Presse, Galerie & Einblicke: Kurze Nacht des Bechterew
Veranstaltung der Gruppe Pulsnitz (Sachsen)zum Aktionstag „Kurze Nacht des Bechterew“
05.07.2024
„Aktion der Gruppe Pulsnitz zu Kurzen Nacht“
Gruppe Pulsnitz
Ansprechperson:
Frau Ingrid Richter, ingi_richter(at)t-online.de
„Kurzbericht der Aktion „Verspäteten Nacht der Bechtis“
Am 5.7.24 trafen sich 40 Mitglieder und deren Ehepartner in der „Schloßmühle Radeberg“. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken haben wir eine Führung durch die Mühle bekommen. Dann trafen wir uns alle im Mühlengarten zu einer angeregten Gesprächsrunde. Zum Abschluss wurde gegrillt. Gegen 22 Uhr traten alle den Heimweg an.
Ingrid Richter Gruppensprecher der DVMB Gruppe Pulsnitz
Foto: Ingrid Richter
Juni 2024
„Aktion der Gruppe Pulsnitz zu Kurzen Nacht“
Gruppe Pulsnitz
Ansprechperson:
Frau Ingrid Richter, ingi_richter(at)t-online.de
Die Krankheit frühzeitig erkennen
von Matthias Stark aus den Wochenkurier
In Pulsnitz kümmert sich eine Selbsthilfegruppe liebevoll um Betroffene
mit der Krankheit Morbus Bechterew.
Sie nennen sich »Bechtis«, jene Männer und Frauen, die an Morbus Bechterew erkrankt sind. Und sie lassen sich von dieser Krankheit nicht entmutigen, sind optimistisch und haben in der Gruppe Freude miteinander. So erscheint es, wenn man diese lebensfrohen Menschen bei ihren wöchentlichen Treffen besucht. Bei diesen werden Wasser- und Trockengymnastik sowie Funktionstraining angeboten.
Morbus Bechterew ist mehr als »nur« ein Rückenschmerz
In Deutschland leiden etwa 450.000 Menschen an Morbus Bechterew, allein im Landkreis Bautzen sind es ca. 1.500 Personen. Viele von ihnen haben jedoch keine gesicherte Diagnose. Die »Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew« (DVMB) kümmert sich als Dachverband um Betroffene.
Die DVMB-Gruppe Pulsnitz wurde im Jahr 1997 mit sechs Personen gründet.
Mittlerweile gibt es hier über achtzig Mitglieder, wobei etwa die Hälfte davon selbst von der Erkrankung betroffen ist. Geleitet wird die Pulsnitzer Gruppe seit 2011 von Ingrid Richter, die den Vorsitz vom Gründungsmitglied Helena Strauß übernommen hat. Die engagierte Arbeit von Ingrid Richter wurde bereits mit der Verdienstmedaille des Landeverbandes in Bronze gewürdigt. Die Gruppe bietet Informationen zur Krankheit und ihrer Bewältigung, Selbsthilfe und ganzjährige Therapie an. Die mitgliederstarke Pulsnitzer Gruppe ist die drittgrößte im Landesverband Sachsen, welcher über 900 Mitglieder hat und rein ehrenamtlich arbeitet.
Morbus Bechterew zählt zu den rheumatischen Erkrankungen, wobei die Symptome vielfältig sind. So können Entzündungen an Gelenken und Sehnenansätzen sowie Augenentzündungen auftreten. Etwa jeder zehnte Betroffene klagt über entzündliche Darmerkrankungen. Vor allem in der zweiten Nachthälfte und am Morgen kommen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und Morgensteifigkeit hinzu. Die Krankheit ist nicht heilbar, nur die Symptome können gelindert werden. Im schlimmsten Fall tritt eine vollständige Einsteifung und Verkrümmung der Wirbelsäule auf. Das gilt es durch geeignete Therapien zu verhindern. Durchschnittlich dauert es sieben Jahre vom Auftreten erster Symptome bis zur Diagnose. Deshalb sind Informationen über Morbus Bechterew so wichtig.
Kurze Nacht« hat doppelte Bedeutung
Claudia Worowsky, eine junge Frau und selbst betroffen, sagt: »Ganz wichtig bei dieser Krankheit sind richtige Ernährung, Bewegung und Stressreduktion«. Und die ebenfalls von der Krankheit betroffene Sandra Richter ergänzt: Man kann froh sein, dass es unseren Verein gibt.
Am 5. Juli ist die »Kurze Nacht« der Pulsnitzer Gruppe geplant, eine Anspielung auf die nächtlichen Symptome. Treffpunkt ist 14 Uhr an der Schlossmühle Radeberg. Der Tag steht unter dem Zeichen von Bewegung und Begegnung. Die Schlossmühle und das Schloss Klippenstein sollen besichtigt und eine schöne Wanderung zur Hüttermühle und zum Felixturm unternommen werden. Pausen für Gespräche und Gymnastik im Freien sind eingeplant.
Helena Strauß, selbst erkrankt, war selbst viele Jahre im Landesverband tätig. Sie gibt zu bedenken: »Man muss bei dieser Krankheit selbst herausfinden, was hilft oder lindert«. Die »Bechtis« in Pulsnitz strahlen während ihrer Treffen eine
Lebensfreunde und Zuversicht aus, die durchaus für jeden »Gesunden« Vorbild sein kann. Sie sind ein anschauliches Beispiel dafür, sich von einer unheilbaren Krankheit nicht unterkriegen zu lassen. Die Krankheit selbst ist nicht ansteckend, die Heiterkeit der Pulsnitzer »Bechtis« ist es schon.