus, beüben wir 3 verschiedene Positionen, die den Brustkorb weit werden lassen und die Atmung aktivieren. Wir beendeten die Übungseinheit mit einer Atemübung und einer Verneigung vor uns selbst, um uns selbst für die geschenkte Zeit zu danken.

Zum Abschluss stand ich für Fragen zur Verfügung. Der Kurs war gut besucht und fand großes Interesse.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden!

von Sabine Freitag

 

Bericht eines Teilnehmers

Ich, als Mitglied der Gruppe, habe an diesem Abend teilgenommen, obwohl ich seit längerem nicht mehr in der Trockengymnastik gewesen war, da ich die Fahrt von Neustadt nach Ludwigshafen vor allem für die Wassergymnastik und die Gruppenstammtische auf mich nehme.

Und um etwas vorweg zu sagen, diese Fahrt habe ich nicht im Mindesten bereut!!

Natürlich habe ich auch die vorangegangene Trockengymnastik nicht ausgelassen und mich bereits um 19:15 Uhr in der Sporthalle der Mosaik-Schule eingefunden.

Leider war es an diesem Donnerstag-Abend sehr schwül und heiß und in der Halle stand die Luft, sodass man bereits nach dem hinlegen auf die Matte mit dem tropfenden Schweiß in den Augen zu kämpfen hatte. Nachdem Stefan, unser Physiotherapeut, sein Programm beendet hatte, waren alle völlig durchgeschwitzt und wir hofften, dass es nun etwas geruhsamer von statten gehen sollte.

Diese Hoffnung war auch durch die Ausforderung, uns Lagerungsmaterial, wie Kopfkissen und ggf. auch eine Decke mitzubringen, bestärkt worden.

Die Hoffnung wurde nicht enttäuscht, als und Sabine uns erklärte, wie die folgende dreiviertel Stunde ablaufen sollte.

Als erstes gab Sie uns einige Informationen über „Achtsamkeit“:

Was ist Achtsamkeit? Achtsamkeit ist ein einfaches, alltagstaugliches, bewährtes und wissenschaftlich fundiertes Konzept zur Schulung der Wahrnehmung.

In der Übung geht es darum, alle aufkommenden Empfindungen mit einer wachen, interessierten und vor allem annehmenden Haltung zu erkunden.

Danach durften wir uns wieder auf unsere Matten legen. An eine Decke hat, bei diesen Temperaturen, glaube ich keiner gedacht, alle waren offensichtlich froh, sich nicht mehr bewegen zu müssen!

Anschließend begann Sabine, nach einem sanften Gong einer Klangschale, mit ruhiger Stimme Ihre, genauer gesagt unsere, Reise durch unseren Körper, um uns alle unsere Körperteile bewusst zu machen. Doch als erstes sollten wir uns auf unsere Atmung konzentrieren und in unserem Körper ankommen und ruhig und bewusst in unseren Bauch oder in unseren Brustkorb zu atmen und dies auch zu spüren.

Die Reise begann am linken Fuß und bewegte sich hoch bis zum Becken, danach dann die rechte Seite und dann über den Rumpf bis zur Schulter wurden alle Körperpartien bewusst angesprochen und deren Kontakt mit dem Boden spüren, mit der Aufforderung alle aufkommenden Empfindungen mit der gleichen Aufmerksamkeit wahrzunehmen und mit der nächsten Ausatmung unangenehme Empfindungen an den Boden abfließen zu lassen.

Anschließend ging die Reise weiter durch den linken und anschließend in den rechten Arm, bis hinauf in den Kopf, immer mit der Aufforderung, falls Gedanken uns ablenken lassen, diese ziehen zu lassen um dann sanft aber bestimmt zur Übung zurückzukommen.

Nach einer dreiviertel Stunde, die mir im Übrigen vorkam wie 10 Minuten, holte uns Sabine entspannt durch einen Gong der Klangschale in die Realität zurück und alle konnten auf Nachfrage ein sehr positives Feedback über die entspannte Reise durch unseren Körper geben.

Sabine hat uns angeboten, solche Veranstaltungen auch regelmäßig weiter für uns anzubieten, was auf sehr positive Resonanz gestoßen ist.

Wenn diese Veranstaltungsreihe im Rahmen unserer Trockengymnastik weitergeführt werden sollte, werde wohl auch ich mich öfter auf den Weg nach Ludwigshafen machen um daran teilzunehmen!

von Michael Noll